Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 45 (7.11.1840)
- Article
- Ueber einige philosphirende Secten des Islam
- Date
- 1840-11-07
- Page
- 699 (sequence 3)
- Language
- German
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417JBumyv. yyuv\vyywrK.nv\, wvvw»* (des Baumwollenmanufaktur-Händlers), welcher aus der Schule El-Hasan's des Basrenfer's ausschied (Jyüzl) und dies aus folgender Ursache. Es kam einst vor Et- Hasan ein Mann, der sagte: O Vorstand der Religion, es hat sich in unserer Zeit eine Partei hervorgethan, die den einer Todsünde schuldigen für ungläubig erklärt (nämlich die schismatischen8) Wa'i'diten), wahrend eine andere Partei das Urtheil über Todsünden zurückhält und verschiebt ((j^r*^)9), indem sie behaupten, daß beim Glauben eine vorsätzliche Sünde nicht schade, wie hingegen beim Unglauben gute Werke nicht nützten. Was haben wir nun deinem Urtheite nach hierin zu glauben? — Da sann El - Hasan bei sich nach, und, bevor er seine Antwort abgab, sprach Waßil: Ich verneine, daß der einer Todsünde schuldige absolut ein Gläubiger und daß er absolut ein Ungläubiger sei. Hierauf machte er sich auf und begab sich nach einer von den Säulen der Moschee, und sing an wider die Gesammtheit der Anhänger El-Hasan's ebendas, was er zur Antwort gegegeben hatte, zu bestätigen: daß der einer Todsünde schuldige weder schlechthin ein Gläubiger noch ein Ungläubiger sei, und behauptete, daß ihm ein Platz zwischen beiden zukomme, indem er sagte: „Der Gläubige" ist ein-Name des Lobes, der muthwillige Sünder aber verdient das Lob nicht, somit ist er nicht ein Gläubiger. Hinwiederum ist er kein Ungläubiger wegen seines zustimmenden Bekenntniffes zu der zwiefachen Keugnißformel^O) und wegen der übrigen sich an-ihm vorfmdenden .guten. Werke. Stirbt er sonach ohne Buße, so verfällt er auf ewig dem Feuer der Holle; dieweil es in der zukünftigen Welt nur zwei Abtheitungen giebt, eine derer im Paradiese und eine derer in der Höllenglkt«. Jndeß wird Gott es ihm erleichtern, und seine Stufe wird über den Stufen der Ungläubigen sein. In Folge dessen sprach El-Hasan: Waßil ist von uns ausgegangen, und eben darum wurden er und seine Anhänger Muatazil e (h. i. die, welche sich entfernt oder getrennt haben) genannt. Sie führen ferner dm Beinamen Kadarije, weil sie die menschlichen Handlungen meyschlicher Macht (Kudcah) zuschreiben und das absolute göttliche Decret (Kadar* 11) bezugs derselben verwerfen. Sie sagen zwar 8) D. i. die *ur Zahl der zu rechnen sind, s. Shahrcsrani bei Pococke, Spannen S. 256. 9) Ebendavon, von diesem ir g'L (Vorschub des Urtheils über die, welche peccata mortalia begangen, bis auf den Tag der Auferstehung, hat die Sette der Murg'iiten den Namen, s. Abulfarag' bei Pococke 1. I. S. 23. 24. 10) es-s hehadetein oder kelimetä esshehabe, d. i. 1, Es ist kein Gott außer Allah; II, Muhammed ist der Prophet Allahs. 11) Dieser Name des äe-eretunr. adsolutum ist auch schon aus der jüd. Literatur bekannt, z. B. aus Josef Albo>5 D'lpV 'D 1 13: „Wer die Vorsehung oder die Allwissenheit ✓ »~V •»/ , .y v.vvyv.. «WVH-WI* «I \J ,*W dagegen: „die, welche ein absolutes. Decret behaupten und demgemäß Gutes und Böses, als durch dasselbe vorherbestimmt, von Gott ableiten, verdienen den Namen Kadarije weit eher, als wir;" und das deshalb, weil der den Kadar Afsirmirende mit größerem Rechte davon zubenamt wird, als der denselben Negirende. Darauf entgegnen wir aber: Wie jener Beiname (N Zs bah) sehr wohl auf den paßt, der den Kadar afsirmüt, so paßt er hinwiederum sehr wohl auf den, welcher denselben leugnet, sofern er in diesem seinen Leugnen hartnäckig beharrt, da er ja mit ebenderselben Sache sich befaßt.n) Auch ist es nicht thunlich, den Namen Kadarije von denen, welche den Kadar afsirmiren, zu pradiciren, da dem geradezu widerstreitet der Ausspruch des Propheten, Friede über ihn: „Die Kadarije sind die Magier dieser gemeine. " Dieser Ausspruch erheischt ihre Geistesverwandtschaft mit den Magiern in der Annahme zweier Schöpfer, durch die sie bekannt sind, nicht in ihrer Behauptung, daß Gott Etwas schaffe, dann aber verwerft. Nun sind ebendie, welche ein absolutes göttliches Decret leugnen, in dieser bekannten Eigenschaft ihnen geistesverwandt, insofern sie den Menschen zum Schöpfer seiner eignen Handlungen machen, und das Häßliche und Ueble ihm zuschreiben mit Ausschluß Gottes, der gepriesen sei. Ferner ist jener Meinung entgegen ein anderer Ausspruch des Propheten rückflchtlich der Kadariten: „Die Kadarije sind die Feinde Gottes in dem Kadar." Eine feindliche Gesinnung hat aber doch nicht der, welcher behauptet, daß die Causalitat aller Dinge Gott, dem erhabenen, Zustehe"), sondern nur der hat eine solche, welcher glaubt, daß er selbst irgendwas vermöge, was Gott nicht will, ja verabscheut. (Fortsetzung folgt.) Gottes leugnet oder ein Fatum (Prädestination) annimmt, (was die Araber el-Kadha oder el- Kadar nennen), der läugnet den Grundsatz von Belohnung und Bestrafung, und schreibt der Gottheit Unrecht und Gewaltthat zu rc." 12) liennahu multabis bihi, d. h. weil zwischen ihm und dem Kadar das Verhaltm'ß stattsindtt, welches eliltibas genannt wird, dem das BL el - iltibLs oder BL el-mulLbase entspricht. Das V. iltabasa mit folgendem hat die Bedeutung : zweiselnz mit die Bedeutung: implieatum esse. 13) Diese Causalbeziehung (tefwtdh) ist.eben der Controvorspunkt Zwischen MuaLaziliten, 'Gabariten und Aschantem 45 *