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Der Orient · 1840-09-26 · Heft 39 (26.9.1840) · p. 302

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 39 (26.9.1840)
Article
Erfolgte Schritte zu Gunsten der in Damaskus Verfolgten
Date
1840-09-26
Page
302 (sequence 2)
Language
German
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302 störe, -ein Staatsbeamter, als beredtes Organ seiner Glaubensgenossen aufgetreten. Tritt man , du gerechter Himmel, - so auf für eine «nkeusche Religion? Hat sich denn, nachden Untersuchungen durch alle Mittel, durch Schmeicheleien, durch Grausamkeiten , durch Kleinigkeitskrämerei ein gnügendes Resultat zur Enthüllung der von der Religion gebotenen Grausamkeiten heraus gestellt? Niemand kann behaupten, daß die jüdische Religion Blutforderungen enthält. Reiset nun in das Land Egypten, ihr die eure Brüder gewählt haben, edler Crümicux, aufopfernder Montefiore. Eurem Vorhaben schlagen alle Herzen entgegen; euch folgen alle edeln Seelen. Wer bringt seinen Ruf, sein Glück, sein Leben zum Opfer? Die Religion muß den Vorzug vor jedem Gute behaupten; denn nur -dann kämpft man für sie; man -verteidigt zugleich die Ehre der Vorvordern, den eignen Heerd und das sittliche Erbtheil, das man seiner Familie vermacht. Alfonse Pinüde." Ader mehr als alles andere ist daß große, christliche zu London gehaltene Meeting von hoher Bedeutung, von großein Gewichte, von vieler Beruhigung für das jüdische Volk bei diesem traurigen Ereignisse. 210 der bedeutendsten Kaufleute, Gelehrten, Beamten u. f. w. traten zusammen, und riefen jedem, wer er auch' sei, zusammen, um Zcugnkß abzulegen von dem Glauben, daß die Edlern der Nationen keineswegs an die Verleumdungen glaubten, mit welcher von Damaskus aus die mosaische Religion und deren Bekenner beschimpft werden, um ein Scherflcin 'beizutragen zu der Summe, welche die Roth lindern sollte, die eine ungerechte Justiz des Orients über die Unglücklichen herbeigeführt hatte. —- Die große Versammlung fand am 3. Juli in der Egyption Hall, Mansion House, statt, und ward von 'einer Ungeheuern Menschenmenge besucht, die kaum der weite Saal zu fassen vermochte. Nicht allein durch -die ehrenwerrhm Namen, die an der Spitze der Versammlung prangten, wie z. B. Dr. Bowring, Thomas Campbell, (der Dichter), W. Evans, Esq. Captain Sheppard, Se. 'Ehrw. R. Gilbert, Lord Howden und viele andere, sondern auch dadurch, daß sich gleichsam die städtische Behörde an die Spitze "des Ganzen stellte, erhielt.'die Versammlung einen allgemeinen und bedeutenden Ausdruck. Zwar war der Lord Mayor nicht persönlich .gegenwärtig, aber ein 'Brief von ihm erklärte, daß nur Amtsgeschäste ihn hätten abhalten können, in der ehrenwerthen Versammlung zu fehlen, und er ließ seinen Platz sehr würdig durch einen Freund, den Aldermann Thompson ersetzen» 'Unter lautem Beifall sprach dieser Vicepräsident zu der Ungeheuern Versammlung und gewann alle Herzen durch die Kraft seiner Worte. Zuvörderst sprach der Redner seine Freude aus über die Ehre, in dieser Gesellschaft den Vorsitz zu führen, die, wie sich voraus erwarten ließe, in der zu erörternden Frage durchaus nur eine einmüthige Simme führen würde, und diese Freude sei doppelt, weil es sich in der Versammlung blos m\ Theilnahme an menschlichem Elend handelte, das 'Ungerechtigkeit, Grausamkeit und Tyrannei über sie gebracht, wett rr die Hoffnung hege, daß dieser Beweis des Mitgefühls nicht ohne günstige Wirkungen aus das Loos der Unglücklichen sein werde. (Hört! Beifall'!). Er wolle — fuhr der Redner 'fort-— hier nicht auf die Einzelheiten des Unglücks -ekngeh'en, sie würden im Laufe der Besprechung sich g nirgend Herausstellen; aber zu bemerken erlaube er sich, daß nach seinem Urtheile die Damasker Juden das volle Maaß des Mitleids verdienten, da sie achtenswerth "erschienen, wie die, welche in England wohnten, (hört! hört!) Und zu -bemerken erlaube er sich, daß Keiner aus der Zahl seiner Mitbürger eifriger bemüht sich Humanität zu fördern, Arme und Bedrängte 'zu Unterstützen, Waisen zu schützen , Kunst und Wissenschaft zu fördern (Beifall!) als die Juden., daß sich ihre Wohlthätigkeit nicht blos auf die cinschränke, die ihres Glaubens lebten, sondern daß auch Christen, sowie die Bekenner jedes Glaubens derselben sich zu erfreuen hätten. Sie würden dafür aber auch gebührend geachtet und er führe des Beispiels willen nur an, daß kürzlich einer aus ihrer Mitte, Mr. Salomons, von den Londoner Bürgern zu den höchsten Würden der Stadt berufen worden sei, womit ihn auch die reiche und einflußreiche Grafschaft Kent beehrt habe. Er könne noch andere Männer aus der jüdischen Nation anführen, die zur Ehre und Wohlfahrt Londons beigcrragen haben, und dürfe nur an den Namen Rothschild erinnern, der so lange dauern werde, wie der Name Londons. (Lauter Beifall!) Er wolle, meint er schlüßlich, die Zeit nicht verstreichen lassen, wünsche aber, daß von dem Sekretair, M. Wire, zuvörderst der kurze Bericht vorgelcsen werde, welcher zur Beleuchtung des Gegenstandes diene. Mr. Wire erhob sich und erzählte nun das Ereigm'ß nach seinem Ursprünge und Folgen. Er greift dabei nicht aus der Luft, sondern stützt sich zumeist auf der den Juden zu Alexandrien von dem schon obengenannten Augenzeugen G. M. Pieritz unter dem 11. Mai gemachten Mittheilungen. Das Haus gerieth in Wallung als es den an sich schmucklosen Bericht vernimmt, der sich nur auf Thatsachen stützt und sogleich erhebt sich John Abel Smith, Esq. M. P., den ersten Beschluß vorzuschlagen. Er erhebt die Frage auf den allgemeinsten Standpunkt. Sie sei wichtig nicht allein für alle Juden, sondern auch für alle Christen; nicht allein für Syrien, sondern fü.r jedes Land.; denn wo wäre ein Land, wo nicht irgend einmal Fanatismus, Unwissenheit und Aberglaube sein blutiges Banner erhoben hätte? Obgleich das neunzehnte Jahrhundert sich schmeichelte, haß in ihm dergleichen Gräuel nicht wieder auft tauchen könnten, so meint der Redner, mußten doch die Juden zu Damaskus dieser Sicherheit Lügen strafen und die Loosung zu anderweiter Austauchung von ähnlichem Fanatismus, ähnlicher Unwissenheit geben, Sie haben, setzte der Redner hinzu, den Bericht gehört, den der Sekretair vorgetragen hat; derselbe (heilt Einzelheiten mit, die das menschliche Gefühl empören und mit dem größten Unwillen erfüllen. Der Ton der Mäßigung, te in demselben herrscht, zeugt von der Wahrheit (Mr. O'Connel erschien in diesem Augenblicke auf der Gallerie und wurde mit lautem Beifalle, begrüßt.). Wenn wir unfern Abscheu über die Vorgänge zu Damaskus ausdrückm, ist noch nicht einmal die Ueberzeugung von dem Unglücke der Anklage nöthig. Ich halte dafür, daß diese Anklage eben 'so falsch sei, als die Natur derer, die sie erfanden, grausam ist, ich bin gewiß, daß das ganze Land sich mit einer Stimme, mit einem Willen erheben würde, um die inDamaskus verübten Grausamkeiten zu unterdrücken. Diese Grausamkeiten fanden unter derRegierung eines Mannes statt, den ich als Fcld.he.rrn achte. Bedenken wir, daß dieser Herrscher für einen Freund der Civitisation erklärt sein will, daß derselbe ganz Europa aufgefordert hat, ihn dafür zu belohnen, 'dadurch daß man ihm das Land, wo jetzt die Grausamkeiten sich ereignen, als Erbtheil abtrete. Ich hoffe , daß man seine Erwartungen vereiteln werde. Der Bedrücker der Juden zu Damaskus steht da als ein Mann, der alles Völkerrecht verletzte, um seine Traume von Eroberungen und Ehrgeiz zu realisiren. Und wes ist das Volk, das man diesen Leiden unterwarf? (hört!) Ein Volk, verbunden durch das Theuerste und Heiligste, was die Religion bietet, (.hört!) ein Volk, dessen-Glaube in der -Geschichte fußt, das -seine zukünftige politische -und religiöse Wiedergeburt mit unerschütterlichem Vertrauen erwartet, ein Volk, daß mit der ganzen Welt in freundschaftlichem Verkehre

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