Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 9 (27.2.1841)
- Article
- Ma'amar iggeret biqqoret. Kritische Bemerkungen ... [Rezension]
- Date
- 1841-02-27
- Page
- Spalte 117-118 (sequence 2)
- Language
- German
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117 Sit. Übersichten. Hirsch Chajas: Kritische Bemerkungen üb. Largumim u. Midraschim. 118 so ist es schon deshalb nicht beweisend, daß Maimuni diesen Midrasch gekannt, da die betreffende Stelle sich auch in Sifri (par. *|n)byrD) vorfindet, worauf sogar der Ausdruck rfapn ^DD besser paßt, den Maimuni nie den Midraschim und Hagada's sondern den Barajta's und Mechilta's beilegt, weil sie auch Halacha's, das eigentliche mündliche Gesetz haben. — Tosefot zu Gittin 60 b citirt eine Stelle aus einem N'tyn tsmD, die sich freilich in unserem Midrasch wiederfindet, aber das beweist nicht für Schemot Rabba, da es sich ebenso m Tanchuma (par. XL/N), so wie in der Pesikta zu Chanuka 6. 5, j, Peah, e. 2. j. Ehagiga t\ 1 findet. — Wajikra Rubba, nm sopn (Groß-Leviticus), hatte bereits der Aruch geordnet vor sich^ und Raschi citirt es mehr als einmal, &♦ B. zu Exod. 32, 5, eben so in seinem Commentar Kohelet, Ehagai (vgl. Sand. 38 a). Aus Raschi zu Sanhedcin 10h erhellt sogar, daß schon Haji Gaon diesen Midrasch geordnet vor sich hatte, da er aus diesem einen Beweis herholt. Aus Nachmani. in seinen Ehiduschin zu Jebamot (Kap. 3 Ende), wo etwas von Rabenu Chananel citirt'wird, ist ersichtlich, daß auch Vieler denselben geordnet vor sich hatte. Der Raschbam gedenkt auch dieses Midrasch, aber nicht blos Baba-Batca 134^, wie die Forscher meinen, sondern auch Pesachim 112»; nur Maimuni gedenkt nie dieses Midrasch, ja nicht einmal eine Andeutung für denselben findet sich bei ihm vor. — Bamidbar Rabba, rtn nmEQ (Groß -Numeri), ist blos eine spate Blumenlese aus dem Talmud und den altern Midraschim, wird daher von keinem alten Schriftsteller erwähnt und ich glaube, daß selbst der Jalkut ihn nicht ausschreibt. In der vierzehnten Parascha findet man sogar die spätem Ausdrücke EPjntt 'n (vier Elemente), DWfi 'n (fünf Sinne) und die Berechnung der Muhammedaner (nhuyüwn pnicn); das meiste scheint aus Tanchuma genommen, mit Ausnahme etwa zu denSidca's und deren Midrasch quantitativ sehrreich ausgefallen ist.— Debarim Rabba, nm cnm (Groß-Deuteronom), fallt nun fast ganzmit Tanchuma zusammen; jede Parascha leitet sogar schon ihren Inhalt mit wm ein, was sich zuweilen'auch in der Mitte der Parascha findet. — Wenn ich aber bei der Besprechung der Midraschim von den spater Abgesaßten spreche, so verstehe ich darunter nicht, daßder Inhalt derselben später erdacht und erfunden, sondern lediglich die Redaktion derselben; der Inhalt ist vielmehr größtentheils aus uralter Zeit von den Lehrern der Hagada (NiTUNH pm) überliefert. Dergleichen Hagada-Lehrer, die wie gesagt, den Namen Kim'-n pm führten (f. j. Jebomot c. ha-§holez), hatten mit der Halacha gar nichts zu.thun, ihre Beschäftigung war der Vortrag der Hagada und der Midrasch und sie waren es auch, welche die Hauptsächlichsten derselben erhalten haben. Solche Lehrer waren Rabbi Berechja, Rabbi Abin ha-Lewi und Rabbr Lewi; die spätem suchten aus deren Traditionen Sammlungen anzulegen, und zwar suchte jeder nach seiner Weise und in eigenthümlicher Ordnung eine solche anzulegen. So sammelteRabbi Mosche Ha-Darfchan einen eigenen Midrasch,. Rabbi Tobija, der zu Raschi's Zeit lebte, sammelte Hagada's und cedigirte sie unter dem Namen 'm Nnp^DD zu einem Ganzen, alle tragen noch die Spuren ihrer Zeit, obgleich sie den alten Weisen nachgeahmt sind. — Ich komme zu den Fünfrollen-Midraschim (arm. nö'D tiWl), nämlich zu Kohelet, Echa, Esther, Schir, Rut, die mit den Rabbot in der Regel verbunden sind. Der Midrasch zu Kohelet wird bei Raschi sehr häüfig citirt, eben so bei Maimuni z. 35. More II. c. 6. III'. c. 29, Einleitung zu Abot a. 8, und selbst wo er nicht genannt wird, z. 35. in dem Vorworte zum More. In More (He. 28) wird der bekannten Stelle Kohelet betreffend gedacht mm "md dxdu rnn*iccr n!?np idd wpi, als aus dem Talmud (Sabbat 30) entnommen, aber dort lautet der Nachsatz m hn n? DrniD ->0O2, offenbar aber hat Maimuni hier aus dem Midrasch citirt, wo wirklich dieser Nachsatz steht. Auch der Verfasser der Scheellot scheint diesen Midrasch gekannt zu haben, denn zu Parascha Jitro wird aus Nida 31a eine Hagada erwähnt mit solchen reichen Zusätzen, die sich nm in diesem Midrasch (Piske 2) finden. — Der Midrasch zu Echa (runp anm) wird bei Raschi (Koh. Ende; im Eommernar zu Echa c, zu Jes. c. 22), Aruch, Raschbam (Baba-Batra 132 ^), Tosefot (Taanit, Ende), Maimuni (Mischna-Commentar zu Taanit, Ende) erwähnt. — Der Midrasch des Hoch- Liedes (D'wn “W vrno), auch Midrasch Chastt (min a/nnv) genannt, wird von Raschi in seinem Commentar zu Schir, von Maimuni im More (I!. c. 33) erwähnt. — Der Midrasch zu Rut ist alt, aber es sind schon viele Sachen darin aus, dem bab. Talmud gekommen. '— Der Midrasch zu Esther ist blos aus den Talnnrdm und aus dem Josifon zusammengesetzt, wird aber schon im Aruch und bei Tosefot (Aboda Sara 33 d) citirt. Außer diesen erwähnten Midraschim waren aber noch viele andere, welche noch der Jalkut vor sich gehabt har, für uns aber wohl ganz verloren sind. Dergleichen sind Midrasch des Mosche Darschan; Midrasch Achbir (TiDtt 'd)3 Mid. Tadsche (Kann 'd)> Mid. Espe (riDDN 'D)> Mid. Wajchulu D); Mid. Wajisu (PON 'D); Mid. Aba-Gorjon (jnu KDK 'd) über Esther, aus welchem Jalkut und das zweite Targum über Esther viel geschöpft, und noch viele andere. Auf solche für uns verlorene Midraschim bezieht sich gewiß Raschi, wenn er in seinen Commenkaren Erklärungen im Namen der mJK und des Midrasch erwähnt, die wir jetzt nicht finden, z. V. zu Scmh. 101-d. So citirt Raschi 9'