Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 44 (31.10.1840)
- Article
- Ma'amar iggeret biqqoret. Kritische Bemerkungen ... [Rezension]
- Date
- 1840-10-31
- Page
- 681 (sequence 1)
- Language
- German
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Citeratttrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JY£ 44* Leipzig, den 31. Dctober ' Literarische U eb er'sich te n : Kritische Bemerkungen über Targumim und Midraschim von Hirsch Chajas. Worte eines Juden, von Dr. Francolm. H. Miro. Brand. — Die Bibelübersetzung unter Nedaciion des Dr. Zunz. -—Sit. naleNen. Probe aus einer biblischen Zoologie von Abr. Basch. — Fort scheitende Entwickelung der Cultur der Juden in Deutschland. Die Gegenwart. — Literarische Skizzen und Berichte; Monarsblatt Zion. Choker u - Mekubal. “2Cn Dr. Formstecher. _ Literar. Ankündigungen. Literarische Uebersichten. 39) NOpO “lENE* Kritische Bemerkungen und Berichtigungen, die Targumim und Midraschim betreffend. Von Hirsch Chajas, dem Kreisrabbinen in Solkiew. Das. 1840. 4. Diese hebräische, blps aus acht Matt bestehende Monographie des schon anderweitig bekannten gelehrten Verfassers ist fast nur als Manuskript zu betrachten, da sie nur in wenigen Exemplaren abgezogen und auch nicht auf dem Wege des Buchhandels zu erhalten ist. Die Leser dieser Blätter werden es daher gewiß nicht ungern sehen, wenn ich das Hauptsächlichste und Wichtigste dieser Bemerkungen, so weit sie die großartigen Forschungen des gelehrten Dr. Junz erweitern und berichtigen , hier übertrage und zusammenstelle, und zuweilen eigene Bemerkungen noch hinzufüge. —■ Die erste schriftstellerische Arbeit, die wir nach Abschluß der heiligen Schriften erhalten haben, ist bekanntlich das aramäische Targum zum Pentateuch von dem Proselyten Onkelos, der es nach dem Talmud (Megilla 5) auf Geheiß des Rabbi Elieser und Rabbi Jehoschua angefertigt haben soll. Doch behauptet schon der Talmud selbst (das.), daß nicht Onkelos sondern Esra Erfinder und Schöpfer dieses Targums gewesen sei, da unter Neh. 8, 8. schon Targum gemeint ist; aber Onkelos war Restaurator desselben, nachdem es im Laufe der Zeiten fast vergessen war. Da genannte Stelle im Talmud das Targum nur bis auf Esra hinaufrückt, so ist uns eins Stelle bei Raschi höchst auffallend, wo er dem Targum gar eine sinaitische Entstehung zuschreibt, und zwar um so auffallender, als er sich gerade auf erwähnte Stelle stützt. In Kiduschin (p. 49) kommt nämlich der Satz vor: '*n:j nt nn irmp pra Difinön pppiE hi 'Hm/ d. i. W'er einen Schriftvers nach seiner Form (wörtlich) verdolmetscht, siehe, der ist ein Lügner, wer aber was hinzufügt, siehe, der ist ein Lästerer. Zu diesem Satze macht aber Naschi folgende auffallende Bemerkung: nw ‘inyiE &b poiut^o Dpmnxi -pnEarD no'n mm ron&w $b$ jmj ÜUin m b2W Dian nbw, d. i. „Und Onkelos, der (zum Texte) hinzusügte, hat es nicht aus eigener Meinung gethan; denn das Targum war ja schon auf Sinai gegeben, Onkelos aber hat es von Neuem gegründet nachdem es vergessen war; so heißt es auch in Megilla (3a): OM bedeute das Targum". i) Aehnlich demRafchisagt Sa m u e l Eid eles in seinen Chid u sche Hagadot (zu Nedarim 38d), daß das Onkelos-Targum sinaitisch fei, auf die erwähnte Stelle in Megilla sich berufend, obgleich keine Spur davon im Talmud zu finden ist. Eine viersprachige Offenbarung Gottes, von der uns eine Hagada in Sifri (zu Dt. 33, 2.) erzählt, worunter auch das Aramäische eine Rolle spielt, kann selbst für die Meinung des Talmuds nichts beweisen, da die ganze Hagada zu dunkel und unverständlich ist, als daß man daraus etwas zu entnehmen im Stande sein sollte» Diese Stelle in Sifri, die ich der Merkwürdigkeit wegen herstelle, lautet: ]Zvb pDpu m so wdd mv&b y:n*a r\bti bxyw'i nmn jmxD Tie y^öin w dt wb yywn mn nny pt&6 mi ttnp mn:nß nn«i ^my m/o aus der sich aber über eine sinaitische Entstehung des Targum nichts entnehmen läßt. R a sch i und Eid eles 1) Unbegreiflich ist es, wie Naschi hier aus .Targum herleitet, während in Megilla 3a und in IeruschUml daselbst dieses auf Q^Exu) p^EDsD angewandt wird. 2) Nur der letzte Satz ist einigermaaßen verftandstch, indem damit gesagt wird, daß NimX daselbst ein A'ramaism ist; denn ebenso ist die Hagada Sanhedrin 38!> zu verstehen, wo ebenfalls der Aramaism verstanden wird, in dem Satze ONX •pn Tip1 2 NQ 'Pi -lötots' ie>d '»in pB/Kin, da iouT Psalm Adam zugeschrikbkn wird. 44