Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 39 (26.9.1840)
- Article
- Symbolik des mosaischen Cultus [Rezension]
- Date
- 1840-09-26
- Page
- 612 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/8555529-9891396-9891455-2363663--0791-2363697- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
613 Ul4* Dr. Bahras Symvolie ves mo). ^ulrus. ^vyerer uv« ä^* o^ei^iuu* ganze geschlechtliche Verhältniß als Folge der Sünde. Dies erhellt besonders aus den Reinigkeitsgesetzen hinsichtlich der Leichname. Dem Tode sind alle auf gleiche Weise unterworfen, er ist Folge der Schuld der menschlichen Narur, darum verunreinigt er/ ganz abgesehen von der moralisch-religiösen Beschaffenheit des einzelnen Todten. Auch der Leichnam des Frömmsten und Besten verunreinigt. Es kann daher nicht einer einzelnen Sünde oder Schuld gegolten haben, sondern dem Tode als solchem und an sich, wie er die Folge der Sünde der menschlichen Natur überhaupt ist. So weisen auch die levitischen Reinigkeitsvorschriften nicht auf einzelne Vergehen oder unsittliche Zustande einer bestimmten Art hin, sondern nur in sofern die leiblichen Verhältnisse, mit welchen sie es zu chuir haben, durch die Sündlichkeit der menschlichen Natur bedingt erscheinen. Halt man diese Beziehung auf das leibliche Leben fest, so wird Aar, warum die Reinigungen neben den Opfern einen integrirenden Bestandtheil des Eultus ausmachen. Der Urheber aller geistigen und physischen Unreinheit ist das böse Prinzip; daher verzweifelt selbst der rationalistische Manrruni (Jad ha-Chasaka, HilchotMikwaot, Abschn. 11. c. 12.), alle Reinigungsgesetze auf rationelle Prinzipien zurückführen zu können, sondern die Bestimmungen der heil. Schrift seien nach ihm als positiv gegebene Gesetze zu befolgen und Grübeleien über diese Materie unstatthaft. Beachtenswerthes theilt uns der Vers, in den Capiteln über Zahlensymbolik, i. S. 138—208, Bedeutung der Baustoffe zur Stiftshütte S. 276, der Farben und Kunstgebilde 316—366, der Geräthe des Allerheiligen, Heiligen und des Vorhofs S. 383—437 u. s. w. mit. Der zweite Theil handelt vom Cultpecsonale, der Amtskleidung und Weihe der Priester. Mit besonderer Vorliebe sind die Abschnitte von dm Opfergebrauchen und der Bedeutung der verschiedenen Opsergattungen u. s. w. ausgearbeitet, so daß Spencer's bekanntes Werk durch die Schrift des Hrn. B. zuerst überflüssig geworden ist, indem derselbe zu der Gründlichkeit seines Vorgängers noch jene Vorzüge seinem mit vielem Fleiße ausgearbeiteten Werke hinzuzufügen bedacht war, welche inderneuem Zeit im Gebiete der Alterthumswissenschaft des gesammten Orients gewonnenen Resultate ihm an die Hand gaben. Der letzte Abschnitt, welcher die Cultuszeiten bespricht, enthalt manche treffende Widerlegungen der von Bohlen, George u. A. in der jüngsten Zeit ausgestellten Hypothesen. Nur wenn B. aus der bei den Römern gebräuchlich gewesenen ungünstigen Meinung vom Saturnustage, welcher daher dies ater hieß, auf die Verschiedenheit des hebr. Cultus schließen will, der diesen Tag zum heiligsten, zum Repräsentanten aller Feste erhob, so verfallt er hier abermals in den Zustand religiöser Befangenheit; da ihm nicht fremd sein kann, daß die Furcht zuerst Altäre baute, daher Saturn, eben weil er grave sidus in oinne eapuf, bei den meisten Völkern die oberste Landesgottheit war, wenn er auch fast in jeder Provinz den Namen, nicht aber den Cultus wechselte, und im westlichen Asien allein Moloch, Camos, Anamelech, Kiun und noch mehrere Götzen in seiner Person vereinigte. Dr. Bonfoi. 21) D^Pp, übersetzt und erläutert von Dr. L. Herz selb. Braunschweig, 1838. Ed. Hammerich. (Fortsetzung.) Wir wollen nun das im Allgemeinen Gesagte im Speciellen Nachweisen, Einzelnes rügen, und wir gehen daherzur Erklärung der einzelnen Stellen über. Wir werden auch hier die Knobelsche Bearbeitung zu Grunde legen, nur Einzelnes hier und da anreihend. Um aber das Bild der H.'schen Arbeit vollständig zu geben, werden wir einige Capitel, und zwar die ersten, genau durchnehmen. 1. 6, nm 2W TOMD tyi efcfldrt H. H. „jU seinen Kreisen kehrt der Wmd zurück". Referent möchte indessen die K'sche Erklärung hier vorziehen, nämlich „auf seinen Kreisen kommt der Wind an seinen Platz zurück; weil der Wind immer 22)D 21210, also im Kreise gehet, so kann füglich der Verfasser doch nicht sagen, daß er wieder zu den Kreisen zurückkehrt; dazu kommt, daß by auch hier in einer ungewöhnlichen Bedeutung stände. — 1, 16 bezieht H. H. mit vollem Recht vor PijPi zu '’nj'T in folgendem Verse. — 2, 2 PirPlO hält H. H. mit Recht für einen Accuftttiv des zu ergänzenden “Oi#*. Es scheint dieses die Meinung des Syrers zu sein, in den Worten jUaci Was Hrn. K. bewog, für diese Worte in dem Texte ho zu conjectunren, bescheidet sich Res. nicht begreifen zu können. ■— 2, 3 zu jru ^1 ist die Erklärung H's. „mein Herz hat ihn (den Leib) durch Weisheit bisher geleitet" sehr gesucht, und offenbar eine Folge seines Bestrebens die innere Oeconomie des Buches herzustellen. K's. Interpretation „mein Herz leitete mich dabei weislich" ist die allein richtige; wie auch rnoy ’DOOn >>Sk v. 9. dafür spricht. — mw PIHttfl leitet H. H. trefflich ab von TV^ vim facere, also compressa; das Wort schließt, mehr Lüsternheit ein, als das gewöhnliche PiP;0. Graec. Vcmet. übersetzt neu Gvcxi^mxa > ganz unerklärlich« 2, 10 ^hfoy b2D NM rc. nach H. „ sondern mein Herz sollte Freudigkeit erlangen von all meinem Erwerb, und das sollte mein Theil sein". Allein da dürste füglich das PPP! wegbleiben, und überdies war ja auch nicht ppft^ das Ziel in seinem Streben, die er 2, 2 gerade eitel nennt. Besser bedimkr es uns daher zu erklären, „er freute sich, und dieses war ja der Endzweck meines Strebens". p6p der Antheil, den man an einer Sache nimmt; aber er fand, als er es betrachtete rc. re. — 2, 14 -WtiTO WJ7. faßt H. H. richtig -zusammen, und 39 *