Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1841)
- Article
- Bericht ... über die historisch-politische Stellung der Juden daselbst
- Date
- 1841-03-13
- Page
- Seite 81 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2360092-2360147-2360159-2365060--1533-2365086- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zweiter tf Jahrgang Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirtbei allen löbll Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Li teraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen,, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. H. Leipzig, den 13. März 1841» Orient. Algier. (Bericht des Baron Baude über die historisch-politische Stellung der Juden daselbst. Kahira, Bemerkungen von Munk). — Italienische Grenze. (Zustände der Juden daselbst.). — Deutschland. (2$ erlin, specielle Nachlese über die Gesellschaft der Freunde. Hoffnungen. Der Culturverein. Würz bürg. Streben der Negierung für jüdische Schulen. Verordnung wegen einer Rabbinen-Synode). — Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart: Rabbi Samuel Halevy, ein Familienbild aus der neuesten Geschichte der Israeliten. — Personalchronik und Miscellen. Montesiore. Posen. Liepmannssohn. Waisen-Verein in Stuttgart. — L.B. des Orients. Orient. Algier. So eben ist in Paris bei Arthus Bertrand ein umfassendes Werk über Algier erschienen, welches den Titel, führt: L’Algerie par Je Baron Baude, und in zwei starken Banden alles Wissenswerche über die afrikanische Besitzung Frankreichs zusammenstellt und mit Genauigkeit beschreibt. Der Verfasser, Baron Baude, hatte als ehemaliger königlicher Commissair in Afrika die beste Gelegenheit, Notizen zu sammeln und zu beobachten, daher auch seine Bemerkungen, so weit sie bürgerlich-politischer Natur sind, wohl die beste Beachtung verdienen. Für den Zweck dieses Blattes hebe ich nur denjenigen Abschnitt des zweiten Theiles zur Mittheilung aus, der speciell nur den jüdischen Zustanden gewidmet ist, und dieses ist der sechzehnte, denn der dritte Abschnitt erwähnt ihrer nur im Allgemeinen; aber auch selbst aus diesem Abschnitte wähle ich vorläufig nur denjenigen statistischhistorischen Theil, der noch in keinem Blatte, auch nicht in einem jüdischen, einen Platz gefunden. Hier ist die Uebectragung dieses Theiles: -,Die Untersuchungen, welche wir in einigen Städten (dieser Regentschaft) angeftellt, haben uns nur mit unvollständigen Nachrichten über die israelitische in der ganzen Regentschaft verstreute Bevölkerung versehen; eine Partie dieser Bevölkerung wird sogar noch auf lange Zeit jeder genauen Schatzung entschlüpfen, jener Theil nämlich, welcher inmitten der zahlreichen Kabylenstamme wohnt. Jene Israeliten unter den Kabylen sind völlig von denen der Städte durch die Geschichte ihrer Niederlassung, durch ihre Sitten und Sprache geschieden, und nichts als die Grundlage ihres Glaubens haben sie mit ihnen gemein. — Die Geschichte hat bereits die Zeitperioden und die Beweggründe der Wanderungen der Israeliten nach Afrika seit der Zerstörung Jerusalems verzeichnet. Das undenkliche Alterthum der hier angesiedelten jüdischen Zeltbewohner, welche sich im ganzen Umfange der Berberei gemischt mit der Berberbevölkerung finden, ertaubt uns vielleicht zu muthmaßen, daß diese Niederlassungen den Kern der uralten Wanderungen aus dem Orient1 2) und aus Syrien 2) ausgemacht haben mögen, von welchen uns Sallust die früheste Kunde überliefert hat. In dem Königreiche Fes bewohnen sie vorzüglich die nördlichen Provinzen, und noch bis auf den heuzigen Tag werden sie mit dem Namen Philistaer (Palästinenser?) bezeichnet^). Die Beziehungen, welche die Juden Spaniens mit denen in der Verberei unterhielten, und derentwegen sie im siebenten Jahrhundert angeklagt worden sind, bestimm- 1) Jugurtha VIII. 2) Daselbst XlX „Postea Phoenices, alii muJtihidine donü nrinuendae gratia, pars imperii cupidine, soilicitata plebe aliisquc nbvarum verum avidis, liipponem, Adrumetam, Leplim, aliasque urbes in ora maritima condidere. hocque breri imiltum aucta-e, .pars originibus praesidiö, aliae decori. fuere.“ ' £) Gr ab erg di Hemso, Specchio deil’ impero di Marocco. Genua, 183!. 8. 11