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Der Orient · 1840-12-19 · 51 (19.12.1840) · p. 793

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
51 (19.12.1840)
Article
Die Psalmüberschriften in kritischer, historischer und archäologischer Hinsicht
Date
1840-12-19
Page
793 (sequence 3)
Language
German
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xnm m Piamruver>cyrlsren. L)er sparere Sprung eerjewen. die großentheils im hebräischen Orrgnal ihren Ursprung zu suchen haben, bestehen im Allgemeinen darin, daß sie Ueberschriften darbieten, wo wir gar keine haben; oder daß sie schon vorhandene durch mannigfache Zusatze erweitern. Die Psalmen 33. 71. 76* 80. 91. 94—97. 99. 104. 146—148, die in unserem Texte jeder Ueberschrist entbehren, werden im griechischen Texte dem David zugeschrieben, mit Ausnahme der beiden letzten, die vom Haggai und Zacharias sein sollen. Dieselben beiden Propheten stehen t/\ 138 mit David zusammen in der Ueberschrift. Geschichtliche Veranlaffungen geben sie, offenbar nach Tradition oder eigner Vermuthung; z. B. 27. kqo iQiGd'fjvcti, vor dem Gesalbtwerden; ty, 71. vov ’loovceödß %cti xmv nQcorcüV ctl%[xciXcQtig&svtcov, als Jonadab und die Vornehmsten gefangen wurden2) und sie setzten hinzu Aavid. 7/;* 143 ist von David, als ihn sein Sohn verfolgte; eine Conjektur, die wenigstens nicht schlechter ist, als 3, 1 (vergl. 143, 3. 6). 7p. 144 ist gegen Goliat (vergl. V. 1. 2-!^ '1' V. io. 3*ino roy nn n« näisn njH); daß sich 7p. 76 auf den Assyrier beziehe, ist, wie schon bemerkt, aus V. 4 und 6 sehr glücklich geschlossen, oder wenn man will nach Tradition; weniger gut 7j-. 80. vtüeq xov ’Aggvqwvz). Mit Uebergehung geringerer Zusätze, wie (sie ro vslog), t//. 11. IIDiD (ycdfios) 7/,. 81 u. dgl. bemerken wir nur, daß die 15 Schire Ha-Maalot (120—134) im Texte der LXX consequent keinen Versassernamen haben, . obgleich diese Uebersetzung ffonst sehr freigebig damit ist, während im hebräischen Texte 122. 127. 131* 133 dem David, 127 dem Salomo zugeschrieben werden; eine Erscheinung wodurch die Vermuthung bestärkt wird, daß diese Lieder einer Privatsammlung angehörten; und zwar scheinen sie sich in dem Exemplar des griech. Uebersetzers reiner erhalten zu haben, als in dem masoretischen Texte. Sonst lassen sie nur einmal 7p. 67 das Wort TI# hinweg. Interessanter ist folgende Erscheinung. Die LXX fügen 4 Psalmen, nämlich 24. 48. 93. 94 die im hebr. Texte nicht befindliche Bestimmung für einen gewissen Wochentag zu, und zwar wird 7p. 24 für den Sonntag, 48 für Montag, 93 für Freitag, 94 für Mittwoch bestimmt. Daß diese Ueberschriften nicht Zufall oder Willkür der Uebersetzer sind, sondern sich aus dem Gebrauche, der von den Psalmen gemacht wurde, herschreiben, ergiebt sich aus Mischna Tamid 7, 4, wo erzählt wird, die Leviten hätten im Tempel folgende Psalmen an den einzelnen Tagen zu singen gepflegt: 2) Wenn wir auch natürlich diesen Zusätzen keinen historischen Glauben beimessen, so sind sie als alte Tradition beachtenswert^ und da die LXX doch einmal Juden waren, eben so sehr der Erwähnung würdig, als irgend ein Midrasch. 3) Noch schlechter 7p. 43 m AavCd f während sie bei 7p. 42 dem hebr. Texre treu bleiben. 7UÖ Am 1. Wochentage 7p. 24, am 2. 7/-. 48, am 3. den 82., am 4. den 94., am 5. den 81., am 6. den 93., am Sabbat den 924). Diese merkwürdige Uebereinstimmung zweier von einander unabhängiger Denkmäler erklärt sich hinlänglich, wenn wir annehmen, daß man gewohnt war, in einzelne Exemplare des Psalmbuches sich außer andern Ritualien auch zu bemerken, für welchen Tag dieser oder jener Psalm bestimmt sei. Aus einem solchen, in 4 Psalmen mit jener Bemerkung versehenen Exemplare übersetzte wahrscheinlich der Uebersetzer der Psalmen in dm LXX.5). — Aber wahrscheinlich verdanken wir demselben Umstande auch die Inschrift 7p. 92. rQfcWl Tt# TftTÖ, der eben so wenig für den Sabbat geschrieben ist, wie 7p. 24 für Sonntag u. s. w. Daß sich diese im hebr. Text erhielt, jene nicht, ist sehr erklärlich, da man wahrscheinlich früher ansing, für den Sabbatgottesdienst einen Psalm auszuwählen, als für die übrigen Tage; daher jene hebräische Inschrift verbreiteter war, während die übrigen jünger, weniger verbreitet von den redigirenden Masoceten (wenn wir die ältesten Sammler canonischer Bücher so nennen dürfen) ausgeschlossen'wurden. Ähnlichen Ursprung schreiben wir Ueberschriften wie ( HKjD'? u. f.w. 30. rron nronivoid, 100 nun), 38* u. dgl. m. Folglich laßt sich das Resultat der bisher geführten Untersuchung kurz folgendermaßen zusammenfassen. Die Pfalmüberschriften entstanden durch Tradition, Conjektur oder Gebrauch, können also nur in sofern als Autorität gelten, als sie die älteste Tradition oder älteste Vermuthung über Urheber und Veranlassung enthalten. Sie sind nicht auf einmal entstanden. Während manche sehr hoch hinaufreichen (7p. 7.18), können die jüngsten erst gegen Mitte oder Ende des 2. Jahrhunderts vor Chr. entstanden sein. Daß wir von jeder einzelnen die Zeit angeben, wird Niemand verlangen; natürlich aber ist jede Ueberschrift nach dem Alter des Psalmes zu beurtheilen, in welcher Hinsicht wir auf die mehrgenannten Commentarien von de Wette, Ewald, Hitzig rc. verweisen. Mehres Einzelne, was sich mehr auf Inhalt, als auf Alter der Ueberschriften bezieht, wird, um . Wiederholungen zu meiden, im zweiten und dritten Abschnitt gesagt werden. (Ende des ersten Abschnitts.) 4) Womit bekanntlich der heutige Ritus überemstimmt. 7p- 38. fügen sie hinzu tteqI cußßazov eine Beziehung, die uns unbekannt ist. 7p. 29. i^odiov 6K7jvrjg (beim Hinausbringen der Stiftshütte) dürsten eher einen Anklang an unfern heutigen Ritus verrathen. 5) Daß die LXX diesen Gebrauch nur an den 4 angegebenen Tagen bezeichnen, scheint daraus hinzudeuten, daß sie es nur so im hebr. Codex fanden.

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