Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 49 (5.12.1840)
- Article
- Hymnen an die göttliche Einheit [Rezension]
- Date
- 1840-12-05
- Page
- 754 (sequence 2)
- Language
- German
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755 Hymnen an die göttliche Einheit, von Stern. Dr. Wesselns biblischer Katechismus. 756 V. Nichts Hab' ich — im Unvermögen — Darzubringen für den Segen! G. Du deß' Güte unbeendet, Gnadenfülle mir gespendet. V. Groß ist meines Dankes Schuld, Für die unerschöpfte Huld; G. Denn mir wohlzuthun war nicht, Allerhöchster, deine Pflicht. 2c> 2c. Eine eben so schöne Stelle folgt gleich darauf: G. Heißt's doch: Um der Opfer nicht, ■ Ford re ich dich zum Gericht. V. Nimmer ließ er eure Ahnen Um der Opfer willen mahnen. G. Einzignur ist mein Begehren, Mich in DemuLh zu verehren» B. Der mich liebend, folgsam ehrt, Ist mir mehr denn Opfer werth. G. Mehr denn Opfer, Herzensdemuth, Gottgefällig innre Wehmuth. k. Nicht mtnbctr fthon heißt es auf S. 9: V. Vor dir ist nicht Schmerz und Tod, Keines Schlummers Abendroth. G. Bleibst, als Herr des Lebens, wahr, Unverändert immerdar; V. Unverändert bleibt er immer, Deiner Gottheit hehrer Schimmern G. Ohne Neuheit, ohne Alter, Bist nur du der Welt Erhalter, k. Doch wir glauben genug angeführt zu haben, um auf das erfreuliche Erscheinen dieses literarischen Erzeugnisses aufmerksam Zu machen und die geringen Ausstellungen doppelt aufzuwiegen, die wir im Interesse des Werkes selbst machten, damit, wie wir überzeugt sind, wenn bald eine Zweite Auflage nöthig fein wird, der Hr. Vers, sich gemüßigt fühlen möchte, den auf das Buch gewendeten großen Fleiß auch noch nach dieser Seite hin auszudehnen. -- -miöN 43) Biblischer Katechismus oder Leitfaden für den ersten Religionsunterricht der israelit. Jugend, von Dr. Wolfgang Wessely, öffentlichem Religionslehrer der Jsraelitenstn Prag. Prag, Kronberger u. Rziwacatz. 1840. Zweiter Artikel. Schon wieder ein biblischer Katechismus, ein israelirisches Religionsbuch, mochte wohl Mancher bemerken, der in der israelitisch-literarischen Welt nicht ganz unbekannt ist; schon wieder ein Zusammenfluß von Glaubenslehren, die der isr. Jugend emverleibt werden sollen. Sind denn nicht genug seit einer Reihe von Jahren erschienen? Ist cs denn nothwendig, daß der Israelit diese seine Lehre so oft umgestalten sieht, als bedürfe sie jährlich eines neuen geschmackvollen Gewandes? Res. stimmt mit diesen Bemerkungen völlig überein, ist sogar der Meinung, daß die zu häufig erscheinenden katechetischen Bearbeitungrn unserer heiligen Religionslehre mehr schaden als nützen würden, weil durch die Verschiedenheit der Ansicht, Zweifel sich erheben könnten auf dem heiligen Gebiete unseres Glaubens, welche Zweifel den Einheitsprinzipien unserer Lehre zuwider sein möchten: doch dürfen wir mit diesen Bemerkungen das Bessere nicht verwerfen und mit der genannten Rüge die besseren Arbeiten nicht über den Hausen werfen; vielmehr müssen wir die Stellung des Herrn Verfassers naher erwägen, ehe wir mit einer strengen Ansicht hervortreten; dadurch gewinnen wir den Kern der Wahrheit, welche der Grund jeder Unterfuchungsweife sein muß, und das Urtheil, das der Idee entspringt, wird als ein gesundes hervortreten und kann demnach auch als Belehrung dienen. Der israelitische Theolog, wenn er nicht Religionslehrer zugleich ist, pflegt eine solche Ausgabe zu wissenschaftlich zu behandeln. Vom reinen homiletischen Feuer durchdrungen sind seine Fragen und Antworten mehr auf seine Tempelgemeinde berechnet, ohne sie dem zarten Alter, der kindlichen Brust aus eine einfache nicht prunkende Weise zugänglich zu machen. Nimmt nun der Lehrer das von seinem Vorgesetzten Rabbinen oder Prediger eingesührte Compendium zur Hand, so stößt er aus Erklärungen, von denen er im Voraus überzeugt ist, daß seine Schüler sie nicht fassen werden, denn so wie die erste homiletische Regel die ist, daß der Redner sein Auditorium kennen lerne, so ist auch die erste Regel der Pädagogik, daß der Lehrer seine Schüler kennnc. Würde nun der Religionslehrer seine Erklärung noch hinzufügen müssen, so bedürfe der Leitfaden noch eines solchen um verstanden zu werden, und das Kind müßte am Ende bei den allerhöchsten Begriffen, bei dem rein geistigen Bewußtsein seines Schöpfers ermüden. Anders ist es aber, wenn der praktische Schulmann seinen Plan nach dem Geiste seiner Schüler abmißt und entwirft. Hier lernt der Schüler selbst Gott kennen, seine Liebe und seine Milbe begreifen, und der Lehrer hat ihn nur einfach auf den Gedanken zu bringen. Anders ist es mit dem Theologen, der die zarten Sprößlinge sich selbst hervocarbeitet, die ihm anvertrauten Pfänder für seine Ansichten selbst auf eine gemüthliche Weise zu gewinnen sucht, um sie zu frommen Israeliten, zu treuen Bürgern heranzubilden. Dadurch könnten die ftitJahben durchdachten Verbesserungen zu einem Ganzen sich umbilden, ohne daß man ihnen den Vorwurf zu machen hätte, daß cs ihnen an einem gerundeten Systeme fehle. Selbst die israelitische Homiletik würde gewinnen, weil die Jugend mit den Ansichten ihres Seelsorgers vertraut, das Feld kennt, auf welchem der Geistliche ackert. Die Erde aber muß mit dem Schweifs des Angesichtes erst urbar gemacht werden, wenn für Israel ein goldenes Feld der Liebe und Wahrheit erblühen soll. Hr. Dr. Wessely, Verfasser des rtfiDN rrrtf, hat diese Aufgabe gut gelöst, und wenn auch die kattchetische Bearbeitung manches zu wünschen übrig läßt, so hat doch das Ganze die Basis unserer Religion ans eine gemüthliche Weise dem Kinde anschaulich gemacht. Die Idee, den Religionsunterricht mit der Geschichte oder vielmehr mit der Offenbarung zu identificiren, ist zwar nicht neu, doch ist dieselbe recht treffend durchdacht und geschmackvoll dargestellt. Die Eiterte sind ziemlich glücklich gewählt, doch zu sehr damit überfüllt, ohne zu bedenken, daß es dem Kinde schwer werden könnte, sie zu memoriren. Die zehn Gebote sind genau doch etwas zu schwerfällig erklärt, auch haben die Fragen zu viel Gezwungenes und stehen oft zu schroff den Antworten gegenüber. Die religiösen Lieder aus dem vom Hamburger