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Der Orient · 1841-04-17 · 16 (17.4.1841) · p. Spalte 231-232

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
16 (17.4.1841)
Article
Literarische Rundschau,
Date
1841-04-17
Page
Spalte 231-232 (sequence 4)
Language
German
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231 M. Sider: Lit. Rundschau, einleitend in Skizzen z. Geschichte der hebr. Poesie. 232 wiß die höchste Beschämung nach sich zöge, wenn man überhaupt befürchten müßte, daß ein Gelehrter sich für diese Parthie interessice23). Wenn dennoch etwas da- und Hartmund, einen Abt von St. Gallen im 9. Iahrh., als die Einzigen rühmt, welche hebräisch verstanden hätten, und Claud. Espeneaeus Comm. ad epist. 13. ad Tinioth. c, UL (Lut- 1561 foJ.) ausdrücklich sagt: „8ane boc rudi et inticeto saeculo Oraece posse suspcctum, Hebraice pene haerefcicum (!) Luit." — Wer denkt nicht hier an des hebr. Meistersangers Worte: ,,,£ nnw |’N1 'ei nnob pDpriDN^i moo unxti/"? (Xussiiiii, 67, f, 4b ed. Breeber). — S. 334 (vgl. S. b14) : Schabtai B. Abraham Da goto! Wenn Hr. G. die bereits vor 12 Jahren veröffentlichte Schrift über S. B. A. Donolo von Getschel Sulz nicht gelesen, noch gekannt, so ist dies zu verzeihen, da dieselbe wirklich nicht mehr (?) zu bekommen ist. Wir selber haben die Berichtigung dieses Namens nur aus Zunz, V. S. 362. N. d. nach dem Akrostichon, welches Geiger im Melo Chofnajim S. 29. d. hebr. Textes mitgetheilt. 2tber Zunz g. V. hat. keinen Index, also ist er für Arbeiter wie H. G. unbrauchbar. Auch Delitzsch, z. G. d. j. P., eine Hauptquelle für G., hat ihn hier im Stiche gelassen, da im Index desselben nur Donolo auf S. 42 und 133 verweist , und die Identität dieses "Mir Dagolo und den andern Namen, welche sich bis Zunz überall finden, Hrn. G. nicht bekannt war.*)'— Nachdem S. 336 Zunz g. W. als Quelle für Midraschim, genannt, und diese aufgezählt werden, kommt S.337: 8) Pesihta Rabbesr Comm. zu Mos. 111—V. rc. com* pilirt durch R. Cohana den Ersten, im 3. Iahrh., wohl zu unterscheiden von Pesikta minor des R. Tobias B. Elieser rc.; eine merkwürdige Verarbeitung von Zunzens berühmtester Parthie Cap. 11 und 13!! Endlich — risuni leneatis 2 — 10) Tosephot (1!) oder Zusätze und Supplemente zum Talmud und (sie!) der Gemara rc. — Poesie S. 424—6 noch am erträglichsten nach De litzsch,z. G. d. j. P. S. 32—40 (fl S. 425). Bei Ga bi rot ist Dukes Monographie nicht einmal erwähnt. — Jehuda Ha-Levc erscheint gar nicht als Dichter. — Geschichte (S. 772) enthalt nichts als Seder Olam Gutta ,,dessen Werf. gewiß nicht vor 1124 n. Ehr. gelebt haben mag"! — (vgl. Zunz g. B. S. 138.) — Der Leser wird rn'cht ungern hier den Schluß dieses Sündenregisters sehen. — Wohl ist es wahr, daß die jüdische Wissenschaft, wie die Juden selbst, sich Rechte und Recht gleich mühsam erkämpfen muß (s. Hirschfeld halach. Exegese S. VIII ff. vgl. Zunz g. B. S. Hl. unten. S. VIIff.) *) Gelegentlich bemerke ich: de Wette's Einl. ms a. T. 1840 hat noch immer Iarchi. für Naschi. 23).Gern gestehen wir, daß es endlich zu tagen beginnt, und wahrend noch mancher Hahn kräht (Zunz Nam. d. Jud. Borr.) sich auch bessere Stimmen vernehmen lassen, und den ehrlichen Bestrebungen jüdischer Gelehrten wie der jüdischen Wissenschaft (freilich mitunter nur als Magd christlicher Theologie) ihr Recht angedeihen lassen. Unter andern ist nicht uninteressant, was GL Wresel er in seiner Recenston von Gfröre rs Gesch. d. Urchristenthums (Theol. Stud. u. Krit. 1839 S. 1070 f.) hierüber bemerkt. Wir können uns nicht enthalten die Schlußworte hieher zu setzen: „Bei der gegenwärtigen Lage der Dinge wäre es aber besonders wünschenswerth, wenn auch jüdische Gelehrte, die in diesem Fache besonders zu Hause sind und dabei systematischen Geist und einen unparteiisch prüfenden Blick besitzen, wie rin Zunz, Rapa Port u. A., sich noch mehr, als schon jetzt geschieht, an die Lösung der rüber gesagt wird, so geschieht es des Herkommens, der Vollständigkeit (?) halber, am ehesten aber um bei Gelegenheit die Unkunde mit afftktirter Verachtung zu bedecken 24). Eine ehrenvolle, selbst die Juden unserer Aufgabe machten, und die Resultate ihrer Forschungen in allgemein verständlicher Darstellung vorlegten- Gewiß jeder verständige Christ würde - gern und dankbar hier zu ihren Füßen sitzen und von ihnen lernen." 24) Exstiterunt quidem. multi, praesertim aevo recentiori, qui litteras Kabbinicäs acerrimis caluniniis proscidcrint, tan quam horridas, meris nugis scatentcs, vixque dignas ad quas homines , qiii erectiore animo sunt, attendant. Cum rero saepe numero factum sit, ut qui incoiulifcos ejusmodii sermones cum magno rumore spargebant, ne intelligendis dudaeorum libris, nedum legendis quilvüs exarantur literis paves essent, reroor ne istis clamoribus p otius ignorantiam dissim ul ave rin t , arrogantiam imperitis pro sapientia v e n di tan t es.-Bene de hac re praeccpit Adr. Belandus in Proleg. anal. rabb. (Ubi etiam haec leguntur) „Ego quidem de Studio Kabbinico saepe illam seivtentium praferrc soleo, quam de inonte templi pronunciant magistri Judaeoruin etc. Sed nil sine labore Dii vendunt morfcaiibus, et vetus dictum esf: „%ctl£7t<x zcc kcc?*cL“ (Kose garten. Lib. Corona legis i. e. Comm. etc. ab. Aharone Ben Elihu etc. Jcnae 1824. 4. p. 3. man vergl. noch Zunz Etw. üb. d. r. L. S.9.) — Auch hier zum Gegenstück ein Pröbchen aus G raffe (a. a. O. S. 320) „Jedenfalls aber steht er (Muhammed) und sein Codex höher als die einfältige Kabbala und der Talmud der Juden, die sich einbil'ven, weil er Manches von ihnen genommen hat, daß ihr Gesetz auch dem Islam vorzuziehen sei, da doch in diesem die erhabensten Stellen gerade diejenigen sind, wo er von dem Wesen und der Größe Gottes handelt (A. W. Haller: Mohammeds Lehre v. Gott. Altenb. 1779. 8.), wahrend dort keine Seite gelesen werden kann, swir haben oben gesehen, wie fleißig Hr. G. ihn gelesen) wo man nicht den abscheulichsten Unsinn mit dem lächerlichsten Aberglauben gepaart findet.'! Wir müssen gestehen, diese Argumentation im Ganzen nicht verstanden zu haben. Eine Apologetik des Talmuds ist unsre Sache nicht, und schon Jehuda ha-Levi labt seinen Chaber sagen: NIOOK' “ltors ‘f? .TI!D UNI lOl DySDD D’DJ?£3 Dm btP C“OT. □N'Ont’ (Kusari 111, 73 f. 48 ed. Brecher vgl. 111., 67 Ende: nW03 NAlw DW )J'W HD DH3 tin DN1 Jliru DiT’D'C!, ein merkwürdiger Ausspruch im Munde dieses Mannes vgl. Anm. 21). Die Polemik des H. G. scheint uns nicht so sehr gegen die Alten als gegen Geigers bekannte Preisschrift gerichtet. Wir wundern uns aber höchlich, daß dieser Nachbeter und unbegrenzte Verehrer v. Ha mm er's (m. s. d. Borr.) nicht dessen frappante und charakteristische Aeußerung in Zusammenstellung Geigers mit Förster und Lan (Wiener Jahrb. Bd. 63) rücksichtlich ihrer religiösen Unbefangenheit — berücksichtigt. (Die Worte von Hammers zusammengestellt mit Relandii (de rel. mohammed. ed. II. p. 148 fl) über die richtige Anschauung des Kusari vom Islam, im Gegensatz zu den fanatischen Urtheilen christlicher Gelehrten des Mittelalters werden sich in dem Supplementbande des Brecher'schen Kusari zu I. §. 5. finden.) Bei Gelegenheit bemerken wir, daß N(ülM v. L(ilienstern) z. Gesch. d. Arab. vor Muhammed Bert. 1836. 8. Geigers Schrift wohl benutzt,

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