Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1840-11-07 · 45 (7.11.1840) · p. 697

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
45 (7.11.1840)
Article
Ueber einige philosphirende Secten des Islam
Date
1840-11-07
Page
697 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
86% known words query
IRI
…/8555529-9891396-9891462-2364025--0903-2364058
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

LlteraturbLatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JVi 41». Leipzig, den 7. November 184E^. Ueber einige philosophirende Sekten des Islam. Die Medabberiin. M u a t a z i l i t e n. )lschariten. _ Literarisch? U eb er si ch t? n : Kritische Bemerkungen über Targumim und Midraschim. — Sit. 2C n a l e 11 c n : Jüdische Gelehrte der Provence von Dr. Carmoly. — Di? Bibelübersetzung unter Nedaction des Dr. Aunz, beurlh. v. M. Heß. — Seitstimmen, eine- Dichtung. — Literar. Ankündigungen, Ueber einige philosophirenöe Secten des Islam. Auszüge cius handschriftlichen arabischen Wecken der Bibliotheken zu Dresden und Leipzig. V o r w o r t. Nachdem bereits in Mesopotamien und Persien, namentlich Khorafan und Irak, unter christlichem, namentlich nesto manischem Einfluß, begünstigt durch die wissenschastliebenden Fürsten Nuschirwan (531—579) und Parwiz (591 — 628), griechische Bildung und Philosophie Eingang gefunden hatten, begann auch für die muhammedanifche Monarchie mit der Thronbesteigung der Abbasiden eine neue Culturepoche. Die Khalifen Almansur (754 — 775), Harun Al - Raschid (786—809) und Al Mamun (st. 835) zogen griechisch gebildete Gelehrte an ihren Hof und beeiferten sich, die wissenschaftlichen Werke der Griechen auf arabischen Grund und Boden zu verpflanzen. Die Philosopheme der pe rip atetisch en und zugleich der e leatischen Schule wurden den muhammedanischen Gelehrten bekannt, und das Streben, die positive Glaubenslehre philosophisch zu durchdringen und dieselbe theils mit den als wahr erkannten Ergebnissen der Philosophie in Einklang zu bringen, theils gegen die jeder Umformirung widerstrebenden sicher zu stellen, erzeugte eine neue religionsphilosophische Wiffenschaft, genannt j*^XIf *)/ welche der Mittelpunkt des muhammedanischen Scholasti- 1) Hebräisch d'IDI PiDDH oder min HDTi, welches B re ch e r im Kuzri fälschlich durch pjnnnDDn ('l l rn ctiimntil:) glofsirt. cismus wurde und in mannigfachen Versuchen die natürliche Theologie mit der übernatürlichen zu vereinigen strebte. Nach dem einstimmigen Zeugniß sowohl muhammedanischer als jüdischer Schriftsteller, waren die Muataziliten 2 3 4) die ersten Mutekellimun ^), welche, in Folge fleißiger Lektüre der unter Al-Mamun übersetzten philosophischen Werke, die Wissenschaft El- K elnm construirten und ausbildeten. Die Muataziliten waren es, die zuerst in den im Orient verbreiteten Kacaern^) und einigen der rabbanitischen Gaonim ein gleiches Streben entzündeten, die jüdische Dogmatik auf eine ähnliche religionsphilosophische Weise zu bearbeiten. Als spater die Secte der Aschariten sich ausbildete, begründet durch den von den Muatazile abgefallenen Abu-l-Hassan el-Aschari, deren System das orthodoxe religionsphilosophische wurde, so hielt die jüdische Dogmatik an dem einmal recipirten Systeme fest, doch nicht ohne von den neuangeregten Controversen gleichfalls berührt zu werden, und in der That bot es mehr An- 2) Poco cke, Spccimen S. 195. More Nttuchirn 1, 71. Ez Chajim 1. 3) D. i. mit dem Kclüm sich beschäftigend, hebe, (gleichfalls denominativ) lOHNO (More Nebuchim I, 73—76). Dieser Name, der die Muatazile und Asharije umfaßt, findet sich nicht bei Ahron b. Elia, der beide zusammen Ipllttn ^DDn, die der Atomen - Lehre (2^pin nMll, Samuel b. Tibbon: CPp^hn) huldigenden Physiker nennt, im Gegensatz zu den tie drei Principien der ovaia, und annehmenden Penpatetikern, die schlechthin heißen, so wie Aristoteles den Ehrennamen piDlpDH führt. 4) Dies bezeugen einstimmig Juda h a - L e v i (iw Kuzri), Maimuni und A h r o n 'b. E l i a. Unter den karaischcu Gelehrten sind mehrere der berühmtesten aus Basra, seit' Omar der Rivalin von Kufa (Dod Mordechai p. 115. 117. 11# ed. Wolf) itnb aus Bagdad, wo seit der Dynastie der Abbasiden Christen die Wissenschaften lehrten und seit Mamun der Hauptsitz muham. Gelehrsamkeit war (il.p.Nlr. 117.). 45

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.