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Der Orient · 1840-11-21 · 47 (21.11.1840) · p. 722

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
47 (21.11.1840)
Article
Das Leben der Patriarchen ... [Rezension]
Date
1840-11-21
Page
722 (sequence 2)
Language
German
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723 Dr. Sommerfeldes ErbammgZschrist. Hirsch Ehajas über Largumim und Midraschim. 724 wüth, daß es wohl an der Zeit ist, den Flecken der Roheit von seinem Herzen zu nehmen. Doch damit es nicht den Anschein hat, als hatte uns des Verfs. Werk leer gelassen, so brechen wir ab, und versichern ihn, gerade darum so ausführlich gewesen zu sein, weil sein Werk unser ganzes Interesse beanspruchte. Wir wünschen vom Herzen, daß es in die Hände recht Vieler kommen möge, damit sein Wunsch, es möge zur Befestigung der religiösen Grundsätze, zur Erweckung der sittlichen Gefühle und zur Gewinnung der tröstlichen Ansicht von Gottes unendlicher Gnade Einiges beitragen, in Erfüllung gehe, und es dem Jndifferentismus steuern helfe, der leider das Erbrheil unsrer Zeit ist. 39) rnp2 rfÜK "WM. Bcmcrkungcn und Berichtigungen , die Largumim und Midraschim betreffend. Von Hirsch Chajas, dem Kreiörabbinen in Zolkiew. Das. 1840. 4. (Fortsetzung.) Das sogenannte Jonatan-Targum zur Tora ist voll von weitschichtigen talmudischen Auslegungen und von Hagada's aller 'Art, so daß die einfache Dolmetschung nur als Nebensache betrachtet worden zu sein scheint; das Propheten-Targum des Jonatan hingegen hat mehr auf einfache Erläuterung gehalten (Wv), obgleich es darin an Hagada's nicht fehlt. Außerdem ist noch die Verschiedenheit dieser beiden Tacgumen aus der Art und Weise ersichtlich, wie in denselben die Hagada's angebracht erscheinen. In dem zur Tora sind sie die fremdartigsten phantastischen und kühnsten Hagada's, die fast gar in keiner Beziehung zu dem Wortverstande stehen, in dem Propheten-Targum aber sind die Hagada's in der Regel nur um den harten und kühnen Ausdruck des erhabenen Sehers zu verständlichen oder eine unbekannte historische Beziehung aufzuhellen. Jonatan's Targum zu den Propheten ist noch immer ein Targum, das fälschlich ihm zugeschriebene zur Tora hingegen verdient eher den Namen Midrasch. Daß das entschieden jerusalemische Targum wirklich ganz spat erst in dieser Gestalt redigirt worden ist, haben schon viele Forscher bewiesen, unter anderem daraus, daß darin Muhammed's Gemahlin Hadidscha (NWy) und eine andere Fatima (MW) erwähnt werden. — Das gewonnene Resultat eines genauen Durchlesens der erwähnten Targumen wird sich immer, sobald wir sammtliche talmudische Bezüge erkannt haben werden, Ln folgender Weise Herausstellen: Onketos erstrebt in der Regel den einfachen Wortsinn, und nur in seltenen Fällen webt er Dogmen des jüdischen Glaubens, überlieferte Halacha's in seine Verdolmetschung. In dem Targum zu dem Siegesliede Moft's am Meere, zu dem Segen Jakob's, zu Bileam's Weissagung und zu dem Schwanenliede des Gesetzgebers wird er em Paraphrast. Sehr selten giebt er zwei Erklärungen zu einem Verse, woraus aber immer schon Ra sch i aufmerksam gemacht. Das Propheten-Targum des Jonatan hat zwar einen hagadistischen Charakter, aber sein Grundtypus ist immer noch der Pesch at. Das jerusalemische Targum zur Tora, das bei uns unter dem Namen Jonatans bekannt ist, kann weder Uebersetzung noch Paraphrase genannt werden; es ist fast nur ein selbstständiger Midrasch zum Pentateuch. — Jonatan in seiner Verdolmetschung der Propheten hat nach talmudischer Ueberlieferung (Megilla, Anfang) aus dem Munde der Propheten Chagai, Secharja und Maleachi übersetzt, d. h. aus prophetischer Ueberlieferung, nach der gewöhnlichen Sprechweise des Talmuds; denn Jonatan war Schüler des alten HilleL, also Jahrhunderte nach dem letzten der Propheten. In ähnlicher Weise heißt es Kiduschim 42»; Schamai der altere sprach im Namen des Propheten Chagai rray .yrh tthw Nosch ha - Schema 19: Rabbi Simai bezeugte im Namen der drei letzten Propheten u. s. w., wo immer nur die prophetische Ueberlieferung verstanden wird. Auch Maimuni citirt in seinem Werke Jad (Keli Mikdasch 10, 2) Jonatans Targum, als nach prophetischer Ueberlieferung abgefaßt, und daß er dieses Targum sehr hoch schätzte fleht man aus More (11. 29). Daß Jonatan das Onkelos-Targum schon vor sich hatte, und es wörtlich citirt, da es schon zu seiner Zeit wohl geordnet war, hat schon Iunz hinlänglich nachgewiesen. — Das Targum zu den Hagiographen hat nicht Rab Josef verfaßt, wie man gewöhnlich anmmt, da schon zu den Zeiten des altem Gamliel ein Targum zu Jjob citirt wird (Loses. Sabbat 115», Baba Koma, Anfang, siehe noch erwähnt im En Jakob zu Megilla, Anfang). Die frühere Existenz eines Targum zu den Hagiographen beweist man in der Regel noch aus einer Stelle in Megilla (21 d), wo es in einer Barajta heißt ponno rmy rb\)Dn, wo ein Targum zu Ester und Psalmen vorausgesetzt wird, aber schon Raschi hat in dieser Barajta rwy gestrichen, in der Meinung, daß zur Zeit der Barajta noch kein Hagiographen- Largum vorhanden war. Raschi selbst citirt zwar das Targum zu Psalm (Taanit 10 »), zu Esther (Megilla 13 d), ja sogar das zweite Targum zu Esther (Dt. 3. 2 Reg. 14), jedoch war nach ihm zur Zeit der Barajta noch kein Ketubim-Targum. Diesem nach müßte man also die Stellen im Talmud, wo das Targum zu Jjob citirt wird, entweder anders .auffassen, oder auf Jjob allein beschranken. Jedenfalls ist es auffallend, daß Ln Megitta (Anfang), wo über die Targumim gesprochen wird, eines Hagiographentargums gar nicht gedacht wird, was; freilich die spätere Abfassung zu beweisen scheint. Bevor ich meine Bemerkungen, über die Targumim schließewill ich eines Targums erwähnen, das mit

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