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Der Orient · 1841-02-27 · 9 (27.2.1841) · p. Spalte 125-126

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
9 (27.2.1841)
Article
Das Wohnen in den Zelten
Date
1841-02-27
Page
Spalte 125-126 (sequence 2)
Language
German
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125 Probe eines Beitrages zur hebräischen Archäologie, v.L.Bodenheimer, R. in Hildesheim. .126 Gavzsg y.za %QcczsQoq)Qovog, oozs zcitf vlrjv bq%t]tcu 81 OQEGcpi iwlog 8’ OQV^aydog in ccvzco dv^Qcov rjds kvvcqv* ccizo T& GcpiGiv vnvog oXüqXsv cog twv vr}dv}iog vitvog dno ßlstpagouv olcolsi. Der Jäger bedürfte damals auch schon des Hundes zum Hetzen, welches aus einer andern Stelle im Homer genügsam hervorgeht: Ilias 11: «'s cf oze novztg <v'r}Qi]zrjQ v.vvcig . agyiodovzug osvrj ix dy^ozzgco cvt y,ci7tQup rfe Hovzl. Auf dieses Hetzen bezieht sich recht treffrnb die Stelle in den Psaimen 22, 17. DD^>D '^DDD D Ä11 '7' 'ISO ’JlD’pn D’jna mj?. In der lateinischen Uebersetzung: t^uoniam circunulederunt nie canes , concilium malignantum obsederunt me foderunt lnanus meas et pedes meos. Im Vorbeigehen darf hier nicht unbemerkt gelassen werden, dal? der Lateiner HfrO muß gelesen haben; demnach: sie haben gegraben, und die schöne Vergleichung mit einem Löwen fallt demnach hinweg; so nahm cs auch der Grieche: gjqv^ccv ^flpag (iov nal ndd'ag fiov, Lesen imc'i’H&O, dann ist das Lied herrlich vollendet, und vielleicht ist dieses für die wichtigere Leseart deshalb zu halten, weil es mit einem Verse in Jesaja 38, 13 in Einklang gebracht werden kann. Ob zur Bewachung des Viehes auch noch andere Thiere benutzt wurden, wie z. B. Streitochsen, läßt sich nicht mir Gewißheit bestimmen. Das Vieh blieb gewöhnlich unter freiem Himmel. Den Kameelen geben sie auf der Erde zu fressen, eine Streu machen sie denselben nicht; die Kameele weiden auf Plätzen, die unfruchtbar itnb dürre sind, und nur Nesseln und Disteln hervorbringen, und bleiben im Regen und Schnee ohne Obdach; man har sie ivuu zu hüten, daß sie nicht an einen kothigen Ort gerathen, wo sie fallen, und nicht leicht wieder aufstehen können. Obschsn diese Thiere diese Bequemlichkeit einer Bedeckung entbehren, befinden sie sich selbst im Winter ganz wohl und die Heerdcn sind recht zahlreich. Doch bedienen sie sich oft der eingefallenen Gebäude zum Obdache für das Vieh, oft der Ruinen einer Stadt, was der Prophet nicht undeutlich ausspricht, indem er sagt: pb 'rwrjtyo p unai “p DroniTü dm Herrn1? Dp ’D1? pu hu1? nn dn vto) p^>n inir" hdhi fo tow hdh ]NS 'pmb pDJ? ’D n.vi D'^DJ (Ez. 25,4. 5.). Wenn sie einen guten Weideplatz fanden, und daselbst zu verweilen gedachten, machten sie Umzaimungen von Strauchwerk für die Heerdcn, welche im Hebräischen Sukot genamtt wurden. Im ersten Buche Mosis Kapitel 33. v. 1?. wird uns erzählt: daß Jakob nach Sucot reiste, sich ein Haus baute, seinem Viehe Hätten machte, und deshalb dem Orte den Namen Sucot gab. Dahinein wurden sie gewöhnlich des Nachts getrieben, um sie vor wilden Thieren zu schützen. Es wurden auch Wohnungen von Steinen und Mauerwerk für das Vieh gearbeitet und verfertigt, welche mit dem Namen NNNch bezeichnet wurden. So traten hie Söhne Rüben und Gad vor Moses und sprachen: Wir wollen nur für unsere Heerden Schafhütten allhier bauen Md Städte für unsere Kinder. Ebenso finden wir diese Wohnungen tn Samuel 1, 24, 4 und Zefania 2, 6 beschrieben. Der Prophet sagt: nrpm ]N5f nrfUl DV) mD nv DVU Ähnliches wird uns von Homer bei Erwähnung dez Kyklopen berichtet: Od. 9, 184. sv&a 81 na?JA prjl\ otig ts r.ai alyzg iolvegy.ov, tc£qI ccvXt} V'iprj/Lr] %azaQV%££GGi U&olglv , [ict- %Q7jGlv zs 7zItvggiv lös öqtgiv v'ibr/,0ficuGiv* Vielleichr auch sind die Schafe zur Schurzeit dahineingetriebeu worden. Um aber die etwaigen Räuber schon in der Entfernung bemerken zu können, oder auch um einen bestimmten Paukt zu besitzen, nach welchem man sich auf der Reise richten könne, damit man Len Weg nicht verliere, bauten sie Heerdenthürme. Sie wurden Viy genannt. So reiste schon Israel weiter und schlug sein Zelt auf jenseits des Heerdenthurmes. Auch Micha spielt Kap. 4, 8. daraufhin. In 2. Chorin. 20, 10 lesen wir: Usia bauete auch Lhürme in der Wüste und grub vüLe Brunuen; denn er hatte viel Vieh auf den Auen und Ln den Ebenen. Auch Ackerleute und Weingartner an den Bergen und am Karmel, denn er halte Lust zum Ackerwerke. Um aber vor einem feindlichen Ueberfalle ganz sicher zu fein, Lauten sie auch Schlösser und Kastelle; denn auf den sechzehnten Vers des 23. Kapitels im ersten Buche Moses gibt I. Efra seine Erklärung dahin ab: W DWiN t Dnrpam ETT^rO *lpb iTTlO. Aus beiden lateinischen Uebersetzungen läßt sich dasselbe entnehmen. 1) Ui sunt filii Ismael , et haec norwina eorum per yillas suas et per palatia sua, duodecim principes sunt per familias suas. 2) Isti sunt filii Ismahelis et haec nomina per castella et oppida eorum, duoclecim principes tribuum. Nach der griechischen Nebersetzung ist aber auch hier noch keine Rede von Schlössern: OvzoL sIgiv gl yzol iGf-iar}}.. %cä zctvzct rci dvo^aza avreov h zalg i 7t cc v X s G iv avzoHv %cci iv zerfg GY.r\valg .ctvzcav, Sißdev.cc ccQxovzsg %ata g&vrj civzcov. S. 4. B. M> 31, 10. Oie Anzahl dieser Zelte, welche ein ganzes Dorf bildetcN, und worin auch die Patriarchen wohnten, die, wie ein Schriftsteller sehr richtig bemerkt, deshalb die Viehzucht liebten, weil pecnaria minus laboriosa est, neque ita auimum occupat ut vacare non possit naturae contemplationi rerumque divinarum; praeterea en pecuaria videntur plura ti*ahi posse ad vitae et morum informationem quam ex agricultura —- ein solches bewegliches Dorf, welches aus Hütten bestand, worin, nach dem Zeugnisse des Sallustius, auch schon die Gätuler wohnten (Jugut. 19. Super Nuniidiant Gaetulos accepimus partim in tuguriis), — ein solches Dorf, sage ich, wurde genannt. Im 1 B. M. 25, 16, wie oben. Am deurlichsien lesen wir düses in Jesaja 42, 11. 'iw irp n"ip nns»n n);i -MO imü’ DDH mm ybo. Im kateinischen wird ein solches bewegliche Dorf durch das Wort ftlapalia bezeichnet: Virgil sagt: quid tibi pastores Lyhiae, quid pascua Tersu prosequ.ar, et raris babitata mapalia tectis? — Sie wurden auch rnagalia genannt. Virgil. Aeneid: ' 425. IMirafcur molem Aeneas, magalia quondam: Mia’atur portas, strepitumqiie et strata Tiarum. Ebenso daselbst 4, 259: ut primum alatis tetigit niagalio piantis; 4eneam fuudantem arces, ac tecta novantem conspicit: Die Beduinen legen oft diese Dörfer ganz versteckt an, um von da aus den vorüberziehenden Wanderer leicht überfallen und aus-. plündern zu können. Der Psalmist malt dieses sehr schön im Kap. 10. .8: Wy ’pJ DnnDDÜ DnHH niNDl btth WSSf1 robn1?» In der griechischen Nebersetzung: iyyd^zai ZV CiTCO ivZÖQCC inctvlicov.oi Öcp&cclf.col CtVZO'V zig xdv nevrjxct dnoß?Jnov6iv, So wanderten die Patriarchen, so wie heute noch mehrere arabische Stamme, von einem Orte zum andern; wo es ihnen am zuträglichsten und vortheikhaftesten schien, da verweilten sie längere Zeit. Ganz verschieden mußten demnach die Weiderechte der damaligen Zeit von den jetzigen gewesen sein. Die Triften standen wahrscheinlich größtentyeils einem ji'den offen, und gehörten nicht, wie bei uns, einem bestimmtm Gebiet an. Eine kleine Vergütung mag wohl stattgefunden haben. So kommen noch jetzt ganze Scharen solcher, die in Selten wohnen, um eine bestimmte Zeit im Jahre nach Egypten, um das Vieh in den herrlichen Nilgegenden zu weiden. Es soll keinen schöneren Anblick geben y als

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