Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1841-04-17 · 16 (17.4.1841) · p. Spalte 225-226

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
16 (17.4.1841)
Article
Literarische Rundschau,
Date
1841-04-17
Page
Spalte 225-226 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8555529-9897381-9897437-2365318--1303-2365345
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

MeratrrMM des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Jüdische Geschichte und Literatur JVi IS# Leipzig, den 17. April Ä.84A, Lit. Rundschau, einleitend in Sl'iz^en zur Geschichte der hebr. Poesie v. Sider. Uebersi'cht u. Veurtheilung der Leistungen auf diesem Gebiete. — Lit» Dialekten. Notizen v. Dr. C armoly: Mose di Rietk. Dark bar Patach. Mittheilungerr v. Dr. Sornmerhausenr Mendelssohn u. Sal. Dubno. — Der Prophet Hnbakuk u. seine neuesten Bearbeiter, v. M. Ai. Levy. Hitzig; Hesselberg; Ewald und Deutsch. — Lit. Ankündigungen. Literarische Rundschau, einleitend m Skizzen zur Geschichte der hebräischen Poesie, von M. SLdee. Schon mit dem Beginne europäischer Wissenschaftnamentlich seit dem Aufblühen eines engern Verkehrs zwischen den charakteristisch verschiedenen Völkern des Ostens und Westensist die reiche Welt des Morgenlandes ein Gegenstand der Neu- und Wißbegier. Kostbare Juwelen wurden aus den reichen Fundgruben des Orients durch tief eindringmde Schatzgräber zu Tage gefördert, schätzbare und seltne Perlen aus dem Ozean der Kunden und Sagen des Morgenlands von gründlichen Tauchern herauf und in gelehrte Fassung gebracht. Diese Kleinodien blieben aber so lange ein unveräußerliches Familiengut der Gelehrttnstuben, bis der Schulstaub pedantischer Jahrhunderte vom Hauche eines geschmackvollen Zeitgeistes verweht ward. Da erfreuten sich auch bald die Poesien der vorzüglichsten Culturvölker des Ostens neben den ernsten Doktrinen einer durch Uebersetzen und Nachbilden vermittelnden Thätigkeit, der die allgemeinste Anerkennung zu Theil wurde. Unter allen Idiomen des Orients lenkteaus allbekannten Gründen, das Arabische zuerst den Blick des europäischen Gelehrten auf sich. Ja die Araber selber sind als Neubeleber der mittelalterlichen geistigen Thätigz keit aus der Geschichte bekannt. Arabische Medicin war i unentbehrlich, da man ohne sie kein „Lebensmittels kannte. Arabische Philosophie und Theologie mußten die Waffen zur eigenen Bekämpfung darbieten.. Geschichte; und Poesie, an denen sich die von Arabern selbst ausgebitdete Literaturgeschichte und Encyktopädie *) knüpfte, boten sich als Proviantkamwer der herrschenden Idem dieses-Volkes, und als Wegweiser in die vielfachen Richtungen der andern Wissenschaften dar. So kam es, daß die arabische Poesie vor allen andern unter uns bekannt und beliebt worden ist. Als Beleg führen wir hier nur die spater mehr zu erwähnenden Makamen des S^axitx anderen deutsche Bearbeitung von Rückert bereits die Zweite Auflage erlebt, und erinnern noch an die tausend und Eine Ausgabe der Lausend und Einen Nacht. — Hingegen gilt uns die indische Poesie für eine weise Matrone, die man mit Ehrerbietung, aber auch nur in einer gewissen Entfernung betrachtet. Persische und türkische Poesie, jugendlich frische Gestalten, entbehren nach morgenlandischer Weise nicht der Liebhaber; haben aber zum Theil noch Reputation und Ansehen zu erwerben. Andere, als z. B. die Sine fische rc., sind noch auf der Reise zu uns, oder halten Quarantäne in dm abgeschlossenen Kammern der Gelehrten. 1) Als Beispiel führen wir hier nur die beiden bekanntesten und berühmtesten Schriftsteller dieses Faches an: Ibn Kh alle kan (13. Iahrh.) und Hadschi Khalfa (st. 1647) dessen ausgezeichnetes Werk der „Lidliotheqtie Orientale" v. d'HerbeLot und der „Encykl. Uebersicht u." v. Hammer zu Grunde liegt. Beide werden bekanntlich größtentheils jetzt von Wüstenfeld und Flügel edirt. — sWir bemerken gleich hier im Allgemeinen, -aß alle Angaben dieses Aufsatzes, welche ,,ara bische Literatur" betreffen und keine besondere Quelle angeben, größtenteils der so überschriebencn Artikel in Er sch und Grubers Encykl. Bd. V. entnommen sind; da eine arabische Literaturgeschichte, wie eine jüdische, noch zu den lleZicleranäls gehören, und die allgem. Literaturgeschichten auch hier unzuverlässig sind.^j — Mehre Autoren dieses Faches finden sich in den MenerIahrb. Bd. 70. ermahnt. 16

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.