Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 38 (19.9.1840)
- Article
- London: Aktenstücke über die Damaskusangelegenheiten von einem Londoner Correspondenten
- Date
- 1840-09-19
- Page
- 292 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 292 — Begebenheit Bruce's, des Reisenden, und die neuesten Beweise von der Existenz des Kannibalismus auf. gewissen Inseln des Südens, sind deutliche Beweise dafür; und die Ausübung der Magie im Osten, von welcher, wie ich glaube, Lady Hester Stanhope, die Nichte William Pitt's, nicht ganz frei (clear) war, wenn den Erzählungen orientalischer Reifenden geglaubt werden darf, mag uns gewiß veranlassen zu warten, ehe wir alles und Jedes was unfern Begriffen von Wahrscheinlichkeit entgegen ist, für unmöglich erklären. Ohne für den Augenblick zu wünschen, der Sache zu schaden, möchte ich bemerken , daß alle Meinungen , die im Parlamente eingerechnet, nicht den Punkt der Untersuchung treffen. Niemand klagt die englischen Juden in der Praxis an; niemand glaubt, daß es anders als abscheulich vor allem Gesetze, und von dem wahren Geiste ihrer Religion sei. Aber folgt daraus, daß es nicht manche geheime Gebrauche gäbe, welche bei einer Sekte unter ihnen aus magischen oder andern Absichten in direktem Widerspruch mit ihrer Religion angenommen seien? Das ist der Punkt der Untersuchung. Darüber mag es nun gesagt sein, daß dieses unwahrscheinlich sei. Aber was ist die ganze Geschichte der alten Juden, als eine fortwährende Uebertretung (wenigstens bei einem Theil derselben) ihres Gesetzes —• ein Versuch, Götzendienst mit Gottesdienst zu vermischen? Auf moderne -Keiten zu kommen, so ist es wohl ein bekanntes .Faktum, -daß in Spanien eine große Zahl Juden existirte, und zwar unter der Pciesterschaft, die dennoch wehr oder weniger im Geheimen die jüdischen Gebrauche vollzogen. Nun kann dies kaum in geringerem Widerspruche mit ihrer-Religion stehen, als jene angeführten Gebräuche. Hingegen haben wir vor kurzer Zeit in verschiedenen .Artikeln über den Zustand der Juden im British Magazine gesehen, daß der Talmud, auf welche die gegenwärtige Religion der Juden gegründet ist, die schrecklichsten Lehren der Verfolgung einschärfe, und blos die Duldung Andrer um die Worte Maimuni's zu gebrauchen „der Sache des Friedens halber (for the sähe of the ways of peace) zulasse, d. i. wo die Juden nicht mächtig genug sind, alle andern Völker auszurotten. Dennoch haben jüdische Deputationen, .auf Befehl Bonapartes und des letzten Königs von Preußen befragt, ,ehe man ihnen bürgerliche Rechte in den resp. Gegenden zugestehe, gleich-den ähnlichen Repräsentationen, welche um dasselbe Gut zu erhalten, hier bereitet worden, ihre Doctrinen ganz.falsch dargestellt (misr.epresented) und ließen ihre -Religion blos in Frieden, Wohlwollen und Duldung gegen alle Menschen bestehen. Es ist, Sir! das Interesse der Christen, welche das alte Testament so sehr, oder vielmehr noch mehr als die Juden verehren, von ihrer Religion jeden Verdacht einer solchen Schuld zurückzustoßen, und -Niemand kann wähnen, daß der Gebrauch der unter uns wohnenden ^Juden bekannt ist oder sein kann; allein auch das Licht, unter welchem die englischen Juden von ihren Brüdern außerhalb betrachtet werden, ist ein auf,keine Weise günstiges. Ich entnehme dies aus einem kleinen Werkchen, genannt A Brief Sketch of the Present State and Fulure E&peclaiions of the Jeivs, in einem Briefe gerichtet an seine christlichen Freunde vonRidley.H. HerscheL, selbst ein getaufter Jude, und veröffentlicht hij Douglas, Lond. Diese Ansicht kömmt wahrscheinlich von den Juden jener Gegend, welche weniger .rigorös in Bezug auf Gegenstände des Essens und Trinkens und andre Punkte ihrer Religion sind, ohne deren mannigfache Verletzung ich nicht einsehe, wie sie anhaltend Municipalgeschafte verrichten können. Wir möchten auch urtheilen, daß sie daß unerträgliche Joch ihrer Rabbinen — ein reibenderes (galling) Joch als das der Inquisition in den Tagen ihrer Macht — abzuschütteln beginnen, durch die muthige Aufführung der Juden von Southampton, welche letztlich dem Schrecken der Excommunication vom Chief Rabbi zu London widerstanden, wovon eine äußerst merkwürdige und interessante Erzählung in dem oben genannten Magazin zu finden ist. Ich schließe mit der Bemerkung, daß es keinesweges meine Absicht war, irgend eine positive Meinung über die Schuld auszusprechen, sondern blos die Aufmerksamkeit auf einen Punkt hinzulenken, welcher übersehen zu sein mir schien. Was ich gesagt habe, kann nicht injuriös gegen die Juden sein, da, wenn die Schuld bewiesen wird, sie nur die Fanatiker allein trifft, keineswegs aber die jüdische Religion injurirt, oder die Reinheit und Majestät des alt. Test, befleckt. Es ist noch ein anderer Punkt, welchen ich zu berühren gewünscht. Es ist von manchen Correspondenten der Times versichert worden, daß eine Anzahl christlicher Sklaven, von den Griechen angeschafft, jährlich unter den orientalischen Juden verschwinde. Ich bin erstaunt, daß noch kein Schritt geschehen ist, um diese außerordentliche Behauptung zu widerlegen. A CI er gy man of the established Chur eh, Es bleibt uns nun noch übrig, das äußerst merkwürdige und interessante Memorandum an die Potentaten (vergl. oben), nebst den Antworten, welche bereits Seitens Englands und Preußens eingegangen sind. Ferner noch zwei Briese an den Red. d. Times vom 17. Aug. unterzeichnet An Engh Christ. etc. .Fl B. welche alle unter der Rubrik Restoration of the Jews Vorkommen. Allein die Post geht ab und wir lassen diese beiden. Actenstücke für das nächste Mal. Paris, 4. Sept. Sir Moses Montefiore und Hr. Crewieux scheinen den Zweck ihrer Reise .3) Wir kommen darauf noch einmal zurück. Corr»