Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 22 (29.5.1841)
- Article
- Zeitstimmen der Dreiuneinigkeit ... [Rezension]
- Date
- 1841-05-29
- Page
- Spalte 331-332 (sequence 3)
- Language
- German
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331 \ Die neueste Ausgabe des Kasan, beurtheilt von M. Sider. 332 Der Anhang nun, ein Oratorium in drei Abtheilungen, die Zerstörung des ersten Tempels, von Dr. Gustav Philippson, ist ganz nach dem Meisterstücke Bendemarms, Jeremias auf den Trümmern Jerusalems, gezeichnet. Die schrecklichen Leiden .wahrend der Belagerung, Wahn und Verzweiflung, Sünde und Versöhnung, Mrden uns durch poetische Andeutungen an-, schaulich gemacht, die Klagelieder Jeremias im Ganzen vorwalten zu lassen, dadurch erhielt die Dichtung jenes heilige Gepräge, wodurch es eine kirchliche Form erhielt. Die Schtußvecse, wo die liebende Gottheit im Chore der Engel personificirt, die Wiederaufbauung eines zweiten Tempels-verkündet, löset die schwierige Aufgabe eines Oratorientextes. Wäre der Jeremias als Hauptperson nicht so kalt und ohnmächtig hingestellt, so würde sich vorliegende Arbeit als vollkommen gelungen Herausstellen. . ' Die neueste Ausgabe -es Kusari, beurtheil von M. S i d e r. (Fortsetzung.) Das Vorwort bemerkt ferner in Hinsicht auf Bearbeitung der philos. Literatur: „Was für unsere Zeit geleistet, oder vielmehr n icht-geleistet sei, überlassen wir gerne der Beurtheilung eines Jeden, der sich mit dieser Sache naher beschäftigt, und ec wird u. s. w. mit uns übereinstimmen, daß noch Vieles , fast Alles zu thun fei." Wir haben dies bereits am Eingänge unsrer BeürtheitunK indirekt gesagt, wollen aber noch die Motivirung der Herausgeber naher ins Auge fassen: „Denn gleichwie es nicht genügt, daß der Geschichtsschreiber die res gesfcae in ihrem Ne b en- und N achein an d ec^), sondern in ihrer innern Nothwendigkeit, in ihrer Beziehung zur Gesammtthatigkeit menschlichen Geistes dem Leser vorlege z so reicht es auch nicht hm, wenn philosophisch-theolog. Wecke mit einem Ko m ment ar, in welchem nur die umfassenden Kenntnisse und der Fleiß des Kommentators 'rkannt werden, oder mit einer bloßen Uebers., begleitet von einigen dürftigen, besonders schwere Stellen beleuchtenden Noten, dem Publikum übergeben wecden."^) 4) Der Satz ist etwas zu ellyptisch. 5) Das Letztere können wir nur auf neuere Ausgaben beziehn, und unter diesen scheint hier noch vorzüglich die des More UI vorgeschwebt za haben. Wir gestehn, im Augenblicke nicht berechtigt zu sein, hier einzustimmen, oder zu widersprechen. Allein, abgesehen von dem oben Bemerkten, ist es uns vorzüglich ausgefallen, im ganzen S ch e y c r'schen Buche nicht eine einzige Parallele aus dem so Vieles darbietenden, E m u-, not wa Deot gefunden zu haben. Wie nützlich eine Vergleichung derselben gewesen wäre, mag ein Beispiel lehren: More Wir müssen aber hier den Zweck der Ausgaben wohl im Auge behalten. Wir haben in der gewiß voll- ,;j kommen bearbeiteten, klassischen Lit. recht tüchtige und brauchbare desselben Autors von bedeutend verschiedenem \ " Umfange. Es kann ja z. B. eine Ausgabe für das j untere Gymnasium, und eine für den gelehrten Philo-! - logen nicht dieselbe sein. Freilich laßt sich der Vergleichs! $ mit der hebr. Lit. nicht ganz durchführen. Die bisherigen Ausgaben der philos. (so wie andrer) hebr. Schriften hatten größtentheils eine rein praktische Tendenz. Denn, wenn es auch manchen Zeloten, selbst nach Erfindung der Buchdruckerkunst, emsiel, das Studium der jüd. Philosophen zu verhönen (die A. Z. d. I. hat noch vor 3 Jahren dies von einem annoch lebenden Rabb. berichtet); so hatte doch der große Haufe der Leser eben nur das Verstandniß und die Anwendung des einzelnen Autors vor Augen, und verlangte weiter keine Auffassung des Schriftstellers als Glied eines geschichtlich organischen Ganzen. Ja! wir glauben, daß dies für einen NI. cap. 17. S. 103. 5. Ed. Schever heißt es : TU. DUEN 1Jn^DN3 D^nnxn nsp inrom!? nio'pnn m "Dd r\ttn ronnyDri roo imjm b"? d-jin-IH \n TODNm DrWyZL Die Anm. (6) hierzu lautet „Vergl. L B.o. 71, wo M. bemerkt, daß die jüdisch-persischen Theologen mehrere Principen von den Murathaliten (!) angenommen haben." — Ahron B. Elia (der karäischeMaim.) fußt wahrscheinlich hierauf, wenn er sagt: mpmn Dni> imnnn DJDN) D’Bnmm lPümpid'? npn jm 'prv dew Dtora Di bNum nmn bra npia” ab nnm jIpni H’D, Ez. Chajim Cap. D3 S. 135 Z. 13 v. u. — Der Ausdruck 'im 'S errinnert an: pEMpiSI pUQ? [1JD inOD fen jn?)N fiT»! Gen. RabbaP. 10., wie überhaupt der Karäer Ahron sehr viele und intereffante derartige Anklänge an Talmud und Midrasch darbietet, wovon einandermal. — Was ist nun natürlicher als hier an Saadja zu denken? Und wirklich findet sich sich eine Stelle, die uns keinen Zweifel mehr darüber zuläßt. Sie. lautet: ,"1M H^nEO W DN) “ipsn mmn nptu urb mb in wn mp-nvi nih'di Ninn (Em.wa-D. Ende M. Ul f. 24, c. cd. Amst.)— Freilich kann man nicht ein ganzes Buch durchgehn, um eine Stelle zu finden, aber bei einem continuirlichen Vergleichen findet sich des Interessanten genug. — Das Buch Kusari ist eben so daselbst nur äußerst durstig benutzt. Auch hier ein Beispiel: More NI cap. 11 S. 45 ed. Sch. QG&f HO ruv-irt ron cno nWNn rm1? .im' -uw nnsn '1S1 ]’pn. Die Anm. 1) dazu („Dieß Gleichmß hat etwas Auffallendes u.- s. w.") ist vielleicht an sich unrichtig, da die Sehekraft nicht als „Wesen" betrachtet werden muß. Ist ste aber richtig, so wird das Auffallende um so mehr einer Lösung bedürfen, und wir alauben eine Erläuterung zu finden in der Stelle: O’OtMriD V’DJ bow QHP Nltt'22 by n’N'Hl 'Dl n IN in b N llNn/iapD vslö 11OP' (Kusari V. §. 10 s.27; 6. ed.jBrecher),,wozu vergl.: 'INN IW jin bx mNn ön’ nenn pn msin btc/n nr ON'^ niNin (Ez Chajim S. 190 Z. 8 v. u.). Dm Zusammenhang auseinander zusetzen würde hier zu weit führen, da wir noch andre Stellen vergleichen müßten. —