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Der Orient · 1840-09-19 · 38 (19.9.1840) · p. 595

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
38 (19.9.1840)
Article
Symbolik des mosaischen Cultus [Rezension]
Date
1840-09-19
Page
595 (sequence 3)
Language
German
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597 wo Dr. Bahras Symbolik des moft Kultus. Moyeui wu $ji. o^t^uu* Gebotan Mose: /-Trage Ahrons Stab wieder vor das Aeugniß, daß er verwahrt werde zum Zeichen, daß sie nicht sterben" (4 M. 17, 35.), ließe an jenes Organ denken, welches das Aussterben der Generationen verhütet; der Stab Ahrons sollte aber nur ein Symbol (nitt) der Sache, das die Idee bezeichnende Bild sein, darum gehört ec in die Bundeslade (rp^u }V-)is%)$ denn das rfuN, als Bürgschaft für die Fortdauer aller lebenden'Wesen (rm tJ-tO b 1 M. 9, 12.)/ in der Verheißung Noah's zwar auf den Regenbogen bezogen, wird in der Verheißung Abrahams geradezu T)T\Vr Ti/2 I M. 17, 11. genannt. — Wie aber hilft sich Hr. B. aus dieser Verlegenheit, welcher doch an andern Stellen gerne eingesteht, daß der Mosaismus die physischen Bilder heidnischer Culte nicht verschmäht, nur für seine Zwecke geistiger ausgefaßt habe? Man höre ihn selbst: „In der^Bundeslade concentriren sich die Grundwahrheitrn des Mosaismus, und indem sie als das größte Hciligthum gerade das in Geboten bestehende Gesetz enthalt, weiset sie auf den ethischen Charakter der israelitischen Religion, auf die Heiligung des Lebens als Endziel aller Offenbarungen Gottes hin; sie ist darum gewissermaßen der Repräsentant des Mosaismus selber./ Ebenso concentriren sich in den heiligen Laden der Egypter, Griechen rc. die Prinzipien des Heidenthums als Naturreligion, deren Problem das Geheimniß der Zeugung ist, welches sie besonders in den Mysterien zu lösen versuchten; man kann daher diese Laden als Symbole der Naturreligion überhaupt betrachten." Man möchte hier zu fragen geneigt sein: Currente rota cur urceus exit? In welchem Zusammenhänge steht diese Erklärungsweise mit dem sie veranlassenden Thema? Und wenn die ethische Bedeutung der Bundeslade nicht aus ihrem mit andern heiligen Laden gemeinsamen physischen Symbol hervorgegangen ist, was sotten die zwölf Stäbe der Stammfürsten in der Bundeslade, und warum soll ein blühender, Mandeln tragender Stab das Zeichen sein, daß daC Volk nicht sterbe? Gleiche Wirkung sollte die Aufrichtung der ehernen Schlange in der Wüste gehabt haben, aber sollte jener Stab Ahrons nicht derselbe gewesen sein, welcher sich vor Pharao in eine Schlange verwandelte, (2 M. 7, 10.), also der von einer Schlange umwundene Stab des Wiederbelebers Aesculap? (Schluß folgt.) 21) n^np/ überseht und erläutert von Dr. L. Herz selb. Braunschweig, 1838. Ed. Hammerich. (Fortsetzung.) Mit dem Inhalt des Buches fallt nun auch seine Tendenz zusammen; wir können auch hier weder H. K. noch H. H. beistlmmen. Denn da der Verfasser keinen durchdachten Plan hatte, auch kein Thema logisch behandeln wollte, sondern einen fast unwillkürlichen Erguß seiner Gemüthsstkmmung in freier ungebundener Siede vorlegte, konnte er natürlich auch keinen andern Zweck haben, als das auszusprechen, was ihm das Herz so sehr erschwerte. Das Buch ist nur ein wahrer Ausdruck seiinnern Empfindung. Man kann wohl einer Tendenz nachspüren, der einer logischen Behandlung eines Gegenstandes zu Grunde liegt, nicht aber jenen unwillkürlichen Ausdrücken, die der Schmerz Hervorrust. Sollte mau indessen solchen Schmerzeslauten, nach der subjectiven Verschiedenheit, wenn auch eine dem Individuum selbst unbekannte, doch deswegen nicht minder vorhandene Tendenz ebenfalls beimefsen wollen, so möchte Res. im Buche eher das Bestreben suchen, Theilnahme und Antheil an das menschliche Elend zu erwecken, und zur Vermeidung desselben einige Lehren zu geben, als mit Hrn. 5z. annehmen, durch den Nachweis der Nichtigkeit menschlicher Zustände habe der Verfasser sein Volk trösten wollen. In der Charakteristik des Buches weicht Hr. H. nicht vom H. K. ab. Ueber die Schreibart hingegen äußert sich jener mit vollem Recht, daß die zweite Hälfte des Buches durchaus sich nicht von der ersten unterscheidet, daß die Paränese sich dort nur in gewisser Beziehung zeigt und sich nicht hebe. Die Sprache bleibt sich in beiden Theilen gleich, mit Ausnahme der Beschreibung des Alters, wo sie lyrisch wird; sie ist jedesmal dem Inhalt angemessen. Das Neuhebräische und Chaldäische hat Hr. H. mit vielem Glück und vielem Scharfsinn in unserm Buche bestritten, und die große Anzahl Wörter und Redensarten, die Hr. K. annimmt, sehr beschränkt. Er reducirt die der Neohebräismen auf 11 bis 15 Ausdrücke, und es bleiben in der That nur noch wenige, über die sich fraglich streiten ließe. Die Chaldäismen beschränkt er auf 8 bis 10; da jedoch diese beiden Dialekte sehr verwandt sind, und es wohl nicht mit Entschiedenheit zu ermitteln ist, wenn das Hebräische in das Chaldäische übergeht und die eigene Färbung verliert, so nimmt Ref. Anstand über manche Wörter sein Urtheil zu sprechen. Jedenfalls verräth die Beweisführung H. H's. ebenso viel Gelehrsamkeit als Umsicht, und darin hat er vollkommen Recht, daß weder Neuhebraismen noch Chaldäismen sich in solcher Anzahl vorfinden, um dem Buche dadurch eine besondere Färbung zu geben. Ueber das Zeitalter und den Verfasser des Buches äußert H. 5z. nichts. Wir würden dieses nicht gerügt haben, wenn H. 5z. nicht eingestanden hatte, er habe seiner Kritik, die, wie jede andere sich nur im Negiren stark zeigt, kein positives Resultat abgewinnen können, die Tradition aber von den Gelehrten zu sehr bestritten, im Gebiete der Wissenschaft auf Gültigkeit für jetzt keinen Anspruch machen könne. Allein H. H. verspricht ein anderes Mal „über die Autorschaft Salomo's" sich an seine Leser zu wenden. Er hat also ein bestimmtes Resultat, und scheint nur die Untersuchung und die Be- 38*

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