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Der Orient · 1840-09-26 · Heft 39 (26.9.1840) · p. 297

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 39 (26.9.1840)
Article
Algier: Betrachtung über die Mädchenschule daselbst
Date
1840-09-26
Page
297 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen, löbl. Postämtern und allen soliden Buchhand: lungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 39» Leipzig, den 26. September 1849» Orient. Astgier (Betrachtung über die Mädchenschule, daselbst). — Belgien (Brüssel, Errichtung einer höher» Schulanstalt daselbst). — Deutschland (Berlin, hirtenloser Zustand der Gemeinde daselbst. Posen, wohlthatige Vermächtnisse. Bromberg, Stiftung eines Vereins. Hannover, fortschreitende Entwickelung der Juden. Dessau, Bemerkung über den Hamburger - Leipziger Tempelverein.). — Lichtunb Schattenbilder aus der jüd. Geschichte der Gegenwart. Erfolgte Schritte zu Gunsten der in Damaskus Verfolgten. — Personalchronik und Miscellen. — L.-B. des Orients. Orient. AlHrev» Leipzig, 11. Sept. Wir haben in Nr. 34 des Orient der Mädchenschule bereits Erwähnung gethan, welche unter Leitung der Mdlle. Heloise Hartoch zu Algier emporblüht, und sind jetzt im Stande, wie dort versprochen worden, einiges Nähere über die Anstalt mitzutheilen. Das Institut zahlt bereits 80 Zöglinge und erfreut sich einer so regen Theilnahme, daß nicht allein die Hoffnung in Aussicht gestellt erscheint, es werde sich dasselbe täglich mehren, sondern auch zu andern derartigen Anstalten Beispiel geben, überhaupt aber zur Cultur des Landes und der Israeliten ins Besondere, die seit einem Jahrzehent ungemein gestiegen ist, wesentlich beitragen. Der vorliegende Bericht dreht sich freilich zumeist nur um Äußerlichkeiten und in allen Anordnungen und Erscheinungen blickt der Geist der französischen Directrice durch, der es um Schaugebung zu thun ist, die mit den dressi'rten Kindern brilliren will. Allein wir dürfen französische Zustande, französische Einrichtungen und Charaktere, wenn wir gerecht sein wollen, nicht mit der deutschen systematischen Gründlichkeit messen und daneben bedenken, daß die Schule auf orientalischen Boden wuchert und zwar in einem Lande, wo vor einem Decennium an dergleichen noch' nicht zu denken war. Halten wir fest, daß das französische Mädchen überhaupt mehr für die Gesellschaft erzogen und abpolirt, als mit einem gründlichen'Wissen ausgestattet wird, so kann uns die Art des Berichtes gar nicht auffallen. Derselbe dreht sich zumeist um die im Juli veranstaltete Prüfung und Preisvertheilung, und ist auch in dieser Hinsicht höchst charakteristisch. Wir erfahren, daß nicht allein die höchsten Civil- und Militärbehörden von der Directrice zu der besagten Feierlichkeit eingeladen worden waren, sondern dieselbe auch unterstützten, um die Preisvertheilung zu einem glänzenden Feste zu machen. So hatte der Admiral die Seeleute befehligt, den Hof des Hauses mit Flaggen und Blumengewinden zu dekociren, und die Französin ist ganz entzückt von dem glänzenden Anblicke der Versammlung. Doch wir lassen sie selbst weiter reden. ,/Weiter ging der Fuß überall auf glänzenden und weichen levantischen Teppichen und die in gewissen Zwischenräumen auf Estraden angebrachten orientalischen Kissen von Silber- und Goldbrokat und von gesticktem Sammet gaben dem Ganzen ein acht orientalisches Ansehen. In der Mitte standen Bänke; auf ähnliche Weise mit Kissen bedeckt für die 80 Schülerinnen, die zur Hälfte französisch und in weißgekleidet, zur andern Hälfte in Landestracht erschienen und von Gold, Perlen und Edelsteinen strotzten. Sie trugen quer über die Schulter ein himmelblaues Band mit silbernen Franzen. — Vorn war die Estrade für den Civil-Intendanten, den Ober-Inspektor des öffentlichen Unterrichts, Herrn Lepescheux, einen Professor der königl. Schule, welcher als Sekretär diente; zu beiden Seiten saßen die Behörden und ein reicher Damenkranz. — Ich kann nicht sagen, wie glücklich ich mich fühlte, die Theilnahme zu bemerken, die man der aufblühenden Anstalt angedeihen ließ. Ein Kind von 34 Jahren eröffnete die Feier mit einem Gebete für den König der Franzosen und erhielt den Preis für gute Gedachtnißübung. Meine jungen Zöglinge haben schnelle Fortschritte gemacht. Von denselben nenne ich eine, Lazira Abraham, 9-Z- Jahr alt, welche 6 Preise und ein Accessit 39

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