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Der Orient · 1841-03-06 · 10 (6.3.1841) · p. Spalte 129-130

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
10 (6.3.1841)
Article
Ueber den Kanon
Date
1841-03-06
Page
Spalte 129-130 (sequence 1)
Language
German
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Meratrrrblalt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte rnrd Literatur. J[ß IO« Leipzig, den 6. März 1841» den Kanon der jüd'. -eMgen Schriften, eine kritische Untersuchung. - Ueber das Arabische m Dr. Geigers Preisschrift: ^a/batMohammed aus d!m Iudenthume ausgenommen? Von Prof. Fleischer. - Li t.Uebersichten. Dr.^ Saal schütz Mahnungen an Gott und Ewigkeit. _ Die Prophetenlegenden des Islam, aus dem Trab, übersetzt v. ^r. Wetzftern. Lrt. Ankündigungen. Ueber de« Karwrr. (Fortsetzung.) Denn wenngleich anderwärts ein Beweis uretieEiaschr precar und zweideutig erscheinen dürfte, so würde er doch im vorliegenden Fall genügend beweisen. Denn Josephus, dieser umsichtige Schriftsteller, der alles, was er um aufzutreiben im Stande ist, zu erzählen pflegt, ist m sein er Streitschrift gegen den Judenfeind Apion, ander berühmten und oft citirten Stelle dabei, das innere und äußere Verhältniß der biblischen Bücher zu andern Schriften anzugeben, gedenkt aber eines Kanons oder einer Geschichte desselben mit keinem Worte. An dieser Stelle müßte er erwähnen ein solches Factum, wenn ihm überhaupt ein solches bekannt gewesen war; es durste nicht übergangen werden, weil es seiner Beweisführung nur förderlich sein konnte. Da er es nicht erwähnt/ so ist daraus zu entnehmen, daß ihm die Anlegung und Gründung eines Kanons durchausnicht bekannt war, und daß er von geschichtlichen Thatsachen in Betreff einer solchen Sammlung durchaus nichts wußte. Auch m den vielen und umfangreichen Bänden des Talwud's wird mit keiner Sylbe eines Kanons oder einer sonstigen Sammlung gedacht; die biblischen Bücher galten allen heilig, als wäre es von jeher so gewesen im Volke. Ein feierlicher Akt, oder sonst eine officielle Handlung zur Herstellung einer solchen Büchersammlung, war Niemand bekannt, und man hörte nie von einem solchen Verband sprechen, durch dm etwa die Bücher einen Gehalt oder eine Bedeutung für's Leben gewonnen hatteru Da nun ferner Niemand von denen, die sich mit diesen Büchern so emsig und sorgsam beschäftigten, eine solche Sammlung und Herstellung eines Kanons bekannt war, so dürfen wir mit Fug und Recht schließen, daß sie auch in der That nicht statt hatte. Denn vergessen konnte ein solcher Akt unmöglich werden, mindestens wüßte er sich in der dichtenden Sage noch erhalten haben. Wir können daher weder die Bezeichnung „Kanon" als Anhaltungspunkt für unsere Untersuchung betrachten, noch haben wir geschichtliche Erzählungen über dieses Verhältniß, die wir zu Grunde legen dürsten. Im Gegentheil es scheint vielmehr, daß der Name einer bereits vorhandenen Thatsache beigelegt wurde, und daß nicht in Folge eines feierlichen Aktes, durch den die Bücher in dieses Verhältniß (raten, er ihnen verliehen wurde, sondern daß diese Bezeichnung denselben an und für sich gebührte. Es waren Bücher vorhanden, die der Menge ausgezeichnet erschienen, zur Ecclesia oder Kirche in einem Verhältniß standen, und die darum als kanonisch betrachtet wurden. Der Kanon war sonach nicht gemacht, er hatte sich vielmehr selbst erzeugt und gebildet. Wirwüssen demnach, in Ermangelung eines jeden externen Ausweises, unsere Untersuchung aus eigenen Mitteln beginnen, und aus den Büchern selbst etwaige Resultate zu folgern suchen, natürlich ganz entfernt von jedweder vorgefaßten Ansicht. Die Bücher, die wir in Händen chaben, haben sich von selbst zusammengereihet, und durch sich selbst zu einem kanonischen Verband sich geordnet und hervorgethan. Die, Ursache kann nur eine doppelte fein; entweder liegt sie begründet in den äußerlichen und zufälligen Verhältnissen derselben oder in innern und norhwendigen Bedingungen. Beide Ansichten nähern sich dem Gebiete der Conjectur und hängen von den individuellen Ansichten ab 5 sie entbehren einer gründlichen Forschung, da sie ohne sichere Belege der Grund- 10

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