Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1840-12-05 · 49 (5.12.1840) · p. 762

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
49 (5.12.1840)
Article
Zur Geschichte der Homiletik
Date
1840-12-05
Page
762 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8555529-9891396-9891466-2364248--0987-2364282
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

'*öä -L-r. Howyeim's goueeoienimc^e .^otmge, veurryerit von Frankel. hören, mit Einem Male zu erfassen, Schwierigkeit*) machen. S. 67 wird Gott als Hirt bezeichnet TViV ‘IHN4 Mini S. 88 und 89 wird von den Hirten oder Predigern jeder Religion gesprochen; eine Inconsequenz, die in einer mnb derselben Predigt zu vermeiden ist. Wir hatten aber auch ohne dies die ganze Stelle (S. 89) „Und auch 2C." von Herzen gern w eggewünscht, da sie mit den vom Vers, selbst überall ausgesprochenen Ansichten nicht in eine Harmonie zu bringen ist; Hr. Dr. H. hat hier eine falsche Saite gegriffen, und darum dieser unharmonische Ton, der gellend in das Ohr eines Gläubigen dringt.— Die sechste, eine Trauungsrede, tritt zwar weniger lebhaft, bilder- und gedankenreich hervor, sie bewegt sich sogar (S. 69) in alltäglichen Verhältnissen, welche besonders, ohne Bibelvcrse und LalmudstcUen dargestellt, zu kahl und nackt erscheinen;- dennoch bekundet sie einen echtreligiöstn Sinn, welcher in der weggewünschten Stelle des vorigen Vortrages (S. 84) uns getrübt erschien, und gibt (S. 98) eine genaue undrichtige Schilderung des alt-jüdischen Familienlebens: „Wie ganz anders ff." S. 99. „das häusliche Familienglück, verklärt in den SLrahlenglanz des Sabbat, ist die reizendste Oase in der Wüste des alt-israelitischen Lebens". Die Rede enthalt im.ersten Theile: „Die Religiosität im Hause", woran vorzüglich die Braut ermahnt wird, und im zweiten „die Religiosität im öffentlichen Leben", wozu mehr der Bräutigam aufgefordert wird; der Text ist Rut 1, 16 und 17, besonders wird der schöne Ausspruch ‘pplpftl ’JDJJ poy mit Recht oft angewandt und hervorgehoben. — Gleich am Anfänge „S. 91 In jener ... da gab" sind die Worte fo eingcleitet, daß man sonderbarer Weise in dem allzukleiiwn Nachsatz gerade das Gegentheil erwartete. Ferner ist S. 92 „seiner Wahl" sehr zweideutig und nur mit Mühe auf „Weib" zu beziehen. . II* Indem wir, nach beendeter Recension des ersten Heftes, zum zweiten übergehen, halten wir's für Pflicht, Rechenschaft über unsre Art und Weise zu recensiren, dem gelehrten Leser abzulegen, zumal da diese Beurtheilung sich qualitativ und quantitativ von allen andern unterscheidet. Sie unterscheidet sich qualitativ; denn, wenn Recensionen oder Kritiken gewöhnlich bloße Negationen sind, die gut oder schlecht genannt werden, je nachdem sie unparteiisch oder parthekisch, begründet oder unbegründet ausfallen; wenn ferner der Herr Redakteur in seiner Vorrede zum Oriente das Streben „die Kritiken durch ein Verarbeiten des Buches zu etwas Positivem zu erheben" ausspncht, und solches in diesem strengwissenschaftlichen Blatte bekundet: so können wir ohne Anmaßung behaupten, 2) So ist S» 82 ein Satz von 32, S. 126—27 von 33, S. 145—46 von 20, S. 152 von 31, S. 164—65 von m Zeilen gebildet; ferner finden sich große Perioden S. 111, 113, 148, 153 , welche alle schleppend ''und schwülstig werden.!'d daß wir mit dem Positiven begonnen, das Negative erlangt, und durch das Negative das Positive wieder gewonnen haben. Wir wollen uns deutlicher zu machen suchen. Uns beschäftigte der Gedanke) gewisse Regeln der Homiletik (also etwas Positives) aufzustellen, und indem Bewußtsein, solche könnten nur a posteriori aus den besten Predigten gezogen werden, übernahmen wir die Recension (etwas Negatives) dieser uns am meisten ansprechenden und als die gediegensten von unsrem Standpunkte aus uns erscheinenden Predigten, in der Absicht, durch das Rügen und Negiren des minder Guten das Bessere und Vollkommnere (etwas Positives) zu erlangen. Auf dieselbe Weise, wie zuerst das positive Moment ttj unsrem Geiste entstand, ließen wir auch in dieser Arbeit positive Momente und allgemeine Regeln vorangehen, und richteten in der Kritik, in dem Negiren, unser Augenmerk auf das wieder zu gewinnende Positive, auf die daraus abzuleitende, richtige Art und Weise, Predigten abzufaffen und zu halten. Darum mußten wir so genau auf Eintheilung, Gedanken m\b Worte dieser Predigten .eingehen, darum dursten wir nicht das geringste Tadelnswerte, das in andern Vortragen nimmer gerügt werden kann, ungeahndet vorübergehen lassen, ja wir mußten, nahahmend unfern höchsten Richter „p“ip~D iT)}Jt?n £01PQ D'JpVttO" ■ m den schönsten Predigten auch die kleinsten Fehler vor den Richterstuhl der Grammatik, Logik und Aesthetkk fordern, und darum endlich tuitfjte unsere Arbeit aud) quantitativ anders ausfallen, sie mußte weitläufiger, umfassender und größer werden. Der 7., 8. und 9. Vortrag, am 1., 7. und 8. Tag nDD gehalten, bilden, wie diese Festtage, ein Ganzes, Zusammengchörendes und Unzertrennliches. Uns ward befohlen, den Auszug aus Egypten nicht nur durch Erzählen und Tradition, sondern auch durch praktische Gebote als: rwä, nnia, 1' 'iw, ü-xi 3> 'iw p^sn, welche dem Denken (t^S““]), Fühlen (2p, T), dem häuslichen Leben (HiTO) und dem öffentlichen (N^D entspcechen, im Andenken zu bewahren. Der siebente Vortrag behandelt im ersten Theile nVh, das Haupt als den Sitz des Geistes. „Was den Geist zum Geiste macht (107), was sein eigentliches Wesen . . . bildet, es ist seine Freiheit". (Hege! sagt: denken heißt: frei sein). Wir waren als Sclaven in Egypten erzogen (S. 108), und mit der Freiheit des Fleisches ging die Freiheit des Geistes verloren, selbst der Glaube an euren einzigen Gott, unser einziges von den Erzvätern ererbtes Gut, war geschwunden. Moses allein (110), durch götlllche Fürsorge nicht als Sklave erzogen, auf daß er der Himmelsbote an Israel, der Verkünder des göttlichen Gesetzes werde (ein 3) Durch diese Trennung der t£W bw und bw T pflichtet der Vers, unwillkürlich der Meinung bei (S. pm mbro t riV^o w), daß w eine riDajIODnn^D ist, und begeht dennoch diese Znconsequenz von diesen vier hier aufgestellten und symbolisirterr Geboten S. 144 zu sagen f>n)' mnfta uh wbwm Dinru

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.