Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 7 (13.2.1841)
- Article
- Die Prophetenlegenden des Islam
- Date
- 1841-02-13
- Page
- Spalte 91-92 (sequence 3)
- Language
- German
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91 Die Prophetenlegenden des Islam. Lit. Analckteri. Bemerkung üb. eine phönizische Inschrift. 92 9) Dsul Kar na in s) lebte zur Zeit Abrahams. Jkrrma sagt : Dsul Karnain sei ein Prophet gewesen. Ali der Sohn Abu Laleb (dessen Antlitz Gott ehren möge!) sagte: er sei ein frommer Mann und Chidder, von mütterlicher Seite mit ihm verwandt, sei fern Feldherr gewesen, der ein Heer von 100 mal 100 Kriegern unter seinen Befehlen gehabt habe. Der Nus seiner Kriegsthaten, der vielen glücklichen Erfolge und der zahllosen Güter, die ihm Gott schenkte, gelangte allenthalben zu den Menschen. Durch diesen Chidder eroberte er zahlreiche Staaten, und dieser war es auch, der Krankheiten heilte, die von Wahnsinn Befallenen beruhigte, die Heere in die Flucht trieb, und den Sauber vernichtete, womit verborgene Schätze bewacht wurden. Wo er zur Zeit der Pest in einem Hause war, in dieses konnte sie mit der Zulassung Gottes nicht eindringen. Die Geschichtsforscher sagen, die ganze Welt, sowohl das Morgenland als auch das Abendland, sei von zwei gläubigen Königen beherrscht worden; einmal von Dsul Karnain, das andere Mal von Salomo; ebenso von zwei ungläubigen, nemlich von Bochtanassar (Nebukadnezar) und von Nimrod, dem Sohne Kanaan. Hierbei merke man, daß es zwei Ale: xander gegeben habe: Alexander der Römer welcher der Freund des Chidder war und Alexander der Griechen welcher zur Zeit des Erasto lebte. Ebenso gab es zw« Daniele: den alteren, der nach Noah lehte, den Tigris und Euphrat gegraben hat, und dessen Nase eine Elle lang war; und Daniel den jüngeren, welcher nach Salomo lebte. So gab es zwei Lokmane: Lokman den Aaditen, der zur Zeit des Hud lebte, und Lokman mit dem Zunamen des Weisen, der zu Davids Zeit lebte. Es wird.berichtet, daß Lokman beim Untergänge der Aaditen deshalb nothwendigerweise verschont geblieben sei, weil Gott früher zu ihn gesagt hatte: Bitte dir Etwas von mir! Nur Unsterblichkeit ist dir zu erlangen unmöglich. Darauf hatte Lokman geantwortet: Gieb nur die Lange des Lebens von sieben Adlern. Ein einzelner Adler nämlich lebt 80 Jahre lang. Lokman starb also erst dann, als der siebente Adler starb. Desgleichen gab es auch zwei Moses:'Moses den Sohn Mischa, der nach Joseph lebte, und Moses den Sohn Amran, der mit dem Pharao zu schaffen hatte. 10) Lot (Heil über ihn!), ein Prophet. Gott sendete ihn an die Einwohner von Sodom. Diese aber ziehen ihn der Lüge und wurden deshalb von Gott durch Steine vernichtet die im höllischen Feuer geglüht und mit den Namen ihrer Opfer beschrieben waren. Lot lebte 80 Jahre. 8) „Der Zweigehörnte". Nach Einigen wird darunter Alexander der Große verstanden, der dann den seltsamen Beinamen seinem Zuge in die lybische Wüste und dem Jupiter Ammon Corniser, für dessen Sohn er sich ausgab, zu verdanken hatte. Nach Andern sind beide zwei verschiedene Personen. Bei den Muhammedanern selbst werden sie bald idenrisicirt, bald als von einander verschieden dargestellt. Unserem Autor scheinen sie Eine Person zu sein. 11) Lsmael (Heil über ihn!), ein Prophet. Gott sendete ihn zu den Amalekitern. Er war der erste , der auf edeln arabischen Rossen ritt. Von seinem Sohne Kaidhar ließ Gott die arabische Nation abstammen. Er lebte 137 Jahre. (Fortsetzung folgt.) Literarische Analekten. I. Bemerkung über eine phönizische Inschrift. In den Heidelb. Jahrb. 1839 Nr. 53 rügt Herr Professor Hitzig in seiner Necension der Schrift: scripturae linguaequae Phoeniciae monumenta von Gesenius, des letzten: Auffassung und Erklärung nachstehender Inschrift, und sucht mit großem Aufwand von Scharfsinn und Gelehrsamkeit den wahren Sinn derselben zu erforschen. Wenn nun Hr. Hitzig die Exegese des Hrn. Gesenius in Betreff dieser Inschrift — und wie es uns bedünken möchte — mit Recht verwirft, so kommt Refr. in Versuchung auf die von Hr. Hitzig gegebene, den Spruch des Talmuds: 3.1N NHGfiQ&y anzuwenden. Denn nicht nur erwachsen aus der Zuflucht Hitzigs zum Arabischen, mittelst dessen den etymologischen Theil der Inschrift zu erklären, rmle Bedenklichkeiten, zumal sich aus dem Hebraismus eben alles fo gut erklären ließe, so werden noch diese Bedenklichkeiten gesteigert durch die kühne Hypothese, welche Hitzigs Combinationsgabe aufzustellen wagt, um für die Inschrift eine Thatsache zu anticipiren, von deren wirklichem Stattgeflmdenhaben, Niemand überzeugt sein wird. Wenn nun Referent weit davon entfernt ist, nachfolgende dritte Erklärung der Inschrift als die allein wahre zu betrachten, so glaubt er eben ihrer Einfachheit halber, der Wahrheit wenigstens um einen Schritt naher als seine geehrten Vorgänger zu sein, und üborgiebt seine Ansicht dem prüfenden Publikum zur genauen Betrachtung, Die Inschrift lautet nach der v. G. u. H. befolgten Wortabtheilung: . -op rffly ro -nn nrn ntan npo tyjü nmn nsthd m *f?D*-o p bpjn und des erstern Uebersetzung tauret: Conclaye domus aeternae esl sepulcrum. Depositus est pius in hoc claustro, ingenium placidum sine dedecore, llanibal filius Barmeled, Gegründet bemerkt Hr. H., daß es noch unerweislich sei, daß zugegeben es bedeute beisetzen, auch in dem Sinne von unsrem „Beisetzen" bestatten, begraben gebraucht worden sei. Ferner fände sich nicht das Wort p]p) im ganzen hebräischen Wortschätze, wohl aber eben so wenig sei rto im Hebräischen carcer, sondern frpp oder Endlich sei das W2O nach KDOD m überflüssig.