Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 23 (5.6.1841)
- Article
- Von der Zeitrechnung
- Date
- 1841-06-05
- Page
- Spalte 343-344 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/8555529-9897381-9897454-2365704--1444-2365727- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
244 343 ' Ue-er die Chronologie/ aus dem Arad, des Bckstami überss von Dr. Wetzstein. sie zusammeü bilden die Jahreszeit des Winters. Der Adftr beginnt mit dem 5ten Barmahäth, der Nisan mit den 6ten Bacmüde, der Jjar mit dem 6ten Baschnas und zusammen machen sie die Jahreszeit des Frühlings aus/ Der Hasirnn beginnt mit dem 7ten Banne der Tamus (Thamawus) mit dem siebenten des Ebib und Ab mit dem 8ten Musri. Sie bilden die Jahreszeit des Sommers. Was die.persischen Monate betrifft, so nehmen sie ihren Anfang mit dem Neirus (das Fest des neuen- , ersten Tages), und der erste von ihnen ist der Ferwerdin (ist fälschlich Feruradein punktirt), dann folgt der Ard> behescht, darauf der Chordnds, Tw, Mordnds, Scharw, Mihra, Abnr, Adfer, Dfti, Bahman, Jsfandarmeds» Fünf Tage des Jahres begreift man nicht mit unter diesen Monaten, sondern rechnet sie besonders unter der Benennung der Ergänzungstage ^Ul). So oft jedesmal von einem^persifchen Monate 10 Tage vergangen sind, dann tritt der Anfang des römischen Monats ein. . Da der Neirus jedes Jahr einen Wochentag später fallt, so muß er, wenn ec dieses Jahr in einen Donnerstag fällt, das nächste Jahr in einen Freitag fallen und im dritten in einen Sonnabend. Wisse, daß die Tage je nach den verschiedenen Welt- Eörpecn verschieden .angeordnet worden sind. So giebt es Tage, die einen Zeitraum von 50,000 Jahren ausfüllen, andere wiederum, die einen Zeitraum von 1000 Jahren betragen, andere endlich die blos 12 Stunden lang sind. Der Tag, welcher durch den Umlauf des Mondes hervorgebracht wird, beträgt 28 Tage, der Tag, -welcher durch dm Umlauf des Merkur entsteht, 3 Monate und 6 Tage, welcher-durch den Umlauf der Venus entsteht 8 Mon. 6 Tage; durch den Umlauf der Sonne wird ein Tag von 12 Monaten bewirkt, durch den des Mars einer von 25 Monaten, durch den des Saturn von 12 Jahren und durch den des Jupiter von 30 Jahren. Von dieser Art von Tagenerhebe dich nun mitrelst. einer geistigen Anschauung zu dem Tag, wie er sich auf dem vorletzten Himmel (^y3f) und zu dem, wie er sich auf dem äußersten Himmel findet: da wird es dir klar werden, wie es mit jenem Tage gemeint sei, von dem ich dir gesagt, seine Dauer sei 50,000, und mit dem anderen, dessen Dauer 1000 Jahre beträgt l). 1) Wie düs komme, ist nicht weiter ausgeführt. Der Autor hielt es nicht für nöthig, da er von seinen Lesern erwarten konnte, Laß ihnen bei diesen Andeutungen das Uebrige aus. dem ptolem. System hieher gehörige beifallen würde. Statt daß sich bei uns die Planeten um die Sonne bewegen, so steht nach Ptolemäus die Erde unbeweglich in der Mitte, und^die Sphären bewegen sich um dieselbe. Da nun nach dem oben Gesagten der einmalige Umschwung des Pla- Noch sind einige Aufschlüsse zu geben, welche von tieferer Bedeutung und mit dem inneren Wesen dieser göttlichen Einrichtungen verbunden sind. Während nämlich Gvtt die Abwechselung zwischen Tag und Nacht anordnete, vertheilte ec in diesen beiden Zeiträumen verschiedene Wesenklassen um in denselben zu existiren, zu wirken und von den Wundern der Schöpfung Zeugen zu sein. Ihre Gesammtzahl betragt nach den 24 Stunden des Tages und der Nacht 24,000, und einer jedem Elasse ist ein besonderer Cyclus von Wirksamkeit in dem Weltall angewiesen, und jede dient der Weisheit des Schöpfers zu besonderen geheimnißvollen Zwecken. Eben das ist auch die Zahl deiner Athemzüge in den 24 Stunden des Tages und der Nacht, denen du nothwendigerweise wiederum durch 24,000 Lobsagungen für die Zeit eines Tages und einer Nacht entsprechen solltest und für deren Unterlassung du insofern bestraft wirst, als dir jedesmal eine, bei einer mit Undank hingenommenen Wohlthat, unterlassene Lobsagung angerechnet wird. Alle diese Vierundzwanzigtaustnde correspondiren theils mit den Bewegungen und Tätigkeiten des vorletzten Himmels 2), da dieser der Sammelpunkt der Beziehungen (JsLsP) der Wesenklassen ist, welche abwärts dagegen wieder mit den Athemzügen in Verbindung stehen; theils correspondiren sie mit den verschiedenen Wesenklassen, die sie unmittelbar umgeben, sie mögen nun immaterieller oder materieller Art sein. Mit Bezug nun aus eben Gesagtes umfaßt die Zeitdauer, in welcher der vorletzte Himmel alle innerhalb seiner Bahn liegenden kleineren Sphären umkreist, und neten um die Erde feinen Lag ausmacht, und dieser Umschwung nach geringerer oder größerer Entfernung des Planeten von der Erde eher oder spater bewerkstelligt wird, so müssen die Tage auf ihm entweder kleiner oder größer und die der entferntesten Sphären somit nach irdischem Zeitmaaß gemessen, die größten sein. In .welch einer Entfernung von der Erde muß sich also der letzte Himmel befinden, und wie groß die ihm zu durchlaufende Bahn sein, wmn er diese erst in 50,000 Erdenjahren vollendet! 2) Der Mikrokosmos steht mit dem Makrokosmos in der genauesten Verbindung: unsichtbare Radien laufen von den größten und fernsten Sphären aus durch alle Wesenklassen bis hernieder ins menschliche Herz, und gehen von diesem durch Sphäre zu Sphäre, wie eine gerade mathematisch gerechte Linie von Punkt zu Punkt, bis in die letzten Enden des Alls. Auf allen einzelnen Punkten, die eine solche Nadle berührt, sind die Erscheinungen dieselben, nur werden sie graduell größer und colloffaler vom Mikrokosmos aufwärts steigend, und abwärts vom Macrokosmos nach und nach quantitativ kleiner und finden sich beim Menschen in kleinster Potenz; aber qualitativ sind sie dieselben: die Thätigkeit und Ruhe der Sphäre ist die Thätigkeit und Ruhe des menschlichen Herzens. Freilich würde nach unferm Autor, der Bewegung des vorletzten Himmels im Menschen nur das Athemholen, nur die Bewegung seines Herzens und seiner Lippen durch das Gebet entsprechen.