Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 4 (23.1.1841)
- Article
- Probe einer etymologisch-lexikographischen Uebersetzung des ersten Tagsiebents
- Date
- 1841-01-23
- Page
- Spalte 45-46 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Lit. Uebersichten: Beenseb's hebräisches Wörterbuchs herausgegeben v. Meir Letteris. 46 lung und Erwürgung« Es müssen uns ereilen, erfass sin, berühren und anhangen Rache- und StraftGerichte, dazu ersehen, uns zu verderben, zu vernichten, aufzureiden, niederzuwelken, zu Grunde zu richten und niederzuschnauben. Und darum empfinden wir Neue, nähern uns und nahen, um zu küren, zu kiesen, zu erlesen, zu erwählen Klugheit und Leitungsfähigkeit, um zu suchen, zu erstreben; nachzutrachten, nachzuforschen, nachzufragen, nachzuspähen, nachzustöbern, nachzugraben, nachzugrübeln; zu erkunden, auszugattem, auszukundschasten, als die rechten Fiskale und Schatzmeister , gehäufte, bewahrte, verwahrte, aufbewahrte, verborgene Schätze, festergriffnes Besitzthum und im Innern verschloßnes Eigenthum von scharfsinnigen Gnomen, vergleichenden Parabeln und ihre einleuchtende Lösung, um öffnen, erklären, genau bestimmen, auslegen und deuten zu können die nur durch Fleiß ermittelbare Bedeutung aus den tiefen Sinn der Schrift. (Schluß folgt.) Literarische Uebersichten. 4) CWW“! ~)DD, oder hebräisch - deutsches und deutschhebräisches Wörterbuch über das alte Testament von S\ L. Bense w. — Dritte Auflage. Vermehrt und verbessert von M. Letteris. Erster Theil: hebräischdeutsch. Wien, 1839 — 40. gr. 8. bei Franz Edlen v. Schmid und I. I. Busch. Erste Abteilung 387Seiten; zweite Abtheilung 464 Seiten. So ungeziemend und lächerlich es sich ausnehmen müßte, wenn ein Schüler seinem Lehrer eine Censur, ein Aeugniß seiner Befähigung zu ertheilen unternimmt, eben so lächerlich würde es klingen, wenn ein Recensent es sich bekommen ließe, einem Werke durch seine Kritik erst ein Certisicat auszustellen, das bereits über drei Jahrzehnte seine praktische Brauchbarkeit in echtjüdischen Schulen erprobt, das fast bei allen jetzt noch hebräischschreibenden Männern zuerst eine grammatische und lexicalische Anschauung geweckt, das bei der jüdischen Jugend, wenn auch nur mittelbar,-den fast untergegangenen Sinn für grammatische Auslegung der Schrift zuerst angeregt und das wirklich auch dem Recensenten zu einem Nachschlagebuch geworden. Und welche bewegte, durchwühlte Zeit, welchen weiten, riesenmäßigen Raum hat es durchschritten! Durch das weite unübersehbare Rußland hat es seinen Weg gefunden — es wurde sogar dort einige Mal aufgelegt — durch die Moldau bis Constantinopel fand es seine Bahn, und so weit unter den Juden Deutschlands die Lust nach Verständniß des Hebräischen. wach war, hat Niemand dieses Werk entbehrt. Wenn aber auch zur Empfehlung dieses Wörterbuchs schon die Angabe seiner geschichtlichen Dauer hinreicht, so würde man mit Recht als eine unverantwortliche Vernachlässigung ansehen können, den großen Mühen und Verdiensten des Hrn. Letteris bei dieser fast durchgreifenden Umarbeitung keinen öffentlichen Dank zollen zu wollen. Denn Letteris hatdie neuesten und trefflichsten Forschungen, so bald sie die Wortkenntniß betrafen, sehr geschickt zur Bereicherung dieser neuen Ausgabe benutzt; die Arbeiten von Gesenius, Rosenmüller, de Wette, Hitzig, so wie die der jüdischen Gelehrten wurden so weit es anging verwendet und fast um zwanzig Tausend Citate vollständig gemacht; dabei wird der biblisch-aramäische Theil, welcher besonders erscheint, und der deutsch-hebräische Theil ganz das Werk des Herrn Letteris. Den besten Dank aber, den wir 5>nn Letteris für seine treffliche Besorgung dieser Ausgabe geben können, ist die Versicherung, daß sein Name von dem Bensebs nicht mehr getrennt werden kann und wird, und daß ec sich eben dadurch ein schönes Denkmal gesetzt. Ich gehe nun zu dem Inhalte über, nicht um Benseeb zu kritisiren, sondern um Bemerkungen daran zu knüpfen, welche der jetzige Stand der lexicalischen Wissenschaft uns au die Hand gibt. Durch das ganze Werk wird der absolute Jnsinitif als Norm zur Bezeichnung des nackten Stammes gebraucht z. B. Mtt, “PN, Hbtt; dieses ist aber im Semitischen ganz unstatthaft, wie schon die ersten Elemente der Grammatik lehren, daß nur die 3. P. prat. allein eine Norm des Stammes werden könne. Wahrscheinlich hat der vorwaltende Hang, die abendländischen Sprachen nachzuahmen, zu einem Fehlgriff verleitet, den auch andere jüdische Grammatiker und Exegeten der Neuzeit noch theilen. —- Die primitiven Nomina, die durchaus von keinem Verbalstamme herzuleiten sind, werden hier noch immer unter Gehorsam von Verbalstämmen gestellt, die durchaus hier kein Paternitäts-Recht üben können, so z. B. wird ütt immer unter Fptt. — Zu manchen Nennwörtern werden noch Wurzeln hingestellt, die entschieden unrichtig sind, z. B. steht noch unter ptt, wahrend doch bte Wurzel top ist, ebenso i>Y"Utt unter “tttt, während doch die Wurzel aru ist. (Fortsetzung folgt.) 4*