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Der Orient · 1841-05-22 · 21 (22.5.1841) · p. Spalte 315-316

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
21 (22.5.1841)
Article
Bemerkung zu einer ... Notiz des Dr. Carmoly ...
Date
1841-05-22
Page
Spalte 315-316 (sequence 3)
Language
German
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315 M. B. Friedenthal: Nachträgliche Erklärung über das Pesach und Wochenfest. 310 8) Das erwähnte Gedicht über das Buch Hiob von tvsro mr '-u 9) b2VJT\, eine philos. Abhandl. aus dem Arad. Dr. B. Beer. 'VI. Nachträgliche Erklärung über das Pesach und WochenfesL. In den Num. des Orients d. I. habe ich zwar meine Meinung über das Wochenfest bestimmt ausgesprochen, gleichwohl finde ich zur Vervollständigung derselben folgende nachträgliche Bemerkungen für nothwendrg, nämlich: 1) Ich bleibe dabei stehen, daß der Ausdruck Pcsach-Fest HDön XI sich nur auf den ersten Lag bezieht, d. i. auf den 15. Lag des Monats Nisan, an welchem Lage zugleich das gesäuerte Brod verboten wurde. Dieses Fest bildete daher die Vorfeier der geweihten Zeit der 50 Lage und nur das Wochensest war daher das Schlußfest dieser Zeitperiode. 2) Dagegen war das Mazzot-Fest (Fest der ungesäuerten Brode) m^DT! n, ein mit Einschluß -jenes Pesach-Festes von 7 und mit Ausschluß des Pesach-Festes von nur 6tägiger Dauer. Durch diese Erklärung allein lösen sich die Widersprüche (denn mit Einschluß hat das Mazzot-Fest 7 Lage; hingegen nach Abzug des Pefach-Festes nur 6 Lage) im Pentateuch Deut. 16. 8 mit Exod. .12. 15 u. 13. 6. 3) Aus diesen Prämissen folgt, daß das Pesach in Egypten keine Feier war, sondern nur eine religiöse Handlung, wodurch der goltvertrauende Israelit sich bei genauer Ausführung der vorgeschriebenen Observanzen vor der grassirende Pest der Erstgebornen nnirü HDD schützte. Auch läßt sich nicht denken, daß bei der angeordneten Eile bei dem Auszuge aus Egypten von der Gottheit irgend etwas Festliches angeordnet worden wäre. Die auszuführende eilige Reise mußte jede festliche Stimmung unterdrücken; zu dem war die festliche Bestimmung des Pesach nur für die Zukunft berechnet worden. Exod. 12. 14 ist ausdrücklich bemerkt: „Ihr sollt ihn (den Lag) feiern als ein Fest des Ewigen auf eure künftigen Geschlechter!^. Woraus zu entnehmen ist, daß die religiöse Handlung des Pesach in Egypten noch kein Fest war, wie denn auch Nmn. 33. 3 bemerkt ist: „des andern Morgens nach dem Pesach gingen aus die Söhne Israels und mit Recht sagt ein Gelehrter ,,das Pesach-Mahl in Egypten wird nicht ein Opfer genannt" weil das Pesach-Fest schon im 2. Jahr nach dem Aaszuge aus Egypten gefeiert wurde, wird cs dieserhalb Opfer genannt (Num. 9. 7. 13) und erfolgte die Feier/wie die gewöhnlichen Feiertage, vom Abend des 15.. bis zmri Abend des 16. das Nisan.*) An sie knüpfte sich der Name Pesach- *) Die Bestimmungen von Exod. 12, 11 nämlich: „So sollet ihr es essen, eure Lenden gegürtet, eure Schuhe an eu- Fest und die feste Dauer des Festes von Abend zu Abend (Lev. 23. 32). Wenn es daher im Buch Josua heißt „am Lage nach dem Pesach" so ist darunter der 16. Nisan gemeint, an welchem die Israeliten das ungesäuerte Brod und Graupe von der neuen Ernte genießen konnten, wodurch sich der Ausdruck von mHDD in Num. 33. 3 von demselben Ausdruck in Josua 5. 11 unterscheidet und die Frage von Ebn-Esra im Tosefot zu Kiduschin 275 von selbst sich löset, die Tradition aber dadurch die ihr gebührende Autorität erhalt, da die Israeliten vor dem 16. Nisan von der neuen Ernte nichts genießen dursten (Lev. 23. 14). 4) Die von mir geführte Erklärung der doppelten Beziehungen der mosaischen Feste scheint auch den doppelten Anordnungen zum Grunde zu liegen. Die Opserordnung der Feste von Lev. 23 scheint sich nur auf die ökonomischen Verhältnisse von Palästina zu beziehen, während die Opserordnung von Num. 28.29 eine mehr geschichtliche Bestimmung haben dürsten, wodurch sich der scheinbare Widerspruch b ei den Pfingst opfern (Lev. 23. 18. 19 mit Num. 28. 27) leicht in Harmonie auflöset, darum wird auch von der großen Synode zu Jerusalem festgesetzt, im Musaf-Gebete nur die Stellen, die auf geschichtlicher Basis beruhen mit zu erwähnen. 5) Zur Unterstützung meiner Behauptung, daß der 15. Nisan als das wahre Pesach-Fest zwar sehr oft in dem 7tagigen Fest der ungesäuerten Brode eingeschlossen, gleichwohl in feiner Getrenntheit Pesach-Fest genannt wurde, dienet: daß dieses auf den 15. fallende Fest bei stattsindender Verunreinigung auf den 15. des 2. Monats nämlichen Jahres verlegt werden muß, dagegen wird daß Fest der ungesäuerten Brode unbeweglich vom 15. Nisan bis zum 23. Nisan gefeiert. 6) Auch das Jahr selbst hat eine doppelte Beziehung, wie es in der Mischua (Rosch ha-Schana 2) erwähnt ist. Das historische oder chronologische Jahr beginnt mit dem Anfänge des Monats Nisan, das ökonomische mit dem Monat Lischri, weshalb die Erwähnung der Feste nach dem historischen Jahre erfolgt; dagegen heißt es Exod. 23, 16 das Fest der Einsammlung beim Ausgange des Jahres; das. 34. 22 das Fest der Einsammlung nach Umlauf des Jahres. Das hier gemeinte Jahr kann blos das ökonomische sein, das auch Deut. 11. 12 genannt wird. Durch diese Erklärung erhält unsere bisherige Auseinandersetzung viele Unterstützung. 7) Mit dem von Moses bestimmten Feste in der Wüste (Exod. 9. 10) kann also nichtdas Osterfest gemeint sein, da dieses in der Wüste im 1. Jahr nach dem Auszuge aus Egypten selbst nicht möglich ist. Auch war sa das Passah das erste Mal kein Fest, sondern eine bloße fromme von der Offenbarung angeordnete ren Füßen und euren Stock in eurer Hand; essen sollt ihr es in Eilfertigkeit; es ist das Pesach des Ewigen" fand nur statt beim Pesach in Egypten aber nicht in späteren Jahren; dagegen traten beim Pesach die nämlichen Bestimmungen ein, die bei andern Opfern stattfanden und es konnte nur im Tempel geschlachtet werden (Lerw 17, 4. Deut. 12, 26, 27. 16, 6, 7.

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