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Der Orient · 1841-03-06 · 10 (6.3.1841) · p. Spalte 131-132

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
10 (6.3.1841)
Article
Ueber den Kanon
Date
1841-03-06
Page
Spalte 131-132 (sequence 2)
Language
German
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131 Ueber den Kanon der jüd. heil. Schriften, eine kritische Untersuchung. 132 ansicht, die sich immer nur aus dem Gesammtbilde durch individuelle Beimischung ergiebt, entnommen sind. Wir haben sie hier zu betrachten. Die erste dieser beiden Ansichten, die das Zusammentreten der einzelnen Bücher zu einem Kanon in den zufälligen äußerlichen Verhältnissen begründet, glaubt, wird von Eichhorn vertreten, und hat durch die plausible Darstellung jenes berühmten Aufsatzes, den der Herr Verfasser unverändert an drei Stellen, in seiner Bibliothek, in seiner Einleitung, und in einem Repertorium abdrucken ließ, und dadurch bei den deutschen fast unverwüstlich einschwarzte, eine große Verbreitung gewonnen. Sie hat consequenterweise in den Nachbetern sich fortgebildet, und somit gründliche Gelehrte zu großen Albernheiten verleitet. Wir wollen der Männer hier nicht der Thorheit wegen gedenken, und verweisen, zu ihrer Würdigung auf Hengstenbergs „Authentie des Daniel", wo die Ansichten über den Mangel oder die Fülle von Papier, die theils Wiederholungen, (Heils Abkürzungen verursacht haben, gelegentlich gewürdigt werden. — Die Ursache, die Eichhorn für die Entstehung des KaNons angiebt, läßt sich in aller Kürze in Folgendem zusammenstellen: Es haben sich Monumente des hebräischen Alterthuws durch Zufall erhaltenz sie wurden von '.den spätem Gelehrten zue Zeit da die Nationalität und die Productivität erlosch, gerade ihres Alters wegen für hoch und heilig gehalten und als Kinder der nationalen Produktion zusammengestellt. Das Nichthebraische fand in diesem Verbände keinen Platz; dagegen alles, das eines hebräischen Ausdrucks sich erfreute. Diese Conjectur wurde durch die häufige Repetition den vielen Jüngern bald zu einer historischen Gewißheit, und man conjecturirte auf diese Basis hin wacker mit Geist darauf los. Da wurden die scheinbaren Unordnungen, die unnöthigen Wiederholungen, die mit feinem Takt gefühlten Lücken mit der Fahrlässigkeit und Unwissenheit der Sammler mit dem grausamen Schicksale, das die einzelnen Bücher zur Zeit ihrer Vergessenheit traf, erläutert, erklärt und entschuldigt. Oer ganze Kanon erschien bald nur durch die Launen des Schicksals in der Form, die er gegenwärtig behauptet, uns erhalten, und was durch die Mönche im Mittelalter den klassischen Büchern der griechischen und römischen Heidenwelt widerfuhr, das ließ man auch, obwohl bei ganz veränderter Situation, das jüdische Alterthum bestehen. Zufall und äußere Umstände haben alle Verhältnisse der biblischen Bücher hervorgerufm. Wir betrachten diese Ansichten indessen etwas genauer, und fragen zuförderst , welche Ueberreste denn eigentlich gesammelt wurden, etwa die in der hebräischen nur, oder auch die in der chaldäischen Sprache abgefaßten i Nach dem Inhalte dev Bibel müßten wir, La sich auch chaldaische Bruchstücke vorsinden, durchaus annehmen, daß die in beiden Sprachen abgefahren und vorliegenden Documente gesammelt worden, sind. Hier Lars aber die Schwierigkeit nicht unerwähnt bleiben, daß wenn die Sammler lediglich nur das Interesse leitete, dieDocumente der jüdischen Nationalität, so weit sie vorhanden waren, für spätere Zeiten zu sammeln, die chaldäischen Documente der Bibel, die auf keine Weise mehr die Nationalität bezeugen, nicht hätten gesammelt werden dürfen. Das Nationalergebni ß liegt uur in Produkten der h ebräischen Sprache, nichtinder chaldäischen, diedem Volk erst durch das Exil und seine Botmäßigkeit aufgedrängt wurde. Dieser Umstand allein beweist schon zur Genüge, daß ein anderes Verhaltniß nothwendig die Sammler, wenn überhaupt welche da waren, leiten mußte; keinesweges aber das alleinige Bestreben, die Produkte des jüdischen Volkes, so weit sie nur noch aufzutreiben waren, zu sammeln. (Fortsetzung folgt.) Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift: Was hat Mohammed aus dem Judeuthume aufgeuommeu? (Fortsetzung) Im Allgemeinen sagt Beidhawi über das Wort zu Sur. 25, V. 1, Folgendes: Furqün ist das Verbalnomen von mit und dem Dual constcuirt, dasselbe was JUai mit der nämlichen Construction (djw p bnnn). Da nun aber das Verbalnomen nicht nur als solches, sondern auch nach seinem Uebergange in eine concrete Bedeutung sowohl active als passive Beziehung zulaßt, so kann auch Furqün, die Scheidung, d. h. zunächst das Scheiden und Geschiedenwerden, dann weiter ebenso wohl das Scheidende als das Geschiedene bedeuten. Daher fahrt Beidhawi zu jener Stelle so fort: Der Koran hat diesen Namen bekommen, weil er durch seine bestimmte Erklärung das Wahre von dem Unwahren, oder durch seine unnachahmliche göttliche Vollkommenheit den Lehrer des Wahren von dem des Unwahren (den wahren Propheten von dem falschen) unterscheidet; oder weil bei derNiedersendung desselben seine einzelnen Theile von einander geschieden wurden (indem seine Bekanntmachung stückweise erfolgte). Doch erwähnt Beidhawi diese letztere gezwungene.und an einem unwesentlichen äußern Umstande haftende Deutung nur hier; in allen andern Stellen hält er die activ concrete Bedeutung, das Scheidende, Unterscheidende,

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