Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1840-10-31 · 44 (31.10.1840) · p. 682

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
44 (31.10.1840)
Article
Ma'amar iggeret biqqoret. Kritische Bemerkungen ... [Rezension]
Date
1840-10-31
Page
682 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/8555529-9891396-9891461-2363962--0881-2363996
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

cy U- | U/ X2KJ UJU s> VMU FiJKUitH'. UV» rJti/Wl tJUJHUH U. ^{/W^Vi-UfU^mU r2Jl» ^51 cm rin ITt/ Ö 3d!D£)VT? i?in* o5U0Cn* ÖÖ4L scheinen aber ihre Behauptung aus einer Liefen Einsicht in jene Stelle in Megilla entwickelt zu haben, wie wir so eben zeigen werden. Mose Nachm ani in seinen Anmerkungen zu Sefer ha-Mizwot (Wurzel II) entwickelt mit außerordentlicher Einsicht und Gelehrsamkeit, daß alle diejenigen Resultate, die wir aus den prophetischen und hegiographischen Schriften gewonnen, im Talmud beständig Pnin ^X*!/ oder NHXU'v oder auch ^DE> T]U/üb X^H genannt werden) denn da es in der talmudischen Hermeneutik ein Hauptsatz war, daß kein Prophet und Weiser zum Gesetze etwas hinzusügen durfte (X"i tsnn£ Wtn WDJ )\x), so suchte man die Schrift in ihrer Ganzheit als Focus zu betrachten, wo schon jedes Gesetz, wenn auch verhüllt doch vorhandenwar. Darum nennt auch der Talmud siXD als sinaitisch (Nedarim 37b), obgleich es nur von demselben Vers Neh. 8, 8 hergeleitet ist, als das Targum an unserer Stelle; die Tradition (rtep ^Xl), oder die Herleitungen aus Propheten und Hiographen, ist nun einmal als WDD betrachtet worden. — Wenn aber die Meinung ausgesprochen wird, daß das Targum sich durch Uebeclieferung alsvon Sinai her erhalten haben soll, so versteht man freilich nicht darunter die einfache Dolmetschung in aramäischer Sprache, die äußere Form des Targums, auf die es überhaupt gar nichts ankommt, sondern nur jene halachischen Ergänzungen und Ausführungen der einfachen Textworte, die als mündliches Gesetz (by2W PHin HS) der Targumist niedergeschrieben hat. (Fortsetzung folgt.) 38) Worte eines Juden, nach beendeter Landestrauer um Se. Majestät den hochsel. König Friedrich Wilhelm 111. an seine christlichen Brüder gerichtet. Von Dr. Z. A. Francolm. Breslau, bei G. PH. Aderholz. 1840. Eine Broschüre, 29 Seiten stark, deren Aufgabe es ist, zu dem Verstände und dem Herzen aller Christen zu sprechen, welche, namentlich in Schlesien, noch in Vorurtheilen gegen die Juden gebannt liegen, und einer freien bürgerlichen Entwicklung der Juden in den Weg treten. Die Broschüre ist darum auch in jenem edeln, leidenschaftslosen Tone geschrieben, der frei ist von aller Bitterkeit, welche sonst wohl denen eigen zu sein pflegt, die im Verlaufe der Berührung mancher unangenehmen Ereignisse von einem geheimen Stachel gereizt werden, den empfundenen Schmerz laut werden zu lassen; sie ist frei von aller Satyre und Ironie, denn sie will nicht geißeln, nicht verwunden, sondern versöhnen, ausgleichen, und spricht darum nur mit freimüthiger Offenheit das aus, was ihr auf dem Herzen liegt. Jedenfalls ist sie ein erfreuliches Zeichen der Zeit, die bereits hier und dort begonnen hat, die christliche Welt Brüder zu nennen, ohne fürchten zu müssen, zurückgestoßen zu werden. Die Schrift gehr von den Wohlthaten aus, welche der verewigte -König von Preußen den Juden dadurch erzeugt hat, daß er sie in den Staatsverband aufnahm. Sie sucht zu erörtern, wie diese Wohlthat von den Juden ausgenommen worden ist, und ob sie sich derselben werth gemacht haben, und bejaht das letztere freudigen Herzens. „Da nahm, — heißt es' S. 6. — die jüdische Jugend alle Elemente der Bildung auf, zu welcher sich ihre christlichen Mitbürger erhoben hatten. Man drängte sich zu den Wissenschaften, zu den Künsten, zur Landwiclhschast, zum Gewerk. Aus dem Handel verschwand das Kleinliche und er gestaltete sich zu geordnetem kaufmännischen Geschäfte. Die Tracht fügte sich der Landessi'tte, die Sprache wurde rein uud verlor die Beimischung hebräischer und chaldäischer Wörter. Man hatte den Juden reine Lebenslust gegönnt, sie saugten sie in vollen Zügen ein und das erquickende Element gab ihnen wunderbare Kraft." — Sie fragt darnach aber auch, wie diese Wohlthat gegen die Juden von den christlichen Brüdern des Königreichs ausgenommen worden sei, und fühlt sich gedrungen zu antworten, daß dieselbe die christliche Bevölkerung kalt gelassen habe, daß die Juden keine Liebe gefunden hätten, und die christliche Bevölkerung im Allgemeinen wenigstens gegen die Verwirklichung dieses Gnaden- und Gerechtigkeitsactes sich gesträubt habe. Sie weist nach, daß man nicht allein da, wo das Interesse ins Spiel kommt, die Juden zurückzudrängen versucht habe, sondern daß man sie sogar von dem Herzen gestoßen, aus den Kreisen der Geselligkeit fern gehalten habe. „Die Juden fühlen schmerzlich — spricht der Verfasser — daß ihr sie nur duldet, da ihr dem Gesetze gehorcht, daß ihr ihnen aber mit keiner freien Regung des Herzens entgegen kommt, daß ihr ihnen eure Liebe versagt, eure Achtung verweigert." Aus dieser vornehmen Geringschätzung nun will er die Erscheinungen erklärt wissen, wenn noch jetzt eine große Anzahl Jueen abstoßend, verhärtet, stolz auf ihre Schmach erscheint, und er setzt mit beredter Zunge auseinander, daß es ein großes Unrecht sei, zum Beweise der Unwürdigkeit sich auf Fehler zu berufen, die man erst selbst erzeugt habe. Er geht darauf tiefer auf die gewöhnlich gemachten Vorwürfe ein, und legt am Ende denen, die er rühren will, ans Herz, doch ja zu bedenken, daß es unter jedem Volke und Stamme der räudigen Schaafe genug gebe, und daß es ein Unrecht sei zu verlangen, es solle unter den Juden allein keine Hefe geben. Was er durch seine Schrift erstreben will, mocivirt er nach diesem deutlicher, indem er-erklärt, sie sei nicht sowohl eine Petition um Erweiterung materieller Vortheile, als vielmehr ein Streben, seinem Volke Anerkennung zu verschaffen. „Der wahre, unermeßliche Vortheil aller Juden läge darin, daß der, Staat anerkannt hatte, daß in einem Juden, als einem solchen, nichts ist, was ihn abhielte, mit Treue, Redlichkeit und Eifer für das allgemeine Wohl zu arbeiten." Und wir setzen hinzu,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.