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Der Orient · 1840-10-24 · 43 (24.10.1840) · p. 671

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
43 (24.10.1840)
Article
Etwas über das Buch Jona
Date
1840-10-24
Page
671 (sequence 7)
Language
German
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677 lieber das Buch Jona von Dr> Delitzsch. Literarische Skizzen und Berichte. 678 Juden und Samaritanern; die Schiffs gen offen Zona's sind die sich mit den Juden auf Einem Staatsschiffe befindenden Samaritaner; der Sturm ist die Thronbesteigung des Kambyfts; der Wurf des Propheten ins Meer sind die sykophantischen Briefe der Samaritaner an Pseudofmerdes; die Rettung der Schiffsleute und Jona's — ich weiß nicht, ob der Hayfisch selber— ist der humanere DarmsHystaspis; das Bußedikt des Königs von Nineve ist Darius' Erlaubnißedikt zum Fortbcruen des Tempels; der zürnende Jona sind die durch die persischen Zuschüsse etwas übermüthig und noch particularistischer gewordenen Juden; die Laubhütte des Propheten sind die jüdischen Baracken; und der Wunderbaum (ich glaube, setzt Krahmer hinzu, daß im ganzen Buche nichts leichter, als dieses zu erklären ist) bedeutet, daß dem Jonas den Judaern über jenen Tempelhoffnungen, „der Kamm sehr hoch gewachsen sei;" der Ostwind endlich ist die Vereitelung der überspannten Ansichten durch den persischen Hof. —- Wie originell, wie keck, wie mühevoll erfunden! Wir haben zur Vollständigkeit der Allegorie nichts hinzu zu thun, als: das Fahrgeld des Propheten Jona ist die moderne Kritik, der Ballast des Schisses ist die aufgeblasene Polyhistorie, und die Kajüte des Schiffes ist der rationalistische Unsinn, in dem man heut zu Tage schlaft und schnarcht und-träumt. Und was ist nun die Idee dieses Phantasi'estückes in Eallot's Manier? Ein indifferenter Kosmopolitismus, daß Gott nicht nach der äußern Religionspartei, sondern nach dem geistigen Zustande des Menschen handle und den Widerspruch gegen fein Handeln selbst an dem Einsichtsvolleren ahne. Das ist die Idee dieses allegorischen als Warnungstafel für die jüdischen Einwanderer aus Persien ausgestellten Gemäldes. Wir vermissen an Krahm er's Abhandlung alle die Kenntniß des menschlichen Herzens und der ersten Buchstaben der göttlichen Lehre. Dr, Delitzsch. Literarische Skizzen und Berichte. Ant w o r t a n G. t tt B. D i e d e n o m i n a t i v e n Verben betreffend. Die aus den Nennwörtern gebildeten Verba im Hebräischen entwickeln in der Art und Weise, wie sie die Bedeutungen gestalten und bilden,eine große Mannigfaltigkeit uud Biegsamkeit, und selbst dem besten Grammatiker wird es schwer fallen, eine unabänderliche Norm für alle Fälle zu finden. Das was unsere Grammatiker über die Privativ- Bedeutungen des Piel, über die eigenthümlichen Bedeutungen des Hisit sagen, reicht nicht bei allen Denominaeiven aus. Folgende denominative Zeitwörter mögen die Schwierigkeit einer Normirung beweisen: ^jl^, entnacken , Nacken), *7?^/ entwurzeln (Ipy, Wurzel), jn£, enthaaren (jnö Haar), haben in ihren Kal-Formen eine privative Bedeutung, wahrend sonst nur Piel-Formen eine solche Bedeutung haben sollen, wie entsünden (KJpn, Sünde), 1p 0, entsteinen (Ipo S. V. a. bpü/, Stein), p^0, entzweigen (7^0, Zweig), entwurzeln Md, Wurzel), jO;i, entaschen Asche), 231, entschweifen (23?, Schweif), qi2, entsegnen (1212, Segen), 1^2, entlauben (11d;O, Laubwerk), stoppeln. Man würde sich aber nicht minder irren, wenn man feststellen wollte, daß denominative PiellFormen immer eine Privativ-Bedeutung haben müssen, da bekanntlich J12, Priestern (si12, Priester), Priesterdienst üben,?po, steinen (^>,10), mit Steinen bewerfen, ^^1, aschen (^^1), zu Asche brennen lassen, 122, zum Erstgebornen (1)22) machen, ^1, Pfeile 0^1) werfen, ilN, zelten 6lK‘, Zelt), 211, beherzen, ermuthigen (2&, Herz) nichts Privatives haben. Der privativen Bedeutung zur Seite bei den Kal-Formen finden sich noch so viele Nuancen, daß man nicht leicht zu einer Norm kommen kann, wie z. B. 1^2, eigenen, zu eigen nehmen (^JJ2, Eigener), D1is‘, blutfarbig sein (Ql, Blut), zelten, Zelt bauen Zelt), 2,^, hassen, Feind Qift) sein, 1^,Gott (Ik) anrufen zur Betheurung, schwören, llp, den Scheitel (1p) neigen, P]3£s\. Zorn (qft) haben, zürnen, pi2, den Riß (p12) untersuchen, pp2 Futter d»p2) geben, 012 Feigen lesen (Dp2, Feige), py beäugen, sehen Auge). Eine ähnliche Mannigfaltigkeit findet sich bei den denominativen Nifal-Formen, z. B. p2fcO/ sich gegenseitig im Ringen bestauben (p2d>, Staub. Nach der alten Erklarungsweise), iilfrö, sich in Besitz setzen (1-?1^!, Besitz), verschieden von '1^3/ 1323, bekindert ^2, Kind) werden. Dieselbe Normlosigkeit findet man in den denominativen Hkft'l:Formen, z.B. ^311, führen, leiten (1)1, Fuß), p) )Z)1, aufnacken, auf den Nacken legen (p3^, Nacken, Hals, wie "im Arab.), 0^22'1, aufschultern (02^', Schulter), aus' dem Nomadenleben, pji^n, Lausend (P^N) Zeugen, 1)221 einen Erstgebornen (1)22) zeugen, 0)121 beklauet (1012 Klaue, Huf), behust fern, plpl, behornt qip, Horn) sein, 7^1, gehodet (TJ^'K, Hode) fein, {INI, das Ohr (]?&) hinneigen, 72X1, ’ Me Schwinge (12X) ausbreiten, dem q) 2 ^12 parallel. — An L. Ln B. Zn der Concordanz habe ich mir, um das Neuhebräische, d. h. dasjenige Hebräisch, welches nach Abschluß des Kanons sich weitergebildet und weiter entwickelt hat, zu bezeichnen, einen eigenen Ausdruck schaffen müssen, der sich von )12J?, der Bezeichnung des Althebraischen unterscheidet. Ich bildete aus )12p die Form *>212J), nach der Analogie von ^>7)0, da ich bei einem beZandigen Gebrauche keines umschriebenen Ausdruckes mich bedienen wollte. Selbst der deutsche Ausdruck „Neuhebraisch," dessen ich vor zwölf Jahren zum ersten Mal öffentlich gebrauchte, ging bei mir aus dem Streben hervor, einen einfachen, präcisen, unumschriebenen Ausdruck für den später« Hebräismus zu haben. Möglich, daß eine neugepragte Form >312^ nach der Analogie des Arabischen, passender wäre, aber ich hatte nun einmal

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