Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1841)
- Article
- Daghestan: über die Stadt Chulwan in Medien
- Date
- 1841-05-08
- Page
- Seite 146 (sequence 2)
- Language
- German
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— 146 — Name eines Flußes sein, aber ich finde keinen Fluß dieses Namens; ich lese daher lieber jpn (p^n), d. h. Chulw an^), welches der Name einer Stadc und Gegend in Assyrien, und aüch den Arabern im Mittelalter sehr bekannt war. Von Chulwan konnte daher Rabbi Jochanen (das. 72") mit Recht sagen, daß es wie und (Adiabene und Nisibis) bald dem persischen Reiche einverleibt, bald aber auch ausgeschlossen wurde; denn so wie Persien Adiabene und Nisibis gegen die Römer oft verloren, eben so war es genöthigt, Chulwan oft den räuberischen Bergbewohnern zu überlassen.") In Bezug auf die Geschichte dieser Stadt im Mittelalter wird in'Iuchasin (124") berichtet: „Der Exilfürst hatte eine Stadt mit Namen Chulwan, welche von Bagdad $22) fünf Tagereisen entfernt war, und von wo er 150 Goldstücke zu seinem jährlichen Bedarf bezog." Da der ganze Gehalt des Exilfürsten nur 7O0 Goldstücke jährlich betrug, so läßt sich schon aus dem reichen Beitrag der Chulwanec schließen, daß die jüdische Gemeinde daselbst sehr groß gewesen sein muß, vielleicht neben Bagdad die bedeutendste, da sie auch Khalifenresidenz war. — Im Talmud wird Chulwan gewöhnlich mit d. t. Nahawend zusammengestellt) diese Stadt liegt aber nach Herbelot an der Grenze zwischen dem babylonischen Irak und Persien, also auch in der Nähe Chulwäns. (F. f.) Großbritannien. I. London, 12. April. Ich habe es in 4) Bei den Syrern (Assemani in seiner orientalischen Bibliothek UL P. 2 p. 418 ff.) heißt sie J^n Chulon und wechselt ab mit r6n Chalach„ bei den Arabern aber heißt sie JNlbn Chul,vä n. Nach den arabischen Geographen war sie die nordöstlichste Stadt des babylonischen Iraks gegen Persien, am Fasse der Gebirge, welche jetzt das osmanische und persische Gebiet trennen, mithin der südlichste Ort Assyriens (Rosenmüller, Alterthumsk. U. 98). A bulfeda gibt an, daß Chnlwün von Bagdad fünf Lagereisen entfernt gewesen sei (Büsching's Mag. IV. S. 262, Rosenmüller das. S. 120 Anm. 51). Affamani (das. p. 418. 419. 753) erzählt, daß sie ehemals Sommerresioenz der Khalifen war, und d'Anville bezeichnet sie genauer, indem er ihre Lage L. 63 — 64, Br. 34 —35 angiebt. Da Chulwan auch gewiß der ganzen Umgegend den Namen gegeben, so kann Reiske in seinen Noten zu Abulfeda Recht haben, daß es mit Chala des Isidorus ibenrisch sein mag, von welchem Chalonitis den Namen hat. Die Angabe der Entfernung von Bagdad bei Abu'.feda stimmt ganz überein mit der Angabe des Rabbi Natan, des Babyloniens, abgedruckt in Iuchasin 1243. Red 5) Die Stelle selbst lautet: NW p iHD'£D yyby nbm jnybö ü'vyw rnnn (jn!?n) p^n it pn? 'n -ion b'DyEfy Im Ialkut zu derselben Stelle in Daniel (c. 7, v. 5) stebt anstatt des ebenfalls unrichtigen p&n gar im En Jakob zu Iedamot e. 1 am Ende nN'lbrty am Richtigsten stehr aber dieser Name Juch. 128 a JNlbn, nach dem Arabischen, geschrieben. Red. meinem Letzten l 2 3) versucht, Ihnen eine mehr in Pcincipien eingehende Darstellung des missionärisch en Treibens bei uns zu geben. Heute finde ich mich wieder veranlaßt, einige Data und Fakta, nachzutragen. Herr T. J. C.^) (dessen eigentliche Namensinitialen C. I. C. ist), ein reicher sonst gutmüthiger Ignorant, unter dessen Protektorat die beiden diffamatorischen Aufsätze in den Times vom Oktob. u. Nov. abgefaßt worden. Da aber diese aus den berichteten Umständen gänzlich ihr Ziel verfehlten, so schlug dieser Crypto-Missionär den entgegengesetzten Weg ein, und lud die renommirtesten Juden zu seinen Soireen ein. So viel uns bekannt ist, hat sich noch kein einziger Jude an diese Einladung gekehrt, vielweniger bekehrt. — Einen Beleg für meine, so oft ausgesprochene Ansicht über die angebliche Toleranz,-in Bezug auf die beliebte Idee der Kestoration of the Jews geben Ihnen die Times vom 11. u. 12. März. Sie werden gewiß die merkwürdigen Reden des Sir Robert Jnglis, Mitgliedes für die Universitär Oxford^), und des erleuchteten Lord Rüssel, bei den Debatten des Unterhauses über Mr. L. Hodges's Jews - Declaration - bilL Ihren deutschen Lesren nicht vorenthalten haben. Sir Roberc's Motive gleichen den Ideen des Memorials of Gods ancient People von Jnes, wie ein Ei dem andern, und sind wohl zusammen ausgehekt. „So lange die Juden nicht Christen werden — und dieses Ereigmß wird unausbleiblich (!) eintreten — bilden sie ein abgeschiedenes Volk u. s» w." Als Autorität werden die Schriften eines Rabbi Tshrew (vielleicht eine Entstellung von true) angeführt, die vielleicht Ihren deutschen Bibliographen bekannter sein mögen als Referenten. Ich bin sehr neugierig, was Sir Robert, der der Schrift und wie bemerkt, auch jüdischen Autoren so viel Vertrauen beweist, sagen wird, wenn ihm in einer so eben erscheinenden Flugschrift klar bewiesen werden wird, daß, nach der heiligen Schrift, Juden fähig sind, Aemter in christlichen Staaten zu verwalten? . Wundern Sie sich nicht, wenn derselbe Sic Robert, der am 10. sich vergeblich abmüht, die englischen Juden 1) S. Orient No. 12. S. 9!. 2) S. Orient No.3. S. 20. Die Namruschiffreist daselbst erst S. 20. Z. 11. v. u. richtig. Dah.Anm. 6) „zum letzenmale" soll heißen „die Letztgenannte" nämlich Entgegnung vom 5. Nov. — S. 18» Anm. 2 ist der Preis von „The hebreu Review ete/f u n richtig. Nachträglich bemerke ich, daß diese Zeitschrift in der a. z. d. I. 1837 No. 103 — 4, wenn ich nicht irre, vom Redacteur des Orients, sehr günstig beurtheilt ist. 3) Pfaffenthmn und Obskuranz haben daselbst bekanntlich ihren Sitz, wo die Wissenschaft ihre Lichtstrahlen entsenden sollte. Der Protestantismus ist in Oxford in Puseysmus ausgeartet, der die Kirche zur Lyrannin des Staats machen möchte — Gott sei cs gedankt, daß nicht alle englischen Städte Universitäten sind.