Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 17 (24.4.1841)
- Article
- Literarische Rundschau,
- Date
- 1841-04-24
- Page
- Spalte 241-242 (sequence 1)
- Language
- German
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Meraturblalt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur JVs IV» Leipzig, den 24 April 1841« Lit. Rundschau, einteltend in Skizzen zur Geschichte der hebr. Poesie v. Sider. Uebersicht u. Beurtheklung der Leistungen auf diesem Gebiete. Schluß der Einleitung zu den Skizzen. Juden als arabische Dichter, mitgetherU von F. Lebrecht. Ibrahim Jbn Saht. Ibrahim Jbn-Alfachahr al-Jahudi. Ben Ha-Jozar. — Der Prophet Habakuk u. seine neuesten Bearbeiter, v. M- A. Levy. Hitzig; Hesselberg; Ewald und Deutsch. — Lit. Ankündigungen. Literarische Rundschau, einleitend in Skizzen zur Geschichte der hebräischen Poesie, von M. Sider. (Schluß.) Die Formenlehre, namentlich die mittelalterliche, der arabischen parallele (S. V) war Hauptaufgabe, der Vorentwurf unvermerkt unter den Händen zu einem ersten Theil geworden (S. XII)', dessen Anspruchlosigkeit unter verschiedenen Bildern wiederholt ausgesprochen wird (§. 2, S. 17)22). Detitzs ch geht in seiner Darstellung stets tiefer ein und unterscheidet sich von den Bienen, welche von einer Blume zur andern fliegen, nicht um Honig daraus zu saugen — sondern um die an den Pfählen angeschciebenen Nomenklaturen neugierig zu lesen 30). Aber die Auffassung der jüdischen Poesie in ihrem Zusammenhänge mit der Entwickelung des Judenthums ist eine durchaus christliche (und hierin ist die Originalität des Schülers des Dr. Fürst's zu suchen), und dies ist, so weit uns bekannt, bis jetzt noch nicht genug hervorgehoben, ja vom Vers, selbst, wie es scheint, verkannt. Es werden zwar die ästhetischen Schönheiten hebräischer Poesie in ihrer eigenen prunkvollen Sprache geschildert; aber nichts natürlicher, als daß der Darsteller, von seinem poetischen Gegenstände hingerissen, 29) Delitz sch's Ansicht über den Zustand der jüdischen Wissenschaft, und die Wichtigkeit und Würdigkeit derselben, spricht sich auch in den, in unfern frühern Anm. allegirten Stellen, deutlich aus. 30) Dukes Ehrens S. V. selber poetisch werde, und vielleicht „des Honigs mehr als zu viel genieße" (Spc. 25, 17), Ist doch bekanntlich der trockene abstrakte Kant, in der Darstellung des Moralprincips, höchst poetisch worden! Ist doch auch Delitzschs Ausdruck, wo er der Verdammung wirklicher oder vermeintlicher Unfrömmigkeit gilt, nicht gemäßigter und milder! 31) Aber unser Vers, glaubt sein christliches Gewissen verletzt zu haben, und fühlte sich zu einer besondecn Selbstanklage verpflichtet, die den Titel Wissenschaft, Kunst und Judenthum, Schilderungen und Kritiken3?), Grimma 1838, 8. führt, und noch manche wissenschaftlich interessante Notizen enthalt, Vers, und Leser mögen uns erlauben, über dieses Werk schnell hinwegzugchen. Das nachbiblische Judenthum und seine Poesie wird hier so religiös tief, als früher ästhetisch hochgestellt, und darum möchten wir dieser fleißigen Biene auf dem Felde jüdischer Wissenschaft mit den Rabbinen zmufen: l&wm ab Möchte sich doch unser geehrter Freund, dessen Aufrichtigkeit wir allerdings zu würdigen verstehen, nur entschließen können, auch die jüdische Poesie mehr objektiv zu nehmen, wie er es in letzter Zeit mit der jüdischen Philosophie begonnen, und das jüdische Publikum wird mit Freuden die interessanten Arbeiten begrüßen, die uns (z. G. d. j. P. S, XIII.) versprochen worden sind, und für die seit diesen fünf Jahren manch günstiger, innerer und äußerer Umstand eingetreten. 31) Unser hier gegebenes Gesammturthcil wird durch den Inhalt der folgenden Skizzen im Einzelnen begründet werden. 32) Unter letzterem Titel in Hambergers Noten zum de Rossi, und auch von uns, der Kürze halber, citirt. 17