Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 1 (2.1.1841)
- Article
- Die natürliche Auslegung der biblischen Erzählungen
- Date
- 1841-01-02
- Page
- Spalte 15-16 (sequence 3)
- Language
- German
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15 Die natürliche Auslegung der biblischen Erzählungen. Literarische Ankündigungen. n sie aus Unkenntniß für Wunder. Die natürlichsten Ereignisse nahmen sie in ihrem wundersüchtigen Wesen im Glauben an die selbstgefällige Macht über die Natur als Wunder und wunderbare Begebenheit. Es gilt nur den gewundenen Knoten zu lösen, das Wunderbare abzustreifen, um hinter die Wahrheit zu kommen. Da ward nun ein freies Feld der conjiciren- Len Lhätigkekt eröffnet, und in diesem selbstgeschaffenen Eldorado tummelte man sich nach Gefallen. Da traten dem Exegeten bekannte Bilder entgegen, die da erfreuten seine Seele; denn er hat sie selbst gemacht, er.war der Vater, und in all Liesen Gebilden, die ihm überraschend entgegentraten, erkannte er sich selber. Je mehr das Individuelle in einer Auslegung nämlich vorherrscht, desto überzeugender und gefälliger erscheint dieser denen, die sich auf diesem Standpunkt mit befinden. So wurde munter denn conjekturirt; man schloß aus den Er; zählungen, hieß es, auf das reele Verhältniß der Begebenheit, streifte das Wunderbare ab, und untersuchte, welche natürliche Erscheinung in der Ansicht der biblischen Schriftsteller wohl das Bild der wunderbaren Geschichte hervorzaubern konnte. (Schluß folge.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen [1.] Bei Heinrich Franke in Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen fest zu beziehen: DiDHp pN das Land des Alteethrrms, oder biblische Erdbeschreibung alphabetisch geordnet von Salomon Loewisohn, Jetzt theils durch kritische Benutzung vieler in dies Fach schlagenden Arbeiten christlicher Gelehrten, mehr aber durch genaue Nachweisungen aus den rabbinischen Quellen, namentlich des Talmud, Midraschim, Pesikta in s/w. bald erläutert, bald berichtigt, und vorzüglich mit einer großen Anzahl vieler neuen Ortsnamen vermehrt, von Jakob Kaplan. H Theile. Preis 1 Thlr. 42 gr. Mit einer schönen ausführlichen Karte von Palästina? Diese Schrift über die biblische Geographie, worin so viele Bezüge aus den Lalmuden für Benennung und Kenntniß der heiligen Oerter fleißig gesammelt sind, zeichnet sich auch durch äußerlich schöne Ausstattung vortheilhaft aus. P*] ci dwn nn^in ob er Lehrbuch der astronomischen und optischen Wissenschaften, so wie die Sonn- und Mondberechnungen und deren Finsternisse. Nach dm neuesten astronomischen Untersuchungen bearbeitet mit 2 Kupfertafeln und 12 astronomischen Tafeln. von Chajim Selig Slonimski. 8. Preis 20 Gr. Dieses gelehrte Werk, von welchem der sel. Nachm an K rochma l in Brody, Abraham Jakob Stern und Jakob Lugendhold in Warschau mit großer Begeisterung gesprochen, und in welchem auch das Sendschreiben Ra pa Port 's sich befindet, ist gewiß das trefflichste, was auf eiesem Gebiete in der Neuzeit erschienen ist. Am Schluffe giebt der Verfasser eine Abhandlung über die Tekufot, wobei die jüdischen Schriften, wie S e f e r h a - I b b u r des A b ra- .ham Ha-Nasi, Jesod Ol am des Isaak Iisrae li, Kidusch h a - C h o d e s ch des M a i m u n i, L e ch u n a t h a- Schamajim des Rafael Hannover, Schebile de- Rekia des Elija hu Hechim Rücksicht genommen wird. Heinrich Franke. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nag es.