Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 15 (10.4.1841)
- Article
- Beleuchtung eines arabischen Sprichwortes
- Date
- 1841-04-10
- Page
- Spalte 219-220 (sequence 6)
- Language
- German
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219 Orientale. Eme neue Sammlung f.jr'id. u. orient. Lit. in Holland. Dr. Dernburg's Versuch. 220 venue jusques ä junts. Auf diese Weise ton auch die Diamanten kröne eines Monarchen der Vorzeit ein leuchtender Stern werden dem Forscher auf dem dunklen Pfade der Alterthumskunde.' Reichlich belohnt werden wir uns daher fühlen, wenn unsere Untersuchung und Betrachtung auch nur etwas zur Enthüllung und Entdeckung der Wahrheit beigetragm haben wird. Jede Belehrung indeß, die den Charakter der Wahrheitsliebe, der Bescheidenheit und der Unparteilichkeit an sich tragt, soll uns jeder Zeit willkommen sein. Hildes heim, im Februar 1841. Geientalia. EdtentUnis T. Gr. «P. T. Mcorda, M. W. Weijers. (Schluß.) In der Nähe des Paschaftstes fühlte Jesus sein Ende nahen (Johann. 13, 1. Matth. 26, 2), oder es wurde doch auf seinen Tod hkngearbeitet (Marc. 14, 1. Luc. 22, 1); er nahm am Donnerstage gegen Abend ein Mahl (Loh. 13, 2. vgl. 18, 1. 28.5) 19. 31. Matth. 26, 19 — 21. vgl. 27, 1. 57, 62. Marc. 14, 18. ^1. 15,!. 42. Luc. 22, 14. vgl. 22, 66. 23, 54), wurde denselben Abend noch verrathen und gefangen genommen, und am Freitag verurtheilt 5) In diesem Verse müssen wir das l'vcc cpdyoot zo itacia urgiren, daß es sich auf's Essen, und nicht auf das Opfern bezieht, denn das Opfer war ja bereits am Donnerstage gebracht. Wir haben eben darum oben schon angenommen, daß die Zeit für die Verzehrung des Opferlammes, im Falle einer Verlegung, dennoch die gewöhnliche gewesen sei. Allein dieser Vers, welcher einen von keinem andern Evangelisten erzählten Umstand enthält, bietet auch von einer andern Seite emo Schwierigkeit. Man begreift nämlich nicht, wie das Prätorium selbst oder sein Inhalt zur Theitnahme am Pesachopfer verunreinigen konnte. Die Wohnung eines Götzendieners verunreinigte nicht; die Berührung eines Götzenbildes selbst war wie die Berührung eines Reptils riNDlDZ) mi jTIDJ) DNDK3 pltf, und bei diesem ist es noch sehr streitig, ob es vom Schlachten des Pesachs abhielt (s. Pesachim 90, b.). — Selbst wenn es die Leiche eines Heiden enthielt, so konnte diese wohl durch Berührung verunreigen, aber nicht durch den Eintritt ins Zelt; denn die sogenannte ^“INV DNOT findet nur bei der Leiche eines Juden statt. — Es könnte indessen angenommen werden, daß nach der Zerstreuung der Juden, wo das Betreten der heidnischen Häuser unmöglich vermieden werden konnte, diese Verunreinigung erst aufgehört habe. Allein dies ist kaum glaublich. Erstens findet sich auch nicht die mindeste Spur von. einer solchen früheren Verordnung. Zweitens nimmt die Praxis der Juden in der Regel den entgegengesetzten Weg; mit der wachsenden Gefahr nehmen auch in der Regel ihre Vorsichtsmaßregeln zu, und so wäre zu erwarten, daß doch auch ein Rabbine die alte Gewohnheit, bei der zunehmenden Möglichkeit eines Verkehrs, empfohlen haben würde. — und gekreuzigt, (s. die vgl. Stellen). Dieses Mahl war nun allerdings, trotz dem daß man das Pascha geschlachtet hatte, ein gewöhnliches dsCizvov, wie Johannes berichtet, konnte aber sehr leicht von den Evangelisten für das Paschamahl genommen werden, da es dem Opfer folgte; was denn auch wirklich geschah, und alle Verwirrung in den Berichten veranlaßte. Zwei Tage vor dem Opfer, am Dienstage, begann Judas seinen Verrat!) (Matth. 26, 2. vgl. 16), wenn man das in der Stelle vorkommende itaaxa auf das Opfer beziehen will; nimmt man es für das eigentliche Fest, so erklären sich die Worte „nach zwei Tagen" allein nach unserer Erklärung ohne Zwang, da ja zwei Tage zwischen dem Opfertag und denn ersten Festtage verstrichen, und Judas hatte dann am Donnerstage, dem Tage des Mahles, seinen Verrath augesponncn und ausgeführt. Schwierigkeit machen allein die in den drei Evangelien vorkommenden'Worte zfj 8h ^zgcoTrj tcov a^vficov, die übrigens das Dilemma übrig lasten, daß sie entweder eigentlich zu nehmen sind, in welchem Falle die Execution am Festtage statt fand, oder uneigentlich sich auf den Tag beziehen, an welchem das Lamm geschlachtet wurde. Tertium non datur. Da nun das erste oben als unmöglich dargestellt wurde, so tritt die letzte Erklärungsweift ein, und kommt unserer Hypothese eben so gut, als jeder anderen, namentlich der Rauchs, zu statten. Der Freitag war ein gemeiner Werktag, und war sowohl vzeiQccar.zvr] für den Sabbat (o iavc TtQoodßßavov Marc. 15, 42.), als für das Pesachfest, da an ihm bereits Alles geschehen mußte, was das Ausräumcn und Verbrennen des Sauerteigs betrifft. Der darauf folgende Sabbat war der Sabbat vor dem Feste,, welcher noch heute bei den Juden der große Sabbat (hmn rOJtf) heißt. 6) Eben so nennt ihn Johannes (19, 31): qv yd$ ^sydlrj q v^qcl ixsivov tov aaßßdzovy daß ein Sabbat innerhalb desFestes groß genannt worden sei, davon ist wenigstens sonst keine Spur. — Es bleibt nun noch ein einziger Umstand zu erklären übrig, ob nämlich Maria am Sonntage, der nach unserer Annahme der erste eigentliche Festtag war, daran denken konnte, den Körper Jesus zu salben, und ihn anständiger zu begraben, als es in der Eile vor Samstag geschehen konnte? Allein es scheint den Juden besonders an einem Festtage, welcher auf den Sabbat folgte, wo der Leichnam schon zwei Tage fast gelegen hatte, Alles zur Bestattung des Todten erlaubt gewesen zu sein, mit Ausnahme dessen, was, wie die Aushöhlung des Grabes, das Zimmern des Sarges, eine wirkliche Handwerksthatigkeit erforderte.7) 6) Der Name kommt allerdings erst im Machsor Wktri (s. Abudraham 77, a.) und bei Tosofor (Sabbat 87 b. Anfangs wort vor. Die Begebenheit, weshalb er diesen Namen hat, findet sich aber schon Midrasch Schemot. (zu Parascha frO). Vgl. auch Talmud Sabbat a. a. O. — Es läßt sich darum nicht genau bestimmen, wenn er aufkam. 7) ' Sabbat 139, a.