Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1841)
- Article
- Derbend: Zustand der Juden daselbst, ...
- Date
- 1841-05-22
- Page
- Seite 161 (sequence 1)
- Language
- German
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Zweiter Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für .ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abomnrtbei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr» jüdische Geschichte und Literatur . Herausgegeben von Dr. Zuli,rs F u r st. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, dasMeraturblattmitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig/ J|£ 21. Leipzig, den 22. Mai 1841. Orient. (Derbend, Zustand der Zuden daselbst, ihr Alter. Merkwürdige Nachschrift hinter einer alten Tora-Rolle. Der Karaer Firkowitsch.) — Italien (traurige Zustande der Juden daselbst. Rom. Ancona. Ferrara.) — Deutschland (Aus Oberschlesien. Travestien der DamasLusgeschichte in Ujest und Ratibor. Von der sächsischen Grenze. Mittelalterlicher Zustand der Juden in Meiningen. Leipzig, Beschwerden eines französ. Juden in der Deputirtenkammer üb. Harte der sachs. Regierung.). — Ungarn (Pest h. Düstere Zustande des religiösen Lebens. Agram, Groß-Kanischa und Keczkemet. Groß-Wardeim Moritz Bloch.) — LB. des Orients. Orient. Dei'öenö (eine von den Russen besetzte Stadt am kasplschen Meere)/ Im Jahre 1840 machte der gelehrte Karaer Abraham F ir kowit sch eine Reise nach Tscheckessien und kam auf dieser Wanderung auch nach Derben t, an der Küste des kaspischen Sees, in der Nähe der alten Albaniae pylae, deren Trümmer man noch dort sieht. In Derbend, welches jetzt eine Bevölkerung von 8000 Einwohnern ha/), fand er gegen 100 jüdische Familien» Er erzählt, daß Lei ihnen die Sage allgemein verbreitet ist, daß sie Nachkömmlinge der zehn Stamme seien, welche schon sehr früh in dieses Land eingewandert. Das in die Augen Fallende, welches man schon bei oberflächlicher. Anschauung und Unterhaltung wahrnimmt, ist: daß sie keine Haarlocken (mN£>) tragen und kein Gewand mit Schaufaden (rr>H^) haben, daß sie weder den Talmud noch sonst irgend eine spatere jüdische Schrift besitzen und in Folge dessen natürlich sehr wenig vom gesetzlichen und geschichtlichen Judenthume wissen. Ihre Sitten, ihre Kleidung und Lebensweise unterscheiden sich nicht von denen der sie umgebenden Tataren, und sie sagen selbst, daß sie von Juden und 1) S. Rittrr H. 837 ff. 859 — 89, — Früher wurde Derbend SNirkV btt 3N2, Bab el Abuad, genannt und wirb schon in dem Briefe an den König der Khazaren und in der Antwort des Khazarenkönigs erwähnt; cs liegt also in dem ehemaligen Khazarien. Vgl. Jbn-Haukal p. 157. Karäern nur eine dunkele Kunde haben. Die Tora fand Hr. Firkowitsch bei ihnen ganz wie bei uns auf Rollen in Quadratschrift geschrieben, und in einer dieser Rollen fand er folgende, fteilich noch nicht beglaubigte Nachschrift, die ich hier in einer Uebersetzung mittheile; den Text selbst aber unter» in der Note hinstelle. Oie Nachschrift lautet: „Ich Jehuda, Sohn des Mosche, des Punkticers (Ha-Nakdan), des Ostlanders, Sohn des Jehuda, des Vornehmen (TOJTi), aus dem Stamme Naftali, von der Familie Salmcn welche Familie unter den Exulanten mit Hosea, d'em Könige von Israel, und mit den Stammen Schimeon und Dan und einigen Familien anderer Stämme exilirt wurde, welcheder Feind Salmanassar aus Samarien und seinen kleinern Städten nach C h a l a ch, d. i. n^m, u. Chabor, d. i. ^nn, u. Hara, d. i. ns>nin, und nach Go tzan, d. i. R&U verwies, welches bereits das Exilland der Stämme Reuben, Gad und des halben Stammes Manasse ist, wohin Salmanassar sie exilirt und von wo sie sich über den ganzen Osten (rnflan y>x) bis nach China (cm>) sich verstreueten. Als ich in ihrem Exillande umherschweifte und in dem Lande der Krim2) herumreiste, bemerkte ich^) unterden da wohnenden 2) ist eine seltene Benennung der Krim, da sie sonst nur D'H'Jp runm (Orach Zaddikim v. Simcha ben Mosche) oder A-celblatt des zu Kaie 1805 erschienenen Gebetbuches vorkommt. Auch im Arabischen wird der Name nur mit p geschrieben. 3) Diesen Satz finde ich im Hebräischen so dunkel Esge- 21