Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 8 (20.2.1841)
- Article
- Die Psalmüberschriften in kritischer, historischer und archäologischer Hinsicht
- Date
- 1841-02-20
- Page
- Spalte 109-110 (sequence 3)
- Language
- German
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109 Probe eines Beitrages zur hebräischen Archäologie, v. L. Bodenheimer, R. in Hildesheim. 110 welcher David mit Saul zusammentraf (1 Sam. 24, 4j;. wenn entschieden werden sollte, so würden wir uns für das erste entscheiden. Vgl. zn 57, 1. Suchen wir aus dem bisher Gesagten ein ResuLtut zu ziehen, so dürfte dies kurz ln Folgendem bestehen: von den historischen Psillmüb erschuften haben einige, wie 18/1. 34,1. 54- 2 gewiß die Bücher Sam. gekannt; von andern dürfte dies nicht ganz sicher auszusagen sein. Einige hingegen, wie 7t 1. (34, 1). 60, 1. haben ohne Zweifel auch noch andere Quellen gekannt. — Hiermit scheinen die historischen Psalmüberschrisien auch nicht in die jüngste Zeit der „biblischen" Epoche gesetzt werden zu können. Denn dafür spricht 1) daß sie andere Quellen kennen, als zur Zeit der Redaktion des Kanon vorhanden waren; 2) daß sie meist in den zwei ältesten Büchern der Psalmen vorkommern, und zwar in Verbindung mit solchen Namen von Liedern (Schigajon, Maskil und Miktam), deren Bedeutung schon früh verloren gegangen zu sein scheint; 3) daß sie-meist noch einen Ansatz vorn bekommen haben. Denn wenn es klar ist (woraus wir noch einmal zurückkommen), daß die meisten Ueberschriften nach und nach stückweise entstanden sind, so ist es natürlich, den Theil der Ueberschrifr, welcher dem Psalm selbst naher steht, für den altern anzunehmen, und das geschieht auch meist bei den historischen Ueberschriften; dürste also der terminns ad quem etwas über die Abfassung der Chronik (nach Zuuz G. V. d. I. S. 33. 260 v. Chr.) hinanfreichen, so richtet sich der terminns a quo nach dem jedesmaligen Psalm, dessen natürlich um ein Bedeutendes jüngere — Begleiterin die Überschrift ist. Chronologisch geordnet würden die historischen Psalmüberschriften etwa so aufeinandersolgen: 59. 56. 34. 142. 52. 54. 57. 63. 60. 3. 51. 7. 18. Wir fügen noch diejenigen historischen Ueberschriften hinzu, welche die LXX, haben, ohne daß sie im hebräischen Text sich finden. 27» röv iQiaQ’rjvcu. 71. 7t. vtoov ’lcovaüuß x«t toJv tvocozcov cirj'iialiürt'd'av'ccüv (?) 76. Ttqdg tov Aggvqiqv. 80* V7VSQ TOV ’ACCVQIOV. 96. 5t£ 6 0ixog <pHOÖ6{A,7JT(X& fistu TT^V ttiy^dk03- GidV, (mSri reo Auvid). 97* rco Auvid, ozs rj y^l vvvov xavioxuzca. 151, ovrog 6 'ipct^uog iöioyqucpog alg Auvid, ztcl S^CO’d’EV ZOV UQl&flÖV 0T£ £flOVO|TCO FollCiÖ. Das Wohnen in den Zelten. Probe eines Beitrages zur h e b r ä i s ch e n Ä r ch ä o l o g i e von L. Bodenheimer, Land-Rabbiner zu Hildesheim. Wir werden in dieser Untersuchung sehr oft über das Zelt des jetzigen Arabers uns Aufschlüsse verschaffen müssen, um die Schriften des Altcrthums, die beinahe auf jedem Blatte über diesen Gegenstand sprechen, gründlich zu verstehen und zu erläutern. Die Patriarchen lebten das ganze Jahr hindurch in Zelte»: Ge». 12, 8. tnpD .’yill LD tTO rfolN1 ll'1. Obschon neuere Reisende uns erzählen, daß es ihnen sehr angenehm mar, als sie einst im Monate Marz des Morgens von einem Nachtlager unter Zelten aufbrechen konnten, weil das Wetter zu naß und kalt war, so mag dieses doch nur bei Europäern der Fall sein, welche daran nicht gewöhnt sind, keineswegs bei Leuten aus jener Gegend, da noch jetzt viele in den nördlichen Theil,en auf diese Weise leben. Es sind auch die Araber jetzt im Stande, die Zelte so aufzuschlagen, daß der Regen leicht herabfließm rann, welches wahrscheinlich die Patriarchen auch verstanden. Die Araber leben im Winter wie im Sommer in diesen Wohnungen, selbst wenn sie Hauser besitzen. So findet man die Araber auf dem Berge Karmel. Diejenigen, welche sich nun die Wohnungen der Zelte wählten, wurden Nomaden oder Hirten genannt: vo^iug, mit Biehheerden ohne festen Platz umhertreibend , oi No{idd?g7 mit ihren Heerden herumziehende Hirtenvölker. Wir dürfen daher unsere Hirten nicht mit jenen Nomaden vergleichen, denn diese Nomaden zogen mit ihren Zelten und Heerden von einem Orte zum andern, wo sie grüne Weiden und Wafferquellen fanden. Daher auch, als Lot, der mit Abraham ging, viele Schaft, Rinder und Hütten hatte, und das Land es nicht ertragen konnte, daß sie beisammen wohnten, und Zwischen den Vichhicten Abrahams und Loc's ein Streit entstand, da sprach Abraham zu Lot: Du hast doch das ganze Land vor dir, trenne Dich also von mir. "03 b HN WJ/ Ntt DP NW np$D nb ‘O jTpn. — Jabel wau der eigentliche Erfinder dieser Lebensweise, er war der erste Zeltenbewohncr und Viehtreiber, wie uns im ersten Buche Most's 4, 20 berichtet wird. Obschon uns auch schon von Abel erzählt wird, daß er ein Schafhirt war, so war doch Iabal der erste, welcher das obenbeschriebene Nomadenleben führte und mit seinen Heerden und Zelten in der Wüste herumzog. Oie LXX geben diese Stelle daher auf diese Weise: v.ca I’tskev ’Aödu zov idßijX ovrog i]v TcavrjQ oixovvzcov §v Gxrivcdg ytzrjvozQoepcov, v.oil ovopa reo ccdskcpcß avzov lovßal, ovzog r\v 6 nuzadei^ug 'ipcdzyQiov riccl tu&ccqccv. Auch Josephus (Jüdische Alterthümer I. 1. e. 3) sagt: zov zcov icoß^log phv ifg ddug ysyovcogr 6%r\vdg eut^cito xal TtQoßcczCccv TjyaTtrjGEV. tovßd- Xog ö's ofLOfLrjZQLog av ccvzcpj [.toilömrjv rjGnrjCS xal 'ipcdz'Qqiov xcd YA&dqav E7t£vor](Ts> Ex his Jobei exAdanatus taburnaeulis construetis pastorali cultu ac Victu fuit contentns. Jubal vero germanus ejus musicae operam dedit, [jsaUenumqaie et ciiharam iitvemt. Spater zog aus diesem Grunde Terach, der Vater Abrahams, von Ur nach Charan, einem Orte, der zur Viehzucht sehr vortrefflich war. Daselbst war eine große Wüste, in welcher man am Winter