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Der Orient · 1841-04-10 · Heft 15 (10.4.1841) · p. Seite 118

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 15 (10.4.1841)
Article
Leipzig: Nachtbilder über Juden aus amerikanischen Blättern
Date
1841-04-10
Page
Seite 118 (sequence 3)
Language
German
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zrl leugnen, daß die neuere Zeit Einzelne hervorgeruftu, hat, die am Horizonte der Kunst und Wissenschaften (U6 Sterne glänzen. Das sind freilich Ausnahmen, doch hinlängliche Beweise, daß auch im Juden ein großer Geist und ein edles Herz wohnenkönne. Die Menschen gleichen den Pflanzen; gehörig gepflegt, gedeihen, verwahrloset, verkrüppeln sie. Nur das Genie vermag, es, trotz der Fesseln, frei und groß zu sein. Daß eine christliche Sekte, selbst nicht die alleinseligmachende, einer der andern so feindselig entgegensteht, wie die jüdische Religion oder vielmehr der, jüdische Kultus den christlichen Kirchen, unterliegt, keinem Zweifel;" so sehr zwar, daß der gemeine Jude, um mich so auszusprechen, d. i. der ungebildete, also die Mehrzahl, es eher für Verdienst als Verbrechen hält, einen Christen zu' betrüge«; und das weiß jeder, der in der alten Welt zwischen Juden gelebt und sie beobachtet hat» Bei so feindselig sich -entg,egenstehenden Prinzipien kann denn natürlich wenig Wertrauen und Liebe stattfinden und es ist kein Wunder, wenn oberflächliche Beobachter, Christen, blindlings das ganze Volk Abrahams verachten oder, umgekehrt, unwissende Juden den Christen blos darum hassen, weil er ein Christ ist. In Bezug der Ehen lehrt es die tägliche Erfahrung., daßdie sogenannten gemischten Ehen, besonders in Europa, selten, glücklich sind; was läßt sich also da, bei den eingewurzelten gegenseitigen Vorurthellen, erst von einer Ehe erwarten, wo die' eine Hälfte zur jüdischen, die. andere zur christlichen"Kirche gehört? Allein daraus den Schluß ziehen wollen, daß es durchaus keine glückliche gemischte Ehe gibt, ist Jctthum, da das Glück der Ehe, als Freundschaftsbund, von der. Geistesbildung und dem moralischen Werth vorzüglich bedingt ist P so wie es Einseitigkeit und den demokratischen Grundsätzen gänzlich zuwider, mit dem Korrespondenten des Volksfteundes zu verlangen: „Es sollte in einer Republik nicht gedultet werden, daß sich Christenmädchen an Juden vecheirathen." Betreff der Frage: „Können die Juden gute Republikaner und'Bürger der vereinigten Staaten werden?" getraue ich mich, offen zu behaupten, daß die eingewanderten Juden, in der Mehrzahl, auch nicht einen Funken republikanischer Tugend besitzen, keine guten Republikaner und Bürger der vereinigten. Staaten, sein können; daß es aber ihre Nachkommen durch den Segen der republikanischen Institutionen werden können, das glaube ich, wenn anders der christlichamerikanische Wuchergeist, gepaart mit dem jüdisch-europäischen Schachergeiste, nicht früher, im Einwirken noch anderer Fatalitäten, das bereits erschütterte Gebäude über den Haufen wirft, bei dessen Trümmern sie dann mit den armen Negern als Handlanger dienen müßten, und zwar mit dem ausschließlichen Privilegium der Amalgamation. Der letzte Punkt: „Die Juden sollten, wie die Neger, in ihr ursprüngliches Geburtsland zmückgesendet werden, wozu sich eine amerikanisch-palästinische Gesellschaft bilden sollte," ist die Sprache der unwissenden Anmaßung und die Lehre der Tyrannei. Dem Wurm ist seine Spanne Erde angewiesen; des Menschen Vaterland ist die Welt! Die Natur hat schwarze, rothe, braune und weiße Kühe erschaffen, und da es ihr gefiel, nur eine Sonne über den Erdklumpen zu hänhen. und die gesammte Thierwelt aus demselben Ecdstoffe zu erschaffen, so haben sich diese verschiedenen Farben gewissermaßen auch dem menschlichen Körper aufgedrückt und dieser menschliche Körper ward mit Vernunft begabt, welche ihm ein natürliches Recht gibt, alle Kühe zu melken. Schade, daß die Natur diese Vernunft nicht schon entwickelt in das Embryo gelegt hat! Nur Vernunft-Fähigkeit gab sie Dem Menschen; daher so viel Widersprüche, daher der Abscheu gegen die Farbe, daher Haß und Verfolgung der unzähligen Sekten einer erbärmlichen Meinung wegen. So lange nicht Erziehung und Veredlung den Menschen über seine thierische Natur erhebt, ist er Thier, böses, gefährliches Thier, das sich gegenseitig selbst zerstört. Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Ge gen warb Wanderungen in Prag. (Schluß.) Mt der andächtigsten Scheu betreten die Orthodoxen diesen Tempel, welcher ihrer Sage nach von den ersten Füchte lingen aus dem zerstörten Jerusalem gebaut wurde. Au jeder Stunde des Tages findet man sie betend und singend, die. strengsten Ceremonien befolgend. Die Augen sind nach bcr heiligen Stadt gerichtet; sie beugen sich vor der Bundeslade in allen Körpergelenken, sie wiederholen die Refrains der langen Gebete des Vorsingens. Wenn auch nicht von gleichem,

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