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Der Orient · 1840-10-17 · 42 (17.10.1840) · p. 655

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
42 (17.10.1840)
Article
Bemerkungen über die in letztverflossenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen
Date
1840-10-17
Page
655 (sequence 3)
Language
German
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litUtt Ult c<J IVtVUVU'jUgwnvjvn. nach bei "PIL^. -— Pf. 64 7. Wir haben vollendet den wohldurchsonnenen Anschlag, ganz vortrefflich. — Pf. 65, 2. Dir gebührt Lobgesang. Wie kömmt aber gebühren zu men? Wäre nicht Dr. Sachs der Uebersetzer, ich würde es für einen Jrrthum halten, den ich wir so erklärte z Gesenius im Wb. übersetzt so unsre Stelle „dir (gebührt) Vertrauen, Lobgesang", welches wohl Jemanden verleiten könnte, rran für gebührt zu nehmen. Durch einen andern Jrrthum scheint die Vulgata es durch te decet hyrnnus übersetzt zu haben. Die Septuaginta hat nämlich so! vyLvog, aber heißt nicht allein deeet, sondern auch ertönen, erschallen, Aesch. Again. 321 — 331 ev tioIsi 7VQE7VBLV» In dieser Bedeutung scheint die Septuaginta hier 7tQ£7tsL zu gebrauchen. — Ps. 77, 11. Das ist mein Flehen — die Jahre der Rechten des Höchsten. Das gibt keinen guten Sinn. — Ps. 90, 10. Und darin drängt sich Elend und Unheil pw boy nnmu. Diese Übersetzung wird sich nicht leicht rechtfertigen lassen. Die Septuaginta, welche dafür hat %a\ ro tvelov ctvrav, so wie die Vulgata, welche es durch et amplius eorum wiedergibt, lasen wohl Dmi. — Ps. 97, 11. Und denen, die redlichen Herzens Freude sind", sollte wohl heißen, „die redlichen Herzens sind, Freude". — Ps. 109, 4. Ich aber bin ganz Gebet. Das ist besser als zu ergänzen. — Ps. 126, 1. Als der Ewige zurückführte die Weggeführten Zions. Besser wäre unstreitig gewesen, den Infinitiv als Futur zu nehmen, da Hr. S. selbst die folgenden Verse als zukünftig nimmt. Nur David Martin finde ich es auch so auffassen: Quand TEternel ramena les captifs de Sion, der aber auch das Folgende in die vergangene Zeit setzt. — Ps. 139, 16. Und unter denen kein Einziger da ist. Hier folgt der Uebersetzer dem Chetib, denn nach dem Ken wäre hier keine Negation. — Ps. 145, 16. Und sättigest alles Lebendige seines Verlangens. Da dies doch so wenig der Fall ist, so würde man wohl bester p$n auf Gott beziehen nach den andern Interpreten. — Ps. 147, 19. Seine Werke, das ist nicht inm* Vielleicht solle es „Worte heißen. — Pf. 149, 5. Es jauchzen die Frommen zur Feier. " Wie kommt das zu TO? Prov. 1, 8. Die Zucht des Vaters sollte heißen „deines Vaters". — Prov. 6, 3. Wirf dich zu Füßen, dann magst du deinem Nächsten trotzen. Das scheint nicht gut zusammen zu passen. Vesser übersetzt daher Eichel das *pyn durch „erkenne seine Obermacht" oder Salomon „huldige deinen Nächsten". (Fortsetzung folgt.) OMtv.v.lvw vv*. .. N ü ff b licke auf einige die Schrift: „Rabbinenwahl rc. rc.", betreffende, unschuldige Mißverständnisse. (Schluß.) Wenn aber gleichwohl der Leser, dies Altes darin heraussindet und aus derselben folgert („du sagst 's!"); wenn er, weil hier in der That vielleicht der faule Fleck der neuern jüdisch - theologischen Bildung aufgedeckt, etwas unsanft und schmerzhaft berührt worden, aufgeschreckt aus seiner gewiegten, behaglichen Sicherheit über das vielgepriesene, unfehlbare und absolute Heil der modernen rabbinischen Aufklärung; wenn er sein bisher unbedingtes Vertrauen zu den Repräsentanten, Vertretern, Jüngern und Herolden dieser rabbinischen Aufklärung zu beschränken sich gedrungen fühlt, und weil er den Gedanken nicht mehr abweisen kann, daß bei der Anstellung eines neuen wissenschaftlichen Rabbinen ein unheilvoller Mißgriff nicht unmöglich, unter gewissen, allerdings eben hier etwas ins Auge gerückten Umstanden sogar unvermeidlich ist; wenn der Leser demzufolge in der Lhat sich selbst die aus der neuen Schule hervorgegangenen Rabbinen im Allgemeinen in so fern verdächtigt, daß er sich in Ansehung derselben bei einer Rabbinenwahl Vorsicht und Umsicht zur Pflicht macht, und die Zugrundlegung der ganz ungetrübten Ueberzeugung: daß in der gesummten Individualität des Rabbinatscanditaten nichts zur Voraussetzung einer solchen Unzulänglichkeit wie sie in dem Schristchen als Folge der bezeichneten, wirklichen ungünstigen Einflüsse erscheint, berechtige; — so hat daran ^der Verfasser des Schristchcns so wenig Schuld, als er es sein Verdienst nennen konnte. Gegen das Gespenst einer Ausschließung der jüngernRabbinen vom Nabbinate und einer Abschließung der jüdischen Theologie gegen die allgemeine Wissenschaft und Bildung, beschwört der Breslauer Correfpondent allg. Z. d. I. a. a. O., als rühriger Vorkämpfer ber heiligen,Schaar, sich mit dem Donnerkeil Nambam '^bewaffnend, seinen mächtigen Bundesgenossen, die maimonidische Deal) herauf; und gewiß hat sie ihm mit nicht geringerer Befremduag alseinst Samuels Geist dem Saul zugerufen, warum beunruhigst du mich und holst mich herauf? Wir wissen nicht, ob er es für passend gefunden, femerseits mit den Worten Sauls zu antworten, mir ist sehr bange, und die Philister bekriegen mich. Auch wird er selbst wohl am Besten wissen, wie er dazu gekommenem dem hohlen, aben- Lheucrlichen, einer holdseligen Verwirrung und starkduftenden genialen Grobheit nicht ermangelnden Gerede -von der Dcah des Nambam im Amte und Berufe der neuern jüdischen Theologie feinen Lesern gefallen -zu wollen, denn gewiß, unser Breslauer Correfpondent kennt seine Pflicht.' So viel ist wohl klar, daß es auch nicht im Geringsten Aufgabe und Absicht des Schriftchens sein könnte, die Forderungen,

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