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Der Orient · 1840-12-05 · 49 (5.12.1840) · p. 753

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
49 (5.12.1840)
Article
Hymnen an die göttliche Einheit [Rezension]
Date
1840-12-05
Page
753 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt des Orients, Berichte, Studien und Kritiken für iüdifche Geschichte u«d Literatur. J\ß 4fH# Leipzig, den 5. December 184E^« n ' a " n 2 u c b . r sich i cs:; M. E. Ster u ’ö meivifdjc Uebersetzung der Schi re Ha-Jichud. Dr. Wolfg. Wessery'ö biblisPcr ÄViviitov IVSäict, v. cp — Qcurthciiuug der Bibelübersetzung von Dr. Salomon, von Skreinka in Arad. L t t. 2C n a l c V t c n : Ueber einige jüd. Gelehrte der Provence v. Dr. C a v m o l y. — Zur Geschichte der Homiletik v. 1.2l. Frankel. Beurtheilung der gottesdienstlichen Vorträge von Holdheim. — Lit. Ankündigungen. Literarische Uebersichteu. 42) Hymnen an die göttliche Einheit. Eine treue metrisch-gereimte Bearbeitung der erhabenen altsanktiom'rren "nrprj (Schire ha-Iichud) von M. E. Stern. Wien, gedruckt bei Franz Edlen von Schmid und I. I. Busch. Der Hr. Verfasser hat sich durch seine Uebertragungen hebräischer Gesänge und Lieder bereits so rühmlich bekannt gemacht, daß wir seine Verdienste nicht erhöhen könnten, wollten wir auch hier noch mehreres zu seinem Lobe beibringen. Nur gestehen müssen wir, daß wir deshalb auch sein angezeigtes Büchelchen mit vielem Vergnügen zur Hand nahmen, und es höchst befriedigt aus derselben legten. Die Treue, mit welcher der Hr. Vers, dem Original, das stets gegenübergedruckt erscheint, gefolgt ist, ist eben so beachtenswerth, wie die Eleganz und die Deutlichkeit/ welche er demohnerachtet erreichte. — Freilich, das müssen wir eingestehen, war es bei der großen Verschiedenheit, mit welcher die Sprache des Morgenlandes von der der Ueberrragnng abweicht, nicht immer möglich, Treue mit völliger Ungezwungenheit zu verbinden, und es mußte aufgeopfect werden. Der Hr. Vers, hat in solchem Falle die letztere Eigenschaft aufgeopfett. Wir erkennen sein Streben an, wir billigen diese Vorliebe zum ursprünglichen Colvrit, wir sind auch überzeugt, daß demohnerachtet keine Schönheit der Ueberfttzung demjenigen entgehen wird, welcher Hebräisch versteht; allein wir können nicht unterlassen zu bemerken, daß der Hr. Vers, dadurch zugleich auch einen Theil seiner Anerkennung/ seiner allgemeinern Theilnahme zum Opfer gebracht hat. Wir können wenigstens sagen, daß wir die Hymnen gebildeten Leuten, ja wissenschaftlichen Männern, die aber nicht hebräisch verstanden, vorlegten, und erfahren mußten, daß sie an solchen Stellen Anstoß nahmen und sie als dunkel bezeichneten, wo der deutschen.Sprache Gewalt angethan worden ist, obgleich uns dies, die wir das Original zugleich übersahen, nicht einmal ausgefallen war. Es ist nun einmal so, und zwar geht es sehr natürlich zu, daß da, wo der Geist sich in Begeisterung über das Irdische empor heben soll, ihm das Körperliche der Sprache nicht hemmend in den Weg treten, er nicht Grammatik studiren darf. Nur Einiges zu unserm Beweise, und zwar, um nicht weiter zu gehen, gleich auf der ersten Seite. Schon der zweite Vers: „Stütze mir auf meine Pfade, Spendend Dauer, reiche Gnade." erscheint gesucht und gezwungen. Doch im Zusammenhänge tritt wenigstens nach mehrmaligem Lesen das richtige Verständniß auch ohne den Urtext hervor. Etwas weiter unten: „Gleich dem Meere hohen Fluth" ist ganz undeutsch und es konnte sich der Hr. Vers, wohl kaum anders wenden, als etwa folgendermaßen: Gleich des Meeres hohen Fluth, oder: Gleich der hohen Meeresfluth; oder wenn ihm dies als eine Verrückung des Gedankens erschien: Gleich dem Meer bei hoher Fluth. Nicht viel besser deutsch ist es, wenn das Gleichnißwort in der Mehrzahl dem zu vergleichenden in der Einzahl zugesellr wird. Z. B.: Hoch, gleich Bergen alter Welt, Wäre Schaubrod aufgestellt; Kein Deutscher aber versteht folgende Verse: Priesteramt der Menschheit Rang, Und Leviten im Gesang, Edens Holz, der Wälder, wäre, Harfen, Flöten, für die Chöre, Doch genug, wenden wir uns lieber zu den zahlreichen Schönheiten der Übertragung, die immer reicher hervorzuquellen scheinen, je weiter wir blättern, so daß es beinahe scheint, als sei die erste Seite die schwächste Partie des Buches. Wir sind es ebensowohl dem hochverehrten Verfasser und seinem Buche, als der Wahrheit und dem Publikum schuldig, auch einige der zahlreichen Schönheiten aus dem Merkchen anzuführen, und damit es nicht den Anschein habe, als müßten wir erst lange darnach suchen, so wählen wir gleich die nächste Seite, um unser Urtheil zu bestätigen. . V. Dich verehren kann kaum recht, Was da lebt — Könnt' ich's (,) dein Knecht! G. Der ich in der Menschheit Kreis Meines Unwerths Liese weiß. -~ 49

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