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Der Orient · 1841-04-03 · 14 (3.4.1841) · p. Spalte 193-194

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
14 (3.4.1841)
Article
Ueber den Kanon
Date
1841-04-03
Page
Spalte 193-194 (sequence 1)
Language
German
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des Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Meratur ♦ M 14, Leipzig, den 3. April 184L Heber den Kanon, eine britische Untersuchung. Die Reichsannalen; bas Buch Salomo's; die Geschichte David's. Die Lemperbi- Lliothek Von Dr Hfd._ Lit. Ue-er sichten. Ueber den Unsterblicksteitsglauben der alten Hebräer, v. Dr. Rhode, beurtheilt von Dr. Cossmann.' — Lit. Analekten. Semitische Abstammung d.Lettischen Sprache. Ueber die Formel Ani wa-hu v.I. Wolf-son inBrieg. — Dr.Joseph Dernburg: über das Pesach-Lamm z. Zeit Lesu, ein Beitrag z. jüd. Archäologie. — Lit. Ankündigungen. Ueber den Kanon. (Schluß.) Und nicht anders verhalt es sich mit einem andern Berichte, der ebenfalls von einer Sammlung von Büchern handelt, welche Nehemja veranstaltet haben soll. Der Bericht findet sich 2 Maccab. 2, 13, und wir führen ihn wörtlich an : v.m dg yMtaßcdXo^EVog iTtiöwiiyccye za neQLßaciXscüv %ai TCQoyri’ccQV neu za zov tdaßidj xca erciOzoXag ßaodecov tveqi zov dvad'?]- ftazQw. Man bezieht gewöhnlich auch diesen Bericht auf die vorhandenen kanonischen Bücher, rmd erklärt za zov daßiö mit den Psalmen. Allein mit diesem Ausdrucke werden in der Regel nur res gestae bezeichnet, ähnlich wie za rcov ßaadicov, za rcov 7CQ0cpr\z(ovy nie aber Gesänge und Lieder, die noch zumal durchweg apal^oc heißen. Ferner muß es befremden, daß die Psalmen mit den Geschichtsbüchern zusammengestellt sein sollen, was sich doch nirgends bestätigt. Endlich sind auch Briefe von Königen^) mit Geschenken erwähnt, die in unserm Kanon sich nirgends vorsinden. Zwar hat man einzelne Akten und Schenkungsurkunden in dem Buche Esra der Nachwelt aufbewahrt, und so glauben denn die Exegetm, mit diesen Briefen sei das Buch Esra gemeint. Allem es wäre doch unerhört, ein ganzes Buch einzelner Briefe wegen, die darin enthalten sind, mit huGroXai zu benennen. Offenbar zeigt ja auch der Bericht, daß die Briefe selbstständig für sich vorhanden waren, nicht aber in einem andern Buche ausgenommen. Es ergiebt sich also demnach zur Genüge, daß die berichtete Sammlung sich nicht auf die vorhandenen kanonischen Bücher erstreckt habe, sondern, daß mit den bezeichnten Dommenten etwas ganz anderes gemeint sei. Wir müssen uns demnach nach andern Büchern Umsehen, und zusehen ob diese Bezeichnung auf sie passe. Jur Zeit der Könige, wissen wir, wurden in den Staaten Israel und Zuda Reichs-Annalen gehalten. Am Schlüsse der Erzählung von einer jeden Regierung heißt es immer: die übrigen Thaten dieses Königs sind verzeichnet in den Tagesbüchern der Könige von Juda und Israel; denn unsere Bücher sind nur Auszüge aus diesen Annalen. Zuerst wurden diese Tagesbücher bei der Regierung des Königs Salomo erwähnt. Im Buch? der Könige heißt der Theit oder Abschnitt der Annalen, der sein Leben umfaßt, das Buch Salomo (nebw -qd), als Ausnahme von den übrigen Abschnitten, die immer schlechtweg DWi ml genannt werden, vermuthlich weil Salomo der einzige König war, der über beide Reiche, über Juda und Israel, regierte, und seine Lebensgeschichte daher getrennt von den übrigen ausbewahrt wurde. Bei David ist dagegen in der Erzählung der Bücher der Konige gar kein Buch am Schlüsse erwähnt, wahrscheinlich weil die Annalen erst unter Salomo beginnen, der Verfasser aber auf andere Bücher als die Annalen nicht verweisen mochte. In der That lesen wir in der Chronik. 1. 29, 29/ 30 „die Thaten Davids, die ersten und die letzten, sind medergeschrieben durch Samuel, den Seher, durch Nathan, den Propheten, und durch Gad, den Weissagenden, und waren bei der Beschreibung seines Reiches und seiner Stärke, und der Zeiten, die über ihn, über Israel, und über alle Reiche der Erde ergangen sind." Die Geschichte Davids war also nicht in den Annalen, sondern unter den Geschichtsbüchern ande- 14 1] Vermuthlich von den persischen Königen.

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