Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 37 (12.9.1840)
- Article
- Arabien: die zwölf jüdischen Könige der Himjariten
- Date
- 1840-09-12
- Page
- 281 (sequence 1)
- Language
- German
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Bevichte, Studien utt& Kvitiken für Das Abonnement für ein -Jahr ist 5 Thlr. Man aLonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen auf ein Lahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von »r Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt^mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 3*8* Leipzig, den 12. September 1840» Orient. (Arabien, die zwölf jüdischen Könige der Himjariten. Paris, Montefiore und Cremieux vor Mehemed - Ali). — Frankreich (Straßburg. Charakteristik der Luden im Elsaß.). Deutschland (München, Ministerial - Reskript gegen die Consirmation. Leipzig, Anzeige über Lubliner's Werk über gemischte Ehen). — Rußland (Mitau, neue Kolonien in Sübrußland). — Licht- und Schattenbilder aus der jüd. Geschichte der Gegenwart. Erfolgte Schritte zuGunsten der in Damaskus Verfolgten. — L.-B. des Orients. Orient. Avttbiett '(Fortsetzung). VonHedschäs wenden wir uns nach Jemen, um auch die dort erhaltenen Trümmer einer jüdischen Herrschaft zu beleuchten, von der uns die arabischen Geschichtschreiber melden. Jemen ist das bei den Alten genannte glückliche Arabien, der südöstlichste, fruchtbarste Theil Arabiens, wo die alte Hauptstadt Saba ist, und wo spater die Städte Ssanaa, Sebid und Mokka bekannt wurden.. In Saba, der alten Residenz Jemens, regierte in vordenklicher Zeit Balkis, sonst Königin von Saba genannt; sie war der Sage nach eine Gemalin des Salomo und Stammmutter einer fast halbjüdischen Regentensamilie l) bis in das zehnte Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Der 1) Die Bibel kennt den Nansen Balkis picht; 1 Kön. 10 und 2 Ehr. 9 wird sie nur sabaische Königin, oder Regentin von Arabien genannt, eben so im Koran (Sur. 27, bei Sale 434) und Mat. 12, 42 Luk. 11, 31 wird sie Königin von Mittag, bei den Abyssiniern Nagesta Azeb, d. i. Königin des Morgens genannt. Abgesehen von dem vielleicht nur mythischen Namen, so hat das Factum jedenfalls einen historischen Boden und bildet einen trefflichen chronologischen Anhaltspunkt in der wirren Negentenreihe der hlmjaritischen Könige, Nach Josephus (j. Alt. 8, 2) herrschte Balkis übn Aethkopien und Egypten, wahrscheinlicher aber ist es, daß erst ihre Nachkommen über Habe sch und Aethiopien regierten, von denen die Geschichtschreiber es mit Bestimmtheit erzählen. Im Allgemeinen ist es aber historisch bestimmt, daß von Balkis die jüngere Linke der himjaritischen Könige entsprossen, die wir später vollständig mittheilm werden. Schon seit Salomo' also hat sich ein Mosaismus in Jemen verbreitet, namentlich in der Regentenfamilie. Red. erste, welcher zum Judenthume bekehrend in Jemen aufgetreten, war aber Abu-Karb Asaad (mD 1DN ISDN), der ungefähr sieben Jahrhunderte vor Muhammed, 3644 nach Erschaffung der Welt, oder genauer 128 Jahre vor der gewöhnlichen Zeitrechnung regierte. Dieser König war ein Himjarite, er gehörte zu einer Dynastie, die seit Jahrhunderten in Jemen schon geherrscht, deren erster König den Beinamen Hamjar (-wn) führte.1 2) Jemen war überhaupt ein reiches und glückliches Land, namentlich Saba war in frühester Zeit durch seinen Handel berühmt, und die Civilisation hat unter allen arabischen Stammen dort zuerst Wurzel gefaßt. Die Sprache der Himjariten war nicht unbedeutend von dem koreischitischen Dialekt verschieden, wenigstens war sie nach den noch erhaltenen Resten dem Hebräischen näher,'und die aethiopische Sprache ist aus ihr entstanden. 3) Dieser Abu-Karb, nach Abulfeda der zwei und dreißigste jemensische König, der erste jüdische Herrscher, hat zu einer Nachfolge Veranlassung gegeben, wo Judenthum eine Hauptbestimmung war; denn es folgten ihm bis auf Du-Nuwas elf jüdisch?^) Könige, und Du- 2) S. Herbelot unterJchud, Himj ar bedeutet „roth" und die jüdische Sage von den röthlichen Juden in Arabien hat vielleicht in der Bekehrung der Himjariten ihren Grund. Rap. 3) Die arabischen Grammatiker erzählen, bei Erwähnung des Unterschiedes zwischen der koreischitischm und himjaritlschen Sprache, daß einstmals ein König der Himjariten zu einem Gesandten des Königs von Mekka gesagt da sprang letzterer von einer Anhöhe, da dieses bei den Koreischiten „springe" bedeutet, er hat aber „sitze" verstanden, wie es in seinem Himjar-Dialekt heißt. . Rap. 4) Diese elf jüdischen Könige waren nach Abulfeda: 1) 37