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Der Orient · 1841-06-05 · 23 (5.6.1841) · p. Spalte 347-348

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
23 (5.6.1841)
Article
Die neueste Ausgabe des Kusari [Rezension]
Date
1841-06-05
Page
Spalte 347-348 (sequence 2)
Language
German
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841' Die neueste Ausgabe des Kusan, beurtheilt von M. Skder. , 348 ftaudigkeit, dieses Streben, die Gegenwart widergeschich Ll ich in die Bergangenhelt hineinzutragen und aus ihr dann wieder heraus,zubringen, dieses ousschließende Anlehneu, wo man selber Kraft genug zu stehen hätte, charakteristrt vorzüglich die Form - jüdischer Produkte. Der tief begründete Einfluß dieser Ausleg.ungsthätigkeit. gibt sich freilich am deutlichsten in der biblischon Exegese selbst bis auf die neueste Zeit kund, aber es ist bekannt,, daß man dabei nicht stehen blieb, und gleichwie, das Gesetz in feiner Ausübung durch Zaun und Zaun vor Uebertreten geschützt sein sollte, so die Lehre in ihrem Derstandniß durch Erklärung über Erklärung, bis endlich die scheinbare anfängliche Unselbstständigkeit sich als das zeigte,, was ihr eigentlich unterlag, unbegrenzte Willkür gegen das Recht der Geschichte,, obwohl seihst wieder nur ein Produkt derselben 8 9 10) und darum für die Dogmatik von ganz anderer Bedeutung als für. eine wissenschaftliche Literaturhistocie. Die Vermischung. dieser beiden kann als Grund aller bisherigen UnwissenschaftlichkeiL überhaupt betrachtet werden. Auch die jüdischen Philosophen sind noch nicht ganz vom Vorwurfefre.izusprechen, die historische Bedeutung des ihnen Vorliegenden, nicht, von der dogmatischen streng gesondert, undso mituntter selbst Hagada über „Hagada" geschrieben, zu habend), während doch schon eine kritischere Bearbeitung der Bibel' selbst, vielleicht nicht ohne den oben berührten Einfluß, des Karaismus, Raum gewonnen. Freilich haben , jene, großen und selbstständigen Geister, in den eigentlichen philosophischen besondern Werken, wie wir offen (S. 293) bemerkt, eine wissenschaftliche- Fo-rrm angenommen, die zuvörderst Digresstonen und muswische Einschaltungen ausschließt, also schondem zweiten, oberwähnten Mißstand abzuhelsew bemüht ist. 'Allein die Commentatoren jener Werke schrieben ja nicht blos unter dem Einfluß ihres Textesallein, sondern unter dem des annoch herrschenden Geistes in der Literatur, begründet im fortdauernden Bedürfnis ihrer Gegenwart. Sokonnte es kommendaß noch S. M aimm f um kantische Philosophie den Jude^n zu lehren, einen Com men tar über den Moreh schrieb, anstatt diesen selbst als Vorbild zu., betrachten und seine Untersuchungen besonders niederzulegen, wie er es in seinem deutschen Werke für alle Wett wirklich that. — So sind die gesummten Radien des jüdischen Geistes, stets von einem Centrum ausgehend, stets unter einem Focus zusammenzuschauen und zu begreifen, — und die nächste Vergangenheit, zeigt dies noch deutlicher. — Die weite Kluft zwischen der alten und neuen biblischen Exegese wurde durch die vermittelnde Thätigkett der.Bitu riste n ausgefüllt Und. noch heut zu Tage ist lei¬ 8) Vgl. Zun.z a. cu -S. S. 42, 58. 315, 322fr.u.a.m. 9) Vgl. Z u n z cr. a. O. S. 396 ff.' 10) Gegen die an gefangene Charakteristik derselben (LB. der die, Zahl biblischer Exegeten im Sinne und nach den Anforderungen der Wiffsnschaft nur äußerst gering. Keineswegs, verkennen wir die Scheu des Einen, noch die Feinheit eines andern Gelehrten — der durch sein jüngst erschienenes Werk in einem andern Felde rühmlichste bekannt geworden — welcher sich damit üb er alle Gegensätze zu stellen glaubt, daß er die Objektivität der Exegese überhaupt läugnet") und darum jeder neuern Bestrebung alle Hoffnung benimmt. Denn worin sollte sich bte Commentation. irgend eines Sriftstellers von. der. der Bibel unterscheiden, wenn man anstatt einen graduellen Unterschied der Befangenheit, zu statuiren, an Skepticismus grenzenden. Zweifel über die objektive Erkenntniß eines literarischen Produkts an die Spitze der Kritik stellt? — Wir haben gesehen, daß. die Commentation profaner Gchriftsteller mit der der H. Schrift gleiches Schicksal erlebt. Darum hatten wir es nicht für unpassend, die philosophischen Commentare der jüngstverflofsenen. Zeit eben mit den Biurim zu vergleichen, die nur Vorläufer einer neuen wesentlich verschiedenen neuen Periode der Behandlung sind. Den Anfang dieser Periode erweitern wir aber darum mit der uns vorliegenden Ausgabe, weil das Bewußtsein des erwachten Bedürfnisses hier deutlich und bestimmt ausgesprochen, weil die Anforderungen der Wissenschaft als erstes Motiv für die ganze Herausgabe sowohl, als für die einzelnen Bestandtheile 'derselben, unverholen in den folgenden Worten ausgesprochen sind.: „Es muß vielmehr das Gesammtgut der Ideen dieses Philosophen einerseits nach, seinem Entstehen und Herauswachsen 'aus schon, gegebenen Vorarbeiten, anderseits als Erzeugnis gerade dieses individuellen Geistes, endlich als die etwaige Grundlage des Weiterbaues jüngerer Forscher betrachtet, zerlegt, und als Ganzes zum Bewußtsein erhoben, religiöse Ideen und philosophische Gedanken, Sprache und Darstellungsweise als Produkte ihrer Zeit dargelegt und nachgewiesen werden. Nur in solcher Behandlung ist echter Gewinn für Wissenschaft, und Leben, Gewißheit der Abstellung verjährter Mißbräuche und' Berichtigung falscher.Begriffe zu erwarten." — Um uns aber vor. dem Vorwurf der Willkür, des Systematism, oder der .Nachahmung zu bewahren, haben wir auch diesmal , wie neulich (s. Nr. 16. 1840, S. 321 ff.) haben wir, awßer manchen Emzelnheiten — so z. B. sollen die deutschen Uebers. ihres ungebundenen Charakters halber Targume genannt sein! Ist das nicht auch ein Midrasch?) — noch die Grundidee zu bestreiten, welche dieselbe isr, die wir in einem verwandten Gegenstände bezeichnet (s. LB.' 1841, S.. 241), während einzelne charakteristische Züge, treffend gezeichnet, unsrer ausgesprochenen Ansicht als Stütze dienenkönnen. -— ' 11) Man wird diese Idee Mch in den Abhandlungen „die natürl. Ausleg. rc." (LB. 1840-, S. 811 ff.) ..und „Ueber den Kanon" (LB. 1841, S. 113-ff.) erkennen.

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