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Der Orient · 1841-02-27 · 9 (27.2.1841) · p. Spalte 115-116

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
9 (27.2.1841)
Article
Ueber den Kanon
Date
1841-02-27
Page
Spalte 115-116 (sequence 2)
Language
German
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115 Hebenden Kanon der jüd. heil. Schriften. Lit. Uebersichten. Hirsch Chajas: Bemerk. üb. Midrasch. 116 nur kn der Kirche gebraucht, und wird im zweiten Jahrhundert nach der gewöhnlichen Zeitrechnung von den Kirchenvätern rnit solcher Geläufigkeit gebraucht, daß man diese Bezeichnung schon als gebräuchlich voraussetzen muß. Wann diese Benennung nun zuerst entstanden ist, ist nicht mit Gewißheit zu ermitteln; auch wirft sie nach ihrer Bedeutung kein Licht auf das Gezeichnete Vechaltniß dieser Bücher. Ursprünglich bedeutet das Wort „Buch" „Register"; nach Suidas: kuvoviov, libellus. Es bezeichnte dann später Alles, daß zur Kirchenagenda diente; so wird es beispielweise von einem Verzeichniß Lieder gebraucht, die an gewissen Tagen gesungen wurden; (Suicer thes. eccles. il, 40. kccvojv Isyetca oxi cogiOfisvop . . . s%£i ro £{.i{.istqov evvsa adcug owvsÄovfievov) und ferner von einer Sammlung der zum öffentlichen Unterricht bestimmten Bücher (cf. 8oerat, histor. eccles. lib. I. cap. 17). Aus dieser letztgenannten Bezeichnung und der häufigen Anwendung derselben wurden die biblischen Bücher später, die ebenfalls zum Kirchengebrauch dienten, Kanon genannt. Es liegt also für diese Benennung kein anderer Grund vor, als das Verhältniß der einmal gesammelten und zusammengestellten Bücher zum kirchlichen Gottesdienst; Auskunft aber giebt sie uns keinesweges über den wesentlichen Inhalt des damit bezeichnten Begriffes. Wir können mit der Bedeutung des Wortes „Kanon" eben so wenig unsere Untersuchung anfangen, als sie uns überhaupt bei der Fortsetzung leiten kann. Allein auch geschichtliche Erzählungen über die Entstehung und das Wesen des Kanons besitzen wir nicht, um auf sie gestützt, unsere Betrachtung einzuleiten. Zosephus und Philo, die sonst mit dem Exterieur der biblischen Schriften sich zu beschäftigen pflegen, gedenken mit keiner Sylbe eines kanonischen Verbandes und bezeichnen, wenn man nicht der absichtslosen Bezeichnung einiger Bücher bei Philo einen Grund beimrssett will, alle schlechtweg mit „heiligen Schriften". Es läßt sich daraus mit Sicherheit schließen, daß beide Bon einer Entstehung und Begründung, oder von dem Vorhandensein eines Kanon nichts wußten. (Fortsetzung folgt.) Literarische Uebersichten. 39). rnp!} cm lattD. Kritische Bemerkungen und Berichtigungen , die Targumirn und Midraschim betreffend. Von Hirsch Chajas, dem Kreisrabbmen in Zolkiew. Das 1840. 4. ^Schluß.) Von diesen verhältnismäßig kleinen Midraschim' gehe ich zu dem großen Midrasch zu dem heiligen Fünfbuch und den fünf Rollen, genannt nm rni, über, der entschieden die bedeutsamste Stelle in der Midrasch - Literatur einnimmt. Bereschit Rabba, nm nwD (Groß- Genesis), ist uralt, vielleicht gar der älteste Midrasch, der es giebt; der Verfasser der Halachat Gedolot citict ihn zu Endeseines Werkes, worauf scheu die Forscher aufmerksam gemacht haben. Aus Raschi (Berachot 29 d) geht hervor, daß er schon lange vor Haji Gaon geordnet und redigirt war; Raschi selbst citirt ihn fast zu jedem Kapitel der Genesis und ein eigener Commentar von ihm zu Bereschit Rabba wurde erst vor Kurzem gedruckt. M arm uni citirt ihn fünf Mal (z. B. More I. c. 70 II* e. 6. 29 u. s. w.) im More, ferner in seinem Mischna-Commentar (Sanhedrin, c. Chelek: D'pnsb sN mw DTian nnn; Sota, Ende) und in seiner Einleitung zu Tohorot citirt ec aus ihm den Satz br&tt nm* bsto* i?' na n6nN) Uebrigens sind die erwähnten Citate (Sanh. Sota, Einl. zu Tohor.) bei Maimuni höchst auffallend, da sammtliche Satze, die er aus Bereschit Rabba citirt, sich auch im Talmud vorfmden, und es ist uns unerklärlich, warum er nach einer andern Quelle greift. So z. B. findet 'sich der Ende Sota citirte Satz nm um xb wry fl auch Iebamot 63.b, der zur Mischna Chelek auch Taanit 7*, und der in der Einleitung auch Chagiga 14 und Sanhedrin 38. Es scheint aber eine Eigertthümlichkcit Maimuni's gewesen zu sein; denn er citirt sogar aus arabischen Büchern, was sich im Talmud findet, wie z. B. den Spruch 7ns Nmy pmy erwähnt er im More (S. 74) als mmyn hüx Doniaan bimn, wahrend er im Talmud vorkommt. — Schemot Rabba, nm niDKf (Groß - Exod), wird von keinem alten Schriftsteller erwähnt, denn Raschi citirt es nirgends, da alle Hagada's in seinem Exod - Commentar aus dem Tractat Sota und aus Tanchuwa wörtlich entnommen sind, eben so nicht Maimuni und nicht einmal die Tosefot. Schlagend scheint mir die Erklärung Raschi's zu Exod. 9, 32 zu sein, wo er sagt: ijArtlö/' mmma w NDirun arm n Dfofe nn; dieses findet sich aber wirklich in Schemot Rabba, und dennoch citirt er es aus Tanchuma, also gewiß aus keinem andern Grunde, als weil zu Raschi's Zeit dieser Theil des Midrasch noch nicht redigirt war. Es finden sich aber auch noch andere Stellen bei Raschi in seinem Exod - Commentar, die er aus Tarchuma citirt, während sie sich auch wörtlich in Schemot Rabba finden. Der Verfasser des Aruch erwähnt ebenfalls nirgends in seinem Werke diesen Midrasch. Maimuni, wie gesagt, kennt gar nicht diesen Namen, und wenn er in seinem großen Werke Jad (Hil. Sanh. c. 25 hal. 2), mit der Formel 'öd na>? rfmpn, eine Stelle aus diesem Midrasch zu erwähnen scheint (die sich wirklich pur. wa-Ere Piske 7 findet),

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