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Der Orient · 1841-05-01 · 18 (1.5.1841) · p. Spalte 263-264

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
18 (1.5.1841)
Article
Damascia. Die Judenverfolgung zu Damaskus ... [Rezension]
Date
1841-05-01
Page
Spalte 263-264 (sequence 3)
Language
German
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263 Damascia v. Löwenstem. Dr.. Herxheimerr Glaubens- und Pflichtenlehre. 264 beschuldigung, aber wunderlicher Weise in einem, an eine Dame gerichteten Briefe» Wiewohl nun die einzelnen Momente dev Rechtfertigung recht beherzenswerth sind, so fanden wir es doch überaus komisch, daß Verfasser seiner Freundin eine so genaue Kenntmß des Talmud., der Kirchenvater und Ketzergeschichten zumuthet, und sie daher mit Citatm aus diesen, wie aus den Büchern Jalkut, Safta und Tur Jore dea überhäuft. Wir haben Ursache zu glauben, daß selbst Damen, die auf die Emancipation ihres Geschlechts dringen, sich keinesweges zum Studium oberwähnter Bücher hergeben werden. — Das neunte Kapitel, mit der Überschrift „Die Mutfrage und das Christenthum" beschließt endlich das Buch, und liefert in der That des Interessanten viel. Es zeigt durch viele historische Data nach, wie in altem Zeiten auch die Christen des Gebrauches von Menschenblut beschuldiget worden sind, und wie auch mehre Anknüpfungspunkte zu dieser Beschuldigung in den Büchern des neuen Testaments sowohl, als in der Dogmatik des Christenthums nahe liegen. Dabei laßt Verfasser wiederum das Judenthum nicht.ganz außer Acht, sondern in stetem Rückblick auf dasselbe, sucht er geschickt beide Religionen gegen jene schmähliche Beschuldigung zu vertheidigen und in Schutz zu nehmen. Auch ist der Ton dieses Kapitels ruhig, würdevoll und der fraglichem Sache angemessen, so daß nicht zu verkennen ist, wenn Verfasser nicht im Laufe der Ereignisse sein Buch geschrieben, wir auch überhoben wären, die erwähnten Mängel zu rügen. Möge jedoch unser ohne Scheu aber der Wahrheit gemäß niedergeschriebenes Referat dazu dienen, daß der Verf. den versprochenen Nachtrag, oder zweiten Theil des , Werkes, mit mehr Ruhe, Umsicht und Ordnung bearbeite. Die typographische Ausstattung des Werkes ist sehr schön und der Druck korrekt, nur hat Verfasser manche orthographische Eigenheiten; er schreibt z. B. Merz statt Marz u. bergt. H. Jolowicz. 15) Israelitische Glaubens- und Pflichtenlehre für Schule und Haus. Von Dr. S. Herxheim er, herzogl. Landes- Rabbiner zu Bernburg. Dritte Ausl. Bernburg 1640. Verlag von Groning. Ueber ein Werk, das in zehn Jahren drei starke Aussagen erlebt hat, dürften wir schon deshalb kurz sein, weil es keiner Empfehlung mehr auf seinen Lebensweg bedarf, sondern vielmehr aller Wege mit Liebe und Vertrauen ausgenommen und bewillkommt wird. Wir können aber mit Fug und Recht kurz über das Buch fein, da sich auf dasselbe das alte Wort anwenden laßt : Je besser und unbescholtener der Gegenstand, desto weniger Erwähnung seiner. — Das Buch ist eben so originell und von dem gewöhnlichen Schematismus derartigen Bücher abweichend, als gelungen und erschöpfend; wir können sagen, bei Durchlesung desselben hohen Genuß gehabt zu haben. Sehen wir zuvörderst, wie der Herr Vers, seinen gewaltigen Stoff angeordnet und zusammengestellt hat, richten wir denn unsre Aufmerksamkeit auf die Tendenz, den Brennpunkt, unter welchen er das Ganze sammelt, und verweilen dann letztlich noch einige Augenblicke bei der Form, dem Ausdrucke, unter welcher er das Ganze ausgeprägt hat. Die Anordnung des Stoffs ist wirklich geistreich und lebendig, nicht blos^lebendig, sondern auch Leben gebend. Sie fußt nicht in der kalten Abstraktion des Verstandes, sondern, wir möchten sagen, in der geistigen That, in den Erfahrungen, die der Geist inmitten seiner Erlebnisse, in einer moralischen Weltordnung sammelt. Voran steht eine treffende Einleitung, die aus das unabweisbare Dasein eines höchsten Wesens und Urquells alles Lebens hinweisend, dadurch zugleich die zwingende Nochwendigkeit des Glaubens an ihn, oder des moralischen Verhältnisses zu ihm darthut, und dieses Vechältniß in den heiligen Schriften für ausgesprochen oder von Gott selbst für geoffenbart erklärt, also das enthält, was wir für wahr annehmen (Glaubenslehre) und was wir thun sollen (Sittenlehre). Die Glaubenslehre theilt der Herr Verfasser in drei Theile: 1) in die Lehre über Gott; 2) über das ewige Leben; 3) über die göttliche Offenbarung. Die Sittenlehre zerfallt wieder in drei Theile, in die Pflichten 1) gegen Gott, 2) gegen sich selbst, 3) gegen seine Nebenmenschen. Schon aus dieser Eintheilung laßt sich der eigne Gang emsehen, den der Hr. V. eingeschlagen hat. Wahrend andere hier nicht selten durch einen bis ins Unendliche gespalteten Schematismus erdrücken oder verwirren, scheiden, sondern, hin- und herwerfen, dadurch sich wiederholen, andere ermüden, und bei jedem neuen Capitel den früher abgebrochenen Faden wieder anknüpfen müssen, öfters darum auch die Mittel zum Zwecke erheben, bringt Dr. H. das ganze System unter jene erhabenen drei Gesichtspunkte und leitec so klar und bündig das eine aus dem andern her, daß dem, welcher sich an die hier gewöhnlich waltende Begriffsverwirrung gewöhnt hat, erst die Augen aufgehen, wenn er das hier geordnete Ganze überschaut. In der Lehre von Gott wird a) von seinem Wesen, b) feinen Eigenschaften, e) feinen Wicken und Werken gesprochen und dies alles mit der gehörigen Hinweisung auf die daraus hervorgehenden Folgen auf die Menschenwelt. Wie yon selbst knüpft sich daran der zweite Hauptabschnitt von dem ewigen Leben, dessen Nothwendigkeit zuerst uachgewiesen, dessen herrliches Resultat für unser irdisches Dasein alsdann dargethan wird. Als Anfang ist in zwei kurzen htz. von der Auferstehung der Todten die Rede. Man sieht es diesen §§. an, daß sie des Verft geistiges Eigenthum nicht sind, sondern nur für die dastehen, die mit aller Gewalt der heiligen Schrift diese Lehre aufreden und sich ohne sie,nicht beruhigen können, zum Beweise dieser

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