Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 19 (8.5.1841)
- Article
- Zur Geschichte der christlichen Kirche in Arabien ... [Rezension]
- Date
- 1841-05-08
- Page
- Spalte 273-274 (sequence 1)
- Language
- German
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Meratrrrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur M 19. Leipzig, den 8. Mai 1841. Lit. Übersichten. Zur Geschichte der Kirche in Arabien von Dr. Delitzsch. Kirchliches Chroniken des petr. Arabiens. Beitrag zur Geschichte der Juden in Arabien. Geographisches. Religion der Nabataer. — Der Prophet Habakuk u. seine neuesten Bearbeiter, v. M. A. Levy. — Literaturgesch. Miscellen. Das karaische Werk Eschkol Ha-Kofer. Aschariten u. Muataziliten. — Bemerkungen. Anti-Kritik, P leß u er betreffend. Zuruf an Hrn. Oberrabb. Sal. Tiktin. Bitte v. Sam. M eklen bürg. Lit. Ankündigungen. Literarische Übersichten. 16) Zur Geschichte der christlichen Kirche i» Arabien. Von Franz Delitzsch. 1. Kirchliches Chroniken des pctraischen Arabiens. (Abgedruckt in der Zeitschrift für die gesammte Lutherische Theologie und Kirche. Iohrg. 1840. Heft 4. S. 132—146. Jahrg.1841. Heft 1 S. 36—64.) Eine Beurtheilung und kritische Besprechung dieser ausgezeichneten, gediegenen, im Dienste des Christenthums und mit den 5?ilfsmitteln der Kirche verabfaßten Abhandlung, gehört nicht in Bereich dieser Blatter, weiche im strengsten Sinne des Wortes nur im Dienste einer Wissenschaft des Judenthums erscheinen; wenn wir aber dennoch ein Referat über dieselbe geben, so geschieht es natürlich nur um alles das, was daraus für jüdische Wissenschaft zu erbeuten ist, zufammenzustellen und gleichsam als abgerissene Notizen für einen zukünftigen Bau hinzustellen. Arabien ist für jüdische Geschichte eben so bedeutsam und wichtig, ja noch wichtiger, als für das Christenthum; in diesem Wnnderlande erstand einst aus dem Schooße des Judenthums Ritterlichkeit und Poesie, und selbst der Islam hat mehr aus dem Jndcnthume als aus den Evangelien entlehnt. Jede Dorbereitung zur Kenntniß des Judenthums in diesem Lande ist uns daher willkommen und gern folgen wir den Arbeiten des Dr. Delitzsch, dasjenige ausziehend und besprechend, was Interesse für jüdische Wissenschaft und für jüdische Geschichte hat. Dierste Abhandlung, die einzige bis jetzt gedruckte, gibt ein kirchliches Chwnikon des peträischen Arabiens, eingeleitet mit einer Dar-, stellung über die Geographie dieses Landestheilcs, über die na bata ische Bevölkerung, über Religion der xetraischen Araber und so Mehreres, welche Darstellungen auch für unfern Gegenstand von Interesse sein dürsten. Die Geographie des peträischen Arabiens J) beschreibt Dr. D. mit folgenden Worten: „Zwischen den beiden Buchten des rokhen Meeres, ostwärts von Egypten und dem Mittelmeer, westwärts an das wüste Arabien gelehnt und nordwärts bis an Judäa und einen Theil Syriens in unbestimmter Begrenzung hinaufreichend, liegt das Land der alttestamentlichen Gesetzgebung, das petraische Arabien. Im südlichen Theile, vom heroopolitanischm und elanitischen Meerbusen eingeschlossen, erhebt sich das fclsichte Hochland der smaitischen Halbinsel mit seinen schroff gegen das Meer hin abstürzenden Bergen/ unter denen Sinai und Horeb als Höhepunkte emporragen. Bis in diesen südlichsten Theil breiteten sich ehedem die Midjaniten aus. Weiter nördlich zieht sich, bis gegen das mittelländische Meer und südliche Palästina, die in Osten an die altedomitischen Bergzüge grenzende Wüste hin, durch welche Gott auf einem vierzigjährigen Wanderzuge sein Volk in das Land der Verheißung führte. Hier lag, an dem Fuße eines gleichnamigen Berges sich ausbreitcnd, die Wüste Pharan, wohin die Israeliten aus der Wüste Sinai zogen, drei Tagereisen nordöstlich von Elana oder Aila, der Stadt am östlichen (ekanitischen) Busen des rothen Meeres, deren Trümmer noch jetzt in der Nahe des mit Palmenwaldern umgebenen Castells Akabat-Aila zu sehen sind. Im Nordosteii des 1) lieber die Geographie des Landes findet man die Berichte der Alten gesammelt bei Reland (größtentheils ans ihm bei Le Quien), resnttatisch bei Bruns und Männert. Biele Dunkelheiten sind aber seitdem aufgehellt durch die Forschungen neuerer Reisenden (Burkhardt, Rüppel La-Borde, Robinson und Smith). 19