Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 5 (30.1.1841)
- Article
- Die Prophetenlegenden des Islam
- Date
- 1841-01-30
- Page
- Spalte 57-58 (sequence 3)
- Language
- German
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57 Sit. Uebersichttn: lieber das Memoire, bezüglich auf den Ursprung unserer Ziffern. 58 daß der Prophet zu Abu Horeira gesagt habe: Gott schuf den Adam 60 Ellen lang und verbot ihn:, den Genuß des Gefallenen und des Blutes; auch gab er ihm die Buchstaben, die bereits mit ihren diakritischen Punkten versehen waren, auf 21 Blättern, worauf zugleich 1000 Sprachen standen, die ihm von Gott nebst 1000 Künsten gelernt wurden. Adam wurde am Freitage, welcher der sechste Lag des Nisan war, und die Eva in der letzten Stunde desselben Tags aus einer Nippe Adams geschaffen. Noch an demselben Tage geschah es, daß Adam aus dem Paradiese auf die Erde geworfen wurde, weshalb die ganze Zeit, die er im Paradiese zugebracht, einen halben Tag betragt, wobei man jedoch an die Lage des Paradieses zu denken hat: denn nach Einigen sind 5 Paradiesesstunden 500 Erdenjahre. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ueberfrchten. 5) Ueder das Memoire, bezüglich auf den Ursprung unserer Ziffern und den Abakus der Pythagoraer von I. H. Vincent. Metz, 1840. 19 xag. in 8. (Aus dem Aach. Israel. Dccemberheft). Die Zeit der Einführung oder des ersten Gebmuchs unserer numerischen Ziffern in Europa ist eine archäologische Frage, über welche schon lange unter dm Ge. lehrten gekämpft wird. Die Thatsachen sind dunkel und selten und daher giebt es der Systeme viele, und fast allen bekannten Völkern wurde die Erfindung der Kiffern zugeschrieben. Die vier folgenden haben die meisten Stimmen erhalten: die Indier, die Araber, die Griechen, und die Römer. Zm Jahre 1837, nahm Chasles, ein ausgezeichneter französischer Mathematiker, durch eine gute Erklärung einer dunkeln Stelle des Boötius dazu veranlaßt, den Streit wieder auf^), und entschied zu Gunsten der Griechen. Diese Stelle findet sich in der Geometrie dieses berühmten Römers, welcher, ein Märtyrer der Tugend, im Jahre 526 starb. Man besitzt mehc§ Manuskripte dieser Geometrie, welche zum ersten Male im Jahre 1491 und später 1499 und 15/0 gedruckt wurde. Hier folgt der Anfang der Übersetzung dieser Stelle, so wie sie Chasles giebt. ,,Pythagoraer, um Jrrthümec in ihrer Multiplication, Division und in ihren Messungen zu vermeiden, hatten für ihren Gebrauch eine Tafel erfunden (denn sie waren in allen Dingen überaus erfinderisch und Z) Chasles, Apercu historique sur rOngine et le Deveioppement des methodes eat Geometrie, Bruxelles, 1837. in 4o p. 462—476. scharfsinnig), welche sie, nach dem Namen ihres Meisters, Tafel des Pythagoras nannten, weil sieden ersten Gedanken dazu von diesem Philosophen erhalten hatten. Diese Tafel wurde von den Neuern, Abakus, genannt. In Folge dieses Mittels, welches sie mit Anstrengung des Geistes gefunden hatten, konnten sie die Kenntniß desselben dadurch gebräuchlicher und allgemeiner machen, doß sie es, so zu sagen, dem Auge vorführten. Sie gaben dieser Tafel eine höchst sonderbare, hier unten dargestellte Form." Im fernern Verfolg dieser Stelle, findet man, in den weiter unten angeführten Ausgaben des Boittius, unsere gebräuchliche Multiplicationstafel; daher die gewöhnliche Annahme, daß die Tafel des Pythagoras, von der Boetms spricht, nichts Anderes ist als die 81 Quadrate, welche den Anfängern, zur Erlernung der Multiplication einer Zahl mit einer andern dienen. Diese, schon durch so viele Jahrhunderte verbreitete Meinung, bekämpft nun Chasleser glaubt, daß Boötius, mit den Worten: Tafel des Pythagoras etwas ganz Anderes gemeint habe. Denn in einem sehr schönen Manuskripte der Bibliothek von Chartres ans dem 9ten Jahrhundert folgt nach der oben angeführten Stelle nicht unsere Multiplicationstafel, sondern acht Linien. Die erste, die einzige für uns wichtige, enthält die 9 Zeichen, durch welche Boütius die 9 ersten Zahlen vorstellte, 1, 2, 3 . . . 9.; sie sind von der Rechten zur Linken geschrieben und über ihnen sind ihre Namen wie folgt: Lelenüs. lemenias, zenis, callis, quuftas, arbas, armas, aridras, igin. Igln ist eins, andras, zwei..... celentis, neim. Wir lassen die Zeichen weg; denn Herr Vincent beschäftigt sich hauptsächlich mit der Etymologie dieser Namen, und dm Ursprung, welchen sie unseren Zahlen giebt. Schon im 1/ten Jahrhundert hatte Huet, der gelehrte Bischof von Avranche, die Bemerkung gemacht, daß die Namen der Zahlen 4, 6, 7, 8 hebräischen Ursprungs sind 2) und dies ist für armas und quimas augenscheinlich. Man braucht nur zewis für zenis zu lesen, und man findet das hebräische Wort .der Zahl sieben entsprechen; temenias bedeutet acht im chaldäischm, eine der hebräischen sehr nahe verwandten und wahrscheinlich ältern Sprache. Hr. Vincent nimmt diese Etymologie an, und es bleiben somit noch die fünf andern Namen übrig. Nun, sagt jener Gekehrte, da Boötius die Erfindung der apices3) den pythag. Philosophen zuschreibt, schien es uns vernunftgemäß, damit anzufangen, das Licht in den Lehren ihrer Schule zu suchen. Indem Hr. Vincent nun diesen Gang verfolgt, und dabei eine große Gelehrsamkeit entwickelt, kommt ec auf eine sehr geistreiche Weise zu sei- 2) Deraionst. evangelica. 3) So nennt Boetius die Ziffern.