Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 12 (20.3.1841)
- Article
- Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
- Date
- 1841-03-20
- Page
- Spalte 169-170 (sequence 2)
- Language
- German
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169 Prof. Fleischer: Ueber das Arabische in Du. Geigers Preisschrift: Was hat Mohammed u.s. w. 170 herigen Koranübersetzern in ein unrichtiges grammatikalisches Verhältnis Da das Nomen, wie der Mange! der Nunation zeigt, mit dem Verbum in Annexion steht, dieses aber, als an und für sich determinirt, durch die gesetzmäßige Rückwirkung des zweiten Terminus der Annexion auf den ersten das Nomen ebenfalls determinirt, so können die beiden Worte nur bedeuten: Den Tag, da wir sagen werden, oder: Am Tage, da wir sagen werden. Nach der ersten Fassung istderSatz selbstständig imperativisch, durch j$C>\ zu ergänzen: Gedenke des Tages, da wir sagen werden rc., nach der zweiten ist er als untergeordnete Zeitbestimmung noch von V. 19 abhängig: Gestoßen wird in die Trompete — am Lage, da wir sagen werden rc. Ueber diese Annexion des Nomens mit dem Verbum st de Sa cp's Gramm., Vd. 2, tz. 256. > „Einst werden wir sagen," wie Hr. Dr. G. übersetzt, müßte heißen Jyu U^. S. 70, Z. 5 v. u., verwischt die Uebersetzung von „und stehen auf dem Wege" die besondere Bedeutung von el-syräth: die Höllenbrücke, welche der Zusammenhang fordert; st Heia nd de relig. Mohainm., ed. 2, pag. 30, Im, 2, Lane’s Account, vol4 1, pag. 73. S. 75, Z. 18 u. 19, ist das kräftige in der Uebersetzung von Smv 21, D. 98: „Ihr und was ihr neben Gott verehret, ist Antheil der Hölle" ohne Noch zu einem, der Einbildungskraft nichts sagenden „Antheil" abgeschwächt. Der Sinn ist: ihr seid der Juschutt der Hölle, d. h. werdet wie Holz, Kohlen?c* als Nahrungsstoff des Feuers in die Hölle geschüttet werden. Beidhawi: Der chasab der Hölle ist das, was in dieselbe hineingeworfen undwomit sie angefchürt wird, von "hasaba mit dem Acc., er hat ihn mit "tiasdü, d. h. mit Kies, beworfen. S. 77r 3. 8 —10: „wir geben ihnen blos deßhalb Fülle an Gütern, damit sie an Schuld zunehmen" als Uebersetzung derselben Koranstelle, welche ich beiläufig oben, Nr. 8, Col. 101, Z. 37—39, erklärt habe. Wahrscheinlich liegt der Uebersetzung von eine Verwechslung von JsjoI und iLof zu Grunde, womit übrigens der etymologische Zusammenhang der beiden Wurzeln keineswegs geleugnet werden soll. Aber den Grundbegriff zweier Wörter identisiciren, ist etwas anderes, als ihre erfahrungsmaßigen Bedeutungen vermischen. Beidhawi sagt zu jenem d. h. wir fristen sie und lassen sie lange leben; nach Anderen, wir Lassen sie sein und thun, was sie wollen, von amla li-farasi-hi , d. h. er hat seinem Pferde die Leine locker gelassen, damit es nach Belieben weiden könne- S. 77/ 3+ 13 muß statt oy^u! gelesen werden so daß nicht Subjects-Nominativ, sondern Zeit-Accusativ ist. Sowohl die Natur des Gedankens, als die Wortstellung machen jene Veränderung riothwendig. Uebrigens bedeutet weder ,,Strafen", noch „gesühnt werden", und die richtige Uebersetzung ist demnach folgende: Einige sagen, er habe sie deßhalb in Sündenelend gerathen lassen, damit sie am Tage der Auferstehung ausschließlich rein und herrlich sein möchten, als solche, deren Ungehorsam gegen Gott gebrochen ist. S. 81, Z. 5 ff. „Nicht war einem Menschen vergönnt, daß Gott ihn anredete, außer entweder durch ein Gesicht, oder hinter einem Vorhänge, oder er sendet einen Gesandten (Engel), daß ec anzeige mit seiner Erlaubniß, was er will." Diese Koranstelle, Sur. 42, V. 50, welche irr den mohammedanischen Lehrbüchern der Dogmatik als der eigentliche locus ' classicus der Offenbarungstheorie behandelt wird, laßt zwei verschiedene Erklärungen zu, aber keine von beiden ist in jener Ueberfttzung vollständig ausgedrückt. Alles kommt nämlich darauf an, ob man das Wort "n dritten Redegliede, wie Hr. Dr. G., von einem Engel, oder von einem Menschen versteht. Im ersten Falle muß natürlich das, was im engem und eigentlichen Sinne heißt, — göttliche Offenbarung durch Vermittlung eines Engels, — von dem Begriffe des ersten Redegliede ausgeschlossen und dem brüten Vorbehalten werden, im andern Falle aber nicht. Beidhawi zieht die erste Fassung vor, und allerdings kommt dadurch, nach seiner Erklärung, in die drei Redeglieder eine sehr ansprechende Abstufung. El-wa'-hj, sagt er, ist ein heimliches Reden Gottes, welches schnell ausgefaßt wird, weit es ein unmittelbares Sacßcüerv ist, nicht zusawmengesetzt aus einzelnen, auf successiven Lustschwingungen (%j&[jüLß beruhenden Buchstabenlauten. Nach seiner weitern Auseinandersetzungumfaßt nun dieses warhj an und für sich sowohl die Ansprache von Angesicht zu Angesicht (20 &SüLDl)/ — wie z. B. die, mit welcher Mohammed bei seiner nächtlichen Himmelfahrt beglückt wurde, und die, welche in jenem Leben den Seligen beim Schauen Gottes (äbjyi) zu Theil werden soll, — als auch diejenige, bei welcher Gott nicht erscheint, sondern nur aus dem Verborgenen hervor redet (20 wie z. 85. zu Moses am Dornbüsche und auf Sinai. Da aber diese zweite tieftr stehende Art der unmittelbaren Offenbarung im zweiten Redegliede enthalten ist, so muß der Begriff des ersten auf jene höhere Art beschrankt werden, so daß dann im dritten Redegliede die im Range