Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1841)
- Article
- Daghestan: Forts. üb. die zehn Stämme ...
- Date
- 1841-05-29
- Page
- Seite 170 (sequence 2)
- Language
- German
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170 — Assyrien, welches zwischen den Flüssen D i a b a s und Abi ab a s liegt, und wurde bekanntlich ungefähr 40 Jahr v. d. gew. Zeitr. ein judaiflrtes von den Parthern abhängiges Königreich. Die Königin Helena' (nr&DH MSl) von Adiabene wurde durch jüdische Lehrer für das Judenthum gewonnen, und wie sich aus Josephus (Alterth. II. 82) entnehmen laßt, waren die Frauen dieser Regenten schon früher häufig Jüdinnen, die den Unterricht in ihrer väterlichen Religion, fortsetzten, was bei den Harems-Einrichtungen im Orient gar nicht auffallen kann. Von der Ausbreitung des Judaismus in der Herrscherfamilie erzählt uns Joftpdus (das.): „Jzates weilte in der Festung Spasene, da fand er zufällig daselbst einen jüdischen Kaufmann mit Namen Chananja, der in dem Harem Zutritt hatte, weil er die (jüdischen) Frauen in dem jüdischen Gesetze unterrichtete. Er wurde von Jzates ersucht, mit ihm zu seinem ihn zurückberufenden Vater nach Adiabene zu gehen, nach dem er sich früher selbst im jüdischen Gesetze hat unterrichten lassen, und Chananja ging mit ihm. Gerade um dieselbe Zeit nahm die Königin Helena Unterricht bei einem andern Juden im Gesetze Gottes und sie hing dem Judenthume an; ein gewisser Elasar aus Galiläa bewog den Jzates, daß er auch sich beschneiden ließ". Aus der spätern Zeit wissen wir-wenig von der jüdischen Herrschaft in Adiabene, vermuthlich weil es vom parthischen Reiche, von dem es schon früher abhängig war, ganz verschlungen wurde; nur tauchen von Zeit zu Zeit unter den Talmudisten Gelehrte auf, die aus Adiabene stammten. So z. B. Jakob.Hadjab.a (Baba -Batra 21b), Sofa aus Adjabene (Moed Kacan 28a) u. s. m., wie schon Rosmmüller (Alterth. S. L13) zusammengestellt. Nach des Landes übergegcmgen war, nach ihrer Weise ausgenommen und wiedergegeven, ohne im Entferntsten an Wolf, Bär oder wildes Schwein zu denken, weil sie sonst das Wort nicht geschrieben haben würden. Unter Diabas wurde gar nicht einmal der große Zab verstanden, da die Griechen diesen L«- /Zo: o § (Xonoph.Anaba. Cyr. 11. 5.) nennen und ntfytzlovßc's, noch weniger haben sie ihn durch Lykos übersetzt. Unrichtig ist daher die Bdtg. Wolf (3NT), welche dem Worte IjHn aufgebürdet wurde von Wahl (Asien S. 719 ff.), dem nun Rosenmüller und R. gefolgt, vielmehr ist die außersemitische, zendische Etymologie desD i a b as undA d ia bas: Diw - Fluß und Nichtdiw -Fluß,. d. h. Teufelsfluß und Götter-Fluß. Der Nichtdiw - Fluß ist der schöne Goldfluß , den die Türken A ltu n Su nennen. Hr. R. meint (K. Ch. V. S. 210) wäre der Dual von S'H, also „die zwei Wölfe"; aber in den semitischen Sprachen kann eine solche Dualform nie existirt haben, weil sie ein Unding ist. In dem'Asher'schen Werke (1!. S. 59) wird uns gar aus dem Wolf,ein Bär aufgebunden i in dem Texte des Binjamin (i S. 17)) steht nämliche rti'Hft, welche von Armenien beherrscht wurde, ein Gebiet, welches Pe t ermann daselbst (§. 125) uachgewicsen; aus ^-?NN n:nD Hr. R. ein (?) gemacht, und dann die Baren mit den Wölfen idencificirt, um nur das ebenso falsche Adiabene herauszubringen! — Red. Adiabene sind also, wie" der Talmud meint, die zehn Stämme exilirt worden, nach diesem Haupttheil Assyriens, welcher zuweilen für das ganze assyrische Reich steht; der Chabor selbst aber ist der Chaboras, ein Gebirg zwischen Medien und Assyrien (Ptolemäus B. VI. v. 1' 6 %aßcoQag to oQog), wo auch ein Fluß gleichen Namens Entspringt, der sich in der Gegend von Mosul in den Tigris ergießt, und also in der Gegend von Chulwün liegt. (F. f.) Großbritannien. I London, 1. Mai. Nach einer so langen, vielleicht langweiligen Mittheilung, wie meine letzte, möge es mir erlaubt sein, heute einige Neuigkeiten kurz anzuzeigen, deren'erste unsre besondere Aufmerksamkeit auf^ sich zieht, weil bei. der hier bis jetzt vorherrschenden Stabilität-vorzüglich in Schul- und Cultusangelegenheiten, der nunmehr sich kundgebende bessere Geist in der einzelnen Manifestation den Maaßstaab und den Erkenntnißgrund für die zu erwartende neue Zeit abgeben muß; und die Momente, welche Epochen vorbereiten, für die Geschichte am wichtigsten sind. Als ein solches erscheint uns die Berufung des oft erwähnten Hrn. M. Rap hall als Prediger und Lehrer der zu errichtenden jüdischen Schule zu Birmingham. Derselbe hat durch zwei an den verflossenen Osterfeiertagen gehaltenen Reden in seinem neuen Wirkungskreise den Grund zu einer allgemeinen Verehrung gelegt, wie sie ihm hier in weitern Kreisen vollständig und mir Recht geworden. Möge sein dortiges Wirken allen Erwartungen entsprechen. — Neben der von Rev. De Sola und Raphall so eben bearbeiteten Bibelausgabe, erscheint jetzt noch eine andre in wöchentlichen Lieferungen. Die Uebersetzung ist von Hrn. Ben net, einem bereits verstorbenen Israeliten, vor mehreren Jahren angefertigt. Die gegenwärtigen christlichen Herausgeber sprechen in ihren prunkhaften Aufsätzen in der Times sehr viel von den Ansprüchen, welche man an eine gute Bibelübersetzung zu machen berechtigt fei. In wieweit aber sie selbst denselben entsprechen, könnte schon daraus hervorgehen, daß der Urtext auf eine Weise verstümmelt worden, wie sie noch ihres Gleichen sucht. Wir halten uns verpflichtet vor diesen Bibelverfälschern Jedermann zu warnen. Wer'aber etwa an unsrer Angabe zweifelt, der schlage das Buch auf, und überzeuge sich selber. —Vor kurzem hat sich wieder eine ziemliche Anzahl von Judenmissionären nach Palästina eingeschisft. Ga l i z i e n. Lemberg, 22. März. Zum allgemeinen Mißvergnügen und mit wahrem Widerwillen lesen wir in den Annalen des Hrn. Jost Nr. 9 v. 26. Febr. 1841 den durch seine verdienstvolle Arbeiten berühmten und