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Der Orient · 1840-11-07 · 45 (7.11.1840) · p. 709

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
45 (7.11.1840)
Article
Probe aus einer nächstens erscheinenden Dichtung
Date
1840-11-07
Page
709 (sequence 1)
Language
German
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Zeiririmmen oer Vremnemtgkelt an die Ztonswacytcr im Judenchume. 710 700 Probe! aus einer nächstens erscheinenden Dichtung j „Zeilfiimmelt der Dreiuneinigkeit a n d i e ' Liouswächter im Anventhume, von JMc MsaaJcssofm Mrnst* Z L o rr s w ä ch t e r. Auf! Erwacht, ihr Zionswächter GlaubenskämUer, Heilsverfechter, Panzer, Schild und Schwert gefei'L! Nacht ist's — eilt, die Fackeln zündet; Und den frommen Glaub'gen kündet, Kündet: was Ms an der Zeit! Seid ihr so dem Schlaf verschwistert? Schlaft ihr, weil es ringsum düstert, ' Weil es Nacht im Glaubensschacht! Wächter, laßt euch Wahrheit sagen: Weil ihr schlummert— will's nicht tagen! Weil ihr schlaft— drum ist es Nacht! Nacht, ja, Nacht ist's, laßt euch's sagen, Wenn mit Blindheit ihr geschlagen, Wenn's an Einsicht euch gebricht: So ist's Nacht, ihr blinden Priester, Daß euch düster hüllt das Düster, Und vor Nacht seht Nacht ihr nicht! Geht und zahlet nah' und ferne, Wie viel glanzen uns noch Sterne An des Glaubens Firmament! Geht, ich bitt' euch, zählt im Dunkeln, Wie viel Sterne uns noch funkeln-; Zählet, nennt sie, wenn ihr's könnt! Zählt des Glaubens treue Kinder; Seht, ob ihre Zahl nicht minder Wird mit jedem Augenblick! Schlägt die Zeit mit jeder'Stunde Ihm nicht eine neue Wundes Wie sie vor, geht er — zurück! Kalt und herzlos stehn sie Alle, Bei dem täglichen Verfalle — Herzlos, kalt, indifferent; Schwimmend mit des Stromes Fluthen, Lassen sie die Wunden bluten, Von und in sich selbst getrennt. Und ihr bebet und ihr zaget, Starret schweigend nur und klaget — Klaget — darin liegt der Fluch! — Streu't nicht Balsam in die Wunde? Als ob in dem alten Bunde Gänzlich unheilbar der Bruch! Balsam reicht man, wo es eitert, Hülfe, wo das Fahrzeug scheitert, Lehnen, wo der Bau nur wankt; Und ihr steht wie Thatenlose, Haltet stumm die Hand im Schooße, Wo des Glaubens Geist erkrankt! Hört nur bei des Volkes Massen, Aller Sekten, aller Klassen, Horcht und lauschet um und um; Merket wohl auf ihre Rede, — Himmel! anders lautet jede Stimme aus dem Judenthum! Hingeschwunden ist die Einheit, Jene goldne Glaubensreinheit, Die des Volkes Stamm und Ast Sanft Und mild, gleich dem Erbarmen, Mit marmornen Riesenarmen Einst, vor grauer Zeit, umfaßt. Auseinander ist die Kette, Und der Glaube liegt zu Bette,'' Kämpfend mit dem letzten Hauch; Von den Aerzten aufgegeben — Und, er ist nun wieder eben Was er war — ein Dornenstrauch!*) Ring will nicht zum Ring mehr passen, Auseinander sind die Massen, Das Gezweig' im Zeitensturm. Welk, verdorrt ist jede Blüthe, Und im zagenden Gemüthe Naget nur des Zweifels Wurm. Jeder will Gesetze formen, Jeder schafft sich eigne Normen, Wie es recht ihm und bequem Wird verworfen, ausgenommen, Wie es eben ihm willkommen Modelt er sich sein System. Nimmer ist's, wie's einst gewesen, Wo, nur die, die auserlesen, Trugen der Gesetze Stab; Wo, im priesterlichen Staate, Ein Geweih'ter im Ornate Vorschrift, Satzung, Regel gab. Anders ist es jetzt geworden: Wie das Volk zerstreut in Horden, Traf die Satzung auch der Fluch! Jeder will itzt raisonniren, Bannen und kanonisiren, Schreibt sich selbst sein heil'geL Buch. Aufgeklärt ist der Gemeine, So der Große, wie der Kleine, Weib und Mädchen, Greis und Kind; Alle sitzen zu Gerichte, Jeder träumt nur sich im Lichte; Hält dm Nebenmann für blind! Was dem Einen ist das Hehre, Gilt dem Andern als Chimäre, Klug scheint's diesem — jenem dumm - Und den Glauben untergraben, Heißt, was jenem dünkt erhaben — Fluch — was diesem Heilkgthum. *) In Bezug auf die erste göttliche Erscheinung zu Mose im brennenden Dornbüsche (Exodus C. 3. B.2). Aber — wo nun die Flamme? wo ein Moses?-- iisssaBSEifiäffi&iä&ääSüüfigfi

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