Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 45 (7.11.1840)
- Article
- London: Belais ; Dr. Bibas ; Raphall
- Date
- 1840-11-07
- Page
- 347 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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347 Großbritannien. I LOnbVn, 15. Okt. (Forts, und Schluß.) Ich habe in meinem letzten Bericht der Schriften des Hm. A. Bel als erwähnt, welche ein wahres literarisches Rathsel sind, dessen Auflösung, selbst in Ihrer Residenz der Literatur, nicht so leicht werden dürste. Wenige Schriften sind so oft aufgelegt, in so viele Sprachen übersetzt, so gering an Umfang — wie an Inhalt, und doch-so sehr honorirt worden in jedem Sinne. Das Geheimniß besteht darin, daß Hr. B. einige hebe. Gedichte, die er wahrscheinlich als Jüngling schon verfaßt (?) hat, als Angel benutzte, um von den allerhöchsten und höchsten Personen Europa's einen Beitrag zur Ranqon seiner in Tunis gefangenen Söhne, dann zur Unterstützung seiner in Paris lebenden Familie und eine Einzeichuung in sein allerdings merkwürdiges Tagebuch zu erhalten, das nicht unpassend der Name Talleyrands, des größten Politikers, ziert. Diese Gedichte sind Universalmittel, nur mit dem Unterschiede, daß hier die Mittel-Gebenden stets wechseln. Hr. B. setzt in ein Exl. der srühern Auflage einen Namen für einen andern, laßt etwa zum Ueberfluß die franz. Uebersetzung durch eine deutsche oder englische von irgend einem Schüler angefertigte ersetzen, und — die neue verbesserte Auflage ist fertig. So haben diese Gedichte in Widmungen an die Beherrscher Italiens, Frankreichs, Oesterreichs und Englands die Runde gemacht, und haben bei Attentat, Krönung und Vermählung dieselben Dienste geleistet. — Sein Werkchen * 1 21*0 zweite Aufl. Wien 1638. 4. mit französischer, italienischer und deutscher Uebersetzung überlassen wir den Liebhabern hebräischer Kuriositäten'und Spielereien zu beurtheilen. Hr. B., der so hoher Protektion sich erfreut, mag sich übrigens wenig aus der Kritik der Gelehrten machen, für die er nicht geschrieben hat. — Seit einiger Zeit hielt sich auch der Dr. Bibas hier auf, den Sie wahrscheinlich persönlich kennen. *) Er hat einmal vor der hiesigen portugiesischen Gemeinde gepredigt, aber ein Jemand bemerkte bald ujjdip nm nriNl Und so ist es noch bis heute. — Anstatt Sie nun mit Raisonnements über die im Gahren begriffenen Zustande zu unterhalten, sende ich Ihnen vorläufig ein gedrucktes englisches Circular des ehrenwerthen H. M. I. Rap hall, aus vollem Herzen wünschend, daß dieser würdige von den besten Ansichten geleitete verdienstvolle Mann diejenige allgemeine günstige Stimmung für sich fände, die ihm in vollem Maaße gebührt, und auch gewiß zu,Theil werden wird. Die darin ausgesprochenen Gesinnungen können nur des vollkommensten Beifalls sich erfreuen. *) Nach einem Schreiben von ihm nach Leipzig ist er so eben auf dem Wege nach Korfu, wo er wieder in seine frühere Stellung treten wird. Ned. SIR, While 1 take die liberty to announce my intention of offering myself as a € an di Jäte for the office of Secrelary io the Great &'ytiagoguej vacant throngh the lamented dcath of Mr. Änsell, I beg leave respectfully to state the grounds on which l presume to sollcit your vote and interest. Äs Editor of “The Hebrezv Review ” 1) Author of “The Festivals of the Lord/*12) and Translator of soine of the niost interesting works that adorn Hebrew Literaturc, my na nie is not unknown to the public. [ have iikewise during several years been confidcntially employcd by the Rev. Chief Rabbi, in bis English ofhcial correspondence, and to translate for the use of the Synagogues such Hebrew Prayers as wcre composed to meet passing events. The London Board of Deputies of the British Jeivs entrusted to me the duty of. translating into German and French, and preparing for the press, the solemn declarations which the Rev, Solomon Hirschei, the Rev. David Me Idol a,3) and the members of the Beth-Din placed in the hands of Sir Moses Montefiore, liefere bis departure for Alexandria: and ou various othcr occasions my Services have been required, and readily yiefded, to uphold'the cause of Israel. The qualifieations indispensable to your secretary, may ander any circumstanccs he assumed to eonsist, of a competent acquaintance with our sacred language and literature, a thorough knowledge of English, and a perfect mastery of Accounts. With respect to these qualifieations, my writings in tlie Hebrew Review may, l trust, in sorne degree vouch for the two first: and as I have for many years exercised the profession of a public Accountant,'my experience in the last bas been very considerable, and will he attested by many fespectahle Solicitors and Traders by whom I have been einployed. But at a time when our religious insfcitutions are as.sailcd by the foulest calumnies, when the spirit of discord is abroad, and weighty events are passing around us in rapid succession, it would appear more especially necessary, that your secretary, in addition to personal qualifieations for the discharge of the ordinary duties of bis ofiicc, should Iikewise be competenf to meet unforeseen emergencies, with some justiliahle measure of considence in his o.wn iridivi-- dnal attainments, independent of extraneous assistance which may not always-be at band. 1) S. Orient Nr. 41. 2) Der ganze Titel ist: "n njflD The Festivals of the Lord as celehrated hy the House of Israel in every part of the World. London. Published at the hebrew review office 17, Millman Street, Bedford Row 5599. Wir werden diesem interessanten Schriftchen, eigentlich eine mit vielem Beifall aufgenommene Abhandlung aus dem Hebrew Review, die aus Verlangen besonders herausgegeben worden, einen eigenen Artikel widmen. 3) Welches wir Ungeschickt s. Orient. 45 *