Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 20 (15.5.1841)
- Article
- Zur Geschichte der christlichen Kirche in Arabien ... [Rezension]
- Date
- 1841-05-15
- Page
- Spalte 297-298 (sequence 2)
- Language
- German
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297 Chroniken des peLräischen Arabiens. Beitrag zur Kenntniß des, Fudenthums in Peträa. 298 Häresie der Elcesaiten noch zur Zeit des Constantius (350 — 361) bestanden habe und daß von ihnen zwei Schwestern aus dem Geschlechts Elxai's, Marth us und Marthana, als Prophetinnen verehrt wurden, von denen die letztere noch lebe. Die Worte des Johannes Damascenus (gegen 750): ov (rov 'ipsvöovQo- (piqvov) eti Kai Sevqo §k trjg övyysvsiag v7vtf(>%£v MccQd’ovg zai ywainsg TtQOGKvvovuenca cSg &£cdr sind nur nachgeschrieben und ohne chronologische Bedeutung. ^) 13) Mit den Elcesaiten verschmolzen, nach den etwas confufeu Berichten des Epiphairius, die häretischen Parteien der Ebioniten, der Offener und der Sampsäer. Die Ossener schlossen sich den Sampsäern an; beide, jenseit des tobten Meeres wohnend, verbanden sich, nachdem sie ihre Selbstständigkeit verloren, mit den Ebioniten, und unter dieser Mischpartei trat der Pseudoprophet Elxa'i auf. Der Name Offener, welchen Epiphanius im Verlauf der Geschichte dem alteren der Essäer substituirt, bezeichnet die Starken QVJJI), so wie dieser die Frommen (p^pon) 5 der Name Za^aloL (womit Epiph. nur spottend den Eidechsennamen riUanri vergleicht) die Sonnensöhne ('XÜ/teW) d. t. die in die Mysterien Eingeweihten. Dies ist wenigstens die wahrscheinlichste Vermuthung, welche Credner und mit ihm Großmann (De Ascetis judaeorum reterum ex Philone Epistola 1833) etwas kühn dahin ausdehnen, daß die Namen Offener, Sampsäer und Eloesaer die drei inneren Grade des Essaer-Ordens bezeichnen. Ueber den Namen Elxais in dessen Schreibung die Allen wunderlich dkfferiren (s. Varianten bei Ooteler. Monum, 1. p. 775), hat man sich in Vermuthungen erschöpft, die theils der Sitte jüdischer Namengebung, theils den Lautgesetzen der griechischen Umschreibung hebräischer Namen offenbar widerstreiten. Wenig beachtet ist die Vermuthung Nhenferd's (De tictis Judaeorum haeresibus p. 98), der die Persönlichkeit Elxais bezweifelt und den Namen als bloßen Sectennamen durch oder (die Verläugnenden) erklärt, aber das Elftere ist unambisch, das andere unhebräisch. Zudem verbietet die Deutung, welche nach Epiph. (Haeres XIX, 2) die Sekte selbst dem Namen unterlegte, das EX (IIX) im Anfänge als arabische Artikelform zu fassen; die Anhänger Elxais geben vor, sein Name bedeute vim absfcrusain und der Iudenchrist Epiph. fügt hinzu: „weil Hl eine Kraft, verborgen bedeutet." Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß diese Deutung nur ein Midrasch des Namens ist, wie sich deren unzählige in den altjüdischen Schriften finden; man hatte gar nicht den Zweck, das grammatische Etymon nachzuweisen, sondern nur irgend einen angenommenen Satz (wie hier die hohe Persönlichkeit Elxais) mnemom'sch anzulehnen oder auch scheinbar zu begründen. Wir haben also zuerst nach der eigentlichen hebräischen Form des Namens zu fragen, und dann die Möglichkeit des unterzulegenden Doppelsinnes nachzuweisen; denn die Umschreibung HDp (Guerike K. G. 1. S.143), die keinen andern Sinn grevt, als; eine Stärke, welche bedeckt hat (?), ist jedenfalls verunglückt. Die Häresie der Elcesaiten gestaltete sich jenseit des Jordans; dort lag in Galiläa (Hier, ad Kalium 1, 1.), elg BrjyaßuQ in (pv?,rjg ZJvpscov (Epiph. de Vitis Proph. 18.), ein kleiner Flecken Elcesi (Ehis6£i), den Juden noch zu Hieronymus Zeit wohlbekannt, dem sein Begleiter noch die Trümmer alter Gebäude daselbst zeigte. Hier war wahrscheinlich der Prophet Na hum gebo- 413 — 460. Simeon Stylites der Syrer auf einer Säule bei Antiochien. Das Seltsame dieser Ascese lockte auch Araber in großen Schaaren herbei, er predigt ihnen von der Säule herab das Evangelium und sie entsagenden „ Veneris orgia (hic enim daemon patria iis Dea erat).a Simeon Metaphrastes, Vita Simeonis Stylitae cap. IV. §. 20. (Acta Holland, ad 5. Jan. p. 277), NcuxiMxvTjg, Phylarch der zeltenden Saracenen, der mit eigner Hand seinen Dämonen Menschen geschlachtet hatte, laßt sich taufen, zerschmelzt eine Statue der Aphrodite von gediegenem Golde, vectheilt es unter die Armen, und führt seine Scamrngenossen zu Gott (Evagrins VI, 22)14). 473. Petrus (II), Bisch, der Arabes Scenitae in Peträ a ^5), wird von Amorcesa dem Perser an ren, und zugleich auch der Pscudoprophet Elxa'i (’Elv.sc- Gcäog, ’EXnsGc£lg)i der Beiname welchen Nahum führt, und den die griech. Uebersetzung durch ’Elnsccäog wiedergiebt, ist mit dem Elxui's identisch, was, so der Raum e§ gestattete, sowohl phonetisch als geschichtlich näher begründet werden könnte. Die griechischen Varianten gehen alle auf und die spätere aramäische Form oder zurück; Las II (mit dem der Nanie geschrieben wird) verbietet uns, ay ein hebräisches zu Lenken, sowie hinwiederum das r% und % (’El%ctGaZog bei Methodius) auf das emphatische Qof hinleitet. An diesen Abkunstsnawen nun knüpften die Anhänger Elxais ihre symbolische Auslegung, und sie konnten dies um so eher, da vielleicht dem Sprachbewußtsein das Wie der ursprünglichen Zusammensetzung noch nicht entschwunden war (nach dem masoretischen Commentar Minchat Schaj findet sich auch die Schreibung in zwei Wörtern ^p“biS‘n). Sie übersetzten (Kraft der Schwere, d. i. fchwerbegreifliche, geheime Kraft), oder, was bei den Galiläern, (die nach Gemara Erubin das gutturale jp wie 7 auszusprechen pflegten, nicht befremden kann, W (bedeckte, verborgene Kraft). — Ein Bruder Elxais hieß Jerus (Seidel, von der Sekte der Elcesaiten S. 16). Die Namen der beiden Prophetinnen sind aramaisch, wie die Namen Martha und Jmrata (Zunz, Namen der Juden S. 25). 14) Der Venus-Cultus war, wie in der Einleitung nachgcwiesm worden ist, auch im peträischen Arabien herrschend und ist nur ein Zweig des zabischen Stern - und Bilderdienstes, dem auch die Nabatäer (in Syrien) ergeben waren. S. über die Religion der Zabier, ihre barocken Fabeln (namentlich die Laminuz - Sage) und das von Jbn - Wachschia übersetzte zabische Werk rPÜO^n ,rTOJ?n (die nabatäische Agricultur): Maimuni im More 111, 29.30. Juda ha - Levi im Kusaril,6l. 15) Unter den zeltenden Arabern werden die nornadisirenden Stämme verstanden, welche ohne feste städtische Wohnsitze, das Land durchzogen, im Gegensatz zu der Bevölkerung der Städte (Petra, Pharan u. a.), die aus NabaLaern/ welche das unstete Hirtenleben mit Industrie und Handel vertauscht hatten, und aus nicht wenigen in ihrer Mitte niedergelassenen Ausländern bestand. Jndeß war im 5. Jahrh. an keine selbstständige Nationalität und Herrschaft der Nabatäer mehr zu denken; wir haben überhaupt über die Nabatäer Peträa's als solche nicht eine einzige kirchliche Notiz. Es ist möglich, daß sie unter den Arahes Scenitae mit inbegriffen sind; ihr Name war damals in den allgemeinen der Sara-