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Der Orient · 1840-09-19 · 38 (19.9.1840) · p. 602

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
38 (19.9.1840)
Article
Ein Wort, die Beschneidung betreffend
Date
1840-09-19
Page
602 (sequence 3)
Language
German
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603 604 Llt. Dialekten: Apokryphen. Effäer. Notizen von Hirsch Chajas. lehrten und Geistlichen folgen, die aus eben den Rücksichten einen analogen Gebrauch, nämlich die Nothtaufe, abgeschafft wissen wollten. Uebrigens scheint es, daß selbst die Eiirführer der Todtenbeschneidung keinen allzugroßen Werth auf die Beachtung derselben gelegt haben, indem sie. diese nicht einmal am zwcircn Festtag (m^ bw 'Mauszuüben gcfrattctcn. II. Apokryphen. Notizen von Hirsch Chajas. Kreisrabbmen zu Zolkiew. 1) Man ist daran gewöhnt, die apokryphischen Bücher nach der Analogie der griechischen Benennung in den ueechcbräischen Utbersetzungen .QV"©D zu nennen; die älteste Benennung aber für diese Bücher ist obgleich man in dieser Weise den Ausdruck nicht immer verstanden, da bei deren Ausschließung aus dem Kanon 1^33 ^DE>) t£Hp OT3):' diese Benennung paffend ist. Schon in S (ratz ed rin wird das Buch Ben-Sira zu bcn Q/)ppp Wpm gezahlt, man schwankte aber in dem Glauben, daß darunter unser Sirach gemeint sei, weil man die daselbst 99.d erwähnten Stellen nicht darin fand. Eine Stelle im Ialkut macht es aber klar, daß diese Bücher wirklich wie erwähnt genannt .werden. In Ialkut, Parascha Ekeb §. 855 heißt es: „Die Anzahl der Verse in dem Pentateuch sind fünf Lausend u. s. w. in den Propheten neun Tausend, in den Hagkographen wieder fünf Tausend, zusammen drei und zwanzig Tausend, dabei sind aber die Apokryphen ausgenommen NÄ DtflSffin)."'' 2lus dieser Stelle geht klar hervor, daß die apokryphischen Schriften so benannt worden, und daß sie immer eine nähere Beziehung zu den heiligen Schriften hatten, obgleich sie denselben nicht beigezählt wurden. 2) Bekanntlich zeigte sich wahrend des Bestandes des zweiten Tempels die Sekte der Effäer (□'»'»DK) in Judäa und in Egypten, wie uns ausführlich Philo und Iosephus über dieselbe berichten. Asarja de Rossi in seinem Meor Enajimmeint, daß die Effäer mit dem Bajtosim (D^pirpp) identisch waren, welche Behauptung aber unrichtig ist. Eine Haupteigenthümlichkeid der Effäer war bekanntlich, daß sie nie eine Lüge über ihre Lippen brachten , daß sie nie schwuren, sondern ihr Wort war ja oder nein, und in manchen Fällen unbestimmt; wenn aber die Effäer mit den Bajtosim identisch sein sollen, wie wäre dann die Stelle in R o s ch h a - S ch a n a 21.b zu verstehen, wo cs ausdrücklich heißt, daß die Bajtosim falsche Zeugen gedungen, um über den neugebornon Mond auszusagen? Aber Effäer waren keine Bajtosim, ja sie waren, meiner Meinung nach, nicht einmal sonderlich von den Pharisäern (2^'ND) verschieden, um eine eigene Sekte zu bilden; es waren blos jene Frommen (Oipipp) und Heiligen (^l^'Np) unter den Pharisäern, auf welche' die Talmudisten hmzielten, wenn sie von einer „heiligen Gemeinde in Jerusalem (p^Np ppy von den Sittlichfrommen (pp^N), ij&wot) eis zählen , welche das Schema - Gebet mit dem Aufknospen der Sonne beschlossen, oder auch wenn sie rppp&} ^pjfcO/bie am Morgen Badenden-, genannt worden, da sie sich durch eine solche ' asketische Steigerung des Pharisäismus auszeichneten. Wenn man aber die aus Iosephus und Philo zusammengestellten Sitten und Gewohnheiten der Effäer bei Vellermann liest, so findet man unwillkürlich mehrere Bezüge in deissTalmuden, die treffend oft ihre Gewohnheiten schildern. In Kiduschin (71b) heißt cs, wenn einer mir den Worten gelobet: ich will ein Nasir sein, wenn ich nicht die Familienabstammungen aufdecke, so sott er lieber Nasir sein und nicht aufdecken. Schon Samuel Eideles (NttfppD) erklärt diese Barajta mit Bezug auf die Effäer (D^Dftri), welche bekanntlich sehr behutsam sn ihrem Sprechen waren und nie zum Nachtheil irgend einesMannes etwas sagten; diese wurden daher Nasirim genannt; der Sinn der Barajta wäre denn: siehe ich bin ein Nasir, wenn ich nicht Familienentstehungen aufdeckc. Mir scheint aber diese uralte Barajta der Rest einer Beschreibung der essäischcn Sitten zu sein. Bekanntlich waren bei den Essäern drei Grade, so daß nur derjenige, welcher in der ersten Klaffe die auferlegte Probe überstanden, in der zweiten ausgenommen wurde, und ebenso war cs mit dem dritten Grade. Es gab aber Personen, die immer nur in dem ersten Grade blieben. Der Sinn dieser uralten Barajta wäre also, daß selbst wenn einer es über sich genommen, die Abstammung der Familien nicht aufzudecken, so ist er schon dadurch ein Nasir, d. h. ein Glied der Effäer-Verbindung (CV>o^ pp^p), obgleich er die übrigen Regeln noch nicht übernommen. Ueber die Aufnahme von Männern in die Klaffe der Effäer findet sich eine vollständige Barajta. In Becherot heißt cs, wenn einer will, daß man ihn aufnehme zu .jTYjppp 'ppp, dann, nimmt man ihn zuerst auf □'>£32^ dann aber erst rTnp&p, h. h. im ersten Jahre hat man dem Eintretenden in der Gesellschaft ein Tuch (PP&ft/O) gegeben, nämlich ein (Zippel), aber - nachher, wenn man ihn bewährt fand, wurde er zum Genossen bei den Malzciten (ripptt^) ausgenommen. Auch ppp scheint mir wie ppp eine Bezeichnung des Effäers zu sein, und Vpp nnpn ist wie vielleicht nur ein Name für die Sitten dieser Partei. Die ganze Stelle in Bechowt scheint auf Effäer Bezug zu haben, deren Entwickelung ich aber hier der Weitläufigkeit wegen übergehe. Eine ähnliche Bewandniß hat es mit einer Stelle in Chagiga 20a, wo es heißt: Iose Ben Joeser, ein Frommer ihr Priesterthume (P)1pI^'^ p^ON), durfte doch mit den nicht zusammen essen, wahrscheinlich weil er nur den ersten Grad erlangt hat. Die Heilkghaltung des Namens Mose bei den Essäern ist ebenfalls talmudischpharisäisch (s. Nadarim e. 1. Sefer Ha-Mizwot des Maimuni, Gebot 7. vgl. noch Mischna Jedajim e. 4). Noch andere Gebräuche, die man von den ^Effaern erzählt, ha-

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