Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 16 (17.4.1841)
- Article
- Der Prophet Habakuk und seine neuesten Bearbeiter
- Date
- 1841-04-17
- Page
- Spalte 239-240 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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233 234 Der Prophet Habakuk und seine neuesten Bearbeiter.. Lit. Ankündigungen. drohenden Gegenwart zusammen, und suchte die Lösung zu finden. Das war die Hauptaufgabe der Propheten damaliger Zeit; sie konnten das mangelhafte natürlich nicht in das Göttliche übertragen, ihr Bestreben ging dahm, das Maaß der Straft in das richtige Verhaltmß zur Schuld zu bringen, in dem sie einerseits den noch immer untheokratischen Zustand mit dem Begriff der Theokratie aufzekgten, anderseits die Lösung in die Zukunft setzten und von ihr die Versöhnung des Widerspruchs hofften. Diese unterhielt der feste Glaube, daß Gott sein Volk nie untergehen lassen werde, und so wie die früheren Propheten, bei trüber Aussicht, immer die höhere Bestimmung vor Augen hatten, wonach Israel der Träger des religiös sittlichen Zweckes sein sollte,6) so tritt dieses Bewußtsein bei den spätem Propheten noch schärfer, tiefer und eigenthümlicher hervor, gerade weil die zunehmende Noth die Kluft von Verheißung und Erfüllung noch weiter dehnte. Die Allmacht des Herrn mußte jetzt vor Allem hervorgehoben werden, die erwachte Reflexion äußert sich deßhglb besonders irr der Bestreitung der Macht der 6) So vergl. man besonders den 'n IDy. Götzen durch Gründe, die treffend und frappant, oft mit Ironie gepaart für das Bewußtsein des Volks am meisten wirksam sein mußten. Diese und noch ähnliche Züge geben ungefähr ein Bild der Propheten in der chaldäischen Periode, und aus diesem Collectiv - Gemälde können wir auch leicht unfern Propheten hieraus erkennen. Wir halten es daher für überflüssig, die Reflexe seiner Zeit bei ihm nachzuweisen, da die mächtigen Strahlen seiner Dichtung selbst dem kurzsichtigen Blicke das gehörige Licht verleihen. — Nur soviel noch über seine Darstellung und Sprache: Originalität, Kühnheit und Schwung der Gedanken, Glut und Fülle der Einbildungskraft wetteifern mit lebendiger bilderreichen Darstellung") und diese wird durch eine schöne, reine und kräftige Sprache gehoben; seine Weissagung können wir sagen ist das Schwancnlied der echt hebräischen Weissagung, denn kerne der spatern Zeit ihn irgendwie erreicht, ja in der religiösen Lyrik (wozu cap. Ili. zu rechnen ist) sieht er wohl einzig da. 7) Iusti in der Einleitung zu seinem Commentar über den Habakuk. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. (44.) Bei Hei iu tch F r a n ke ist ausgcgeben worden: *1 p 2 H VDD, Das Buch Kusurr des Jeltiic&a ha-ücvl nach dem hebräischen Text des JeliMa H>n - ¥i!>l>oii herausgegeben, übersetzt und mit fortlaufendem deutschen Kommentar, so wie mit Mer allgemeinen Einleitung versehen von Heiwaun Jolowiez UNd David Cassel. In gr. 8. Erstes Heft. Preis 14 Gr. Dieses Buch, welches hier zum ersten Male mit einer deutschen Uebersetzuug, so wie mit einem deutschen Kommentare erscheint, ist zu ollen Zeiten als eine Hauptquelle für Kenntniß des Iudenthums betrachtet worden, und verdient deshalb vorzüglich dem theologischen, philosophischen und historischen Publikum, so wie jedem Gebildeten empfohlen zu werden. Der hebräische Text ist nach den ältesten Ausgaben korrekt wiedergegebm, und jeder wichtige Punkt desselben nicht nur sprachlich, sondern auch philosophisch erklärt worden. Dem ganzen Buche wird eine ausführliche kritisch - historische Einleitung, so wie die nöthigen Tabellen beigcgcben. Die folgenden Lieferungen erscheinen in kurzen Zwischenräumen. [45.] Bei Heinrich Franke ist erschienen: Zest stirninen der Drei Uneinigkeit an die Zionswachter im Iudenthume, von M. I. Ernst. Nebst einem Anhänge: Die Zeestörnng des ersten Tempels. E i n Oratorium in drei Abtheilungen von VZ7. Gustav Philippson- Verlag vm C. L. Fritz sche. Druck von I. H. Nagel.