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Der Orient · 1840-09-05 · 36 (5.9.1840) · p. 562

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
36 (5.9.1840)
Article
Netiv emuna
Date
1840-09-05
Page
562 (sequence 2)
Language
German
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ouo «iu uepw|ic9tcn* L-r. owu ^area)lsmus. Koyelek iwersstzt von Dr. Herzseld. 5L4 vorgetragenen trioratifc^en g^cett finb fCac, ernst und würdig gehalten, dem kindlichen Herzen sich einschmeichelnd, und dieser Leitfaden verdient es vollkommen, daß er in Schulen eingeführt werde. 21) f) b n p/ übersetzt sind erläutert von Dr. L. H e rz f e l d. Brcumschwekg, 1838. Ed, Hammerich. 4 (Fortsetzung.) Da der Mensch nun nichts zur Begründung seines Glückes thun könne, so bleibt ihm nur übrig, den Genuß des Lebens als ein Geschenk Gottes zu' betrachten, das er annehmen soll, wie es ihm geboten ist. Dem Menschen bleibt es verborgen, auf welche Weise ec sich würdig machen kann, dasselbe zu verdienen. Denn da Gott die Erdengüter nicht nach dem, dem Menschen geläufigen Moralgesetz vertheilt, und die Fortdauer nach dem Tode noch keine positive ^Existenz in der Ueberzeugung des Verfassers sich errungen hat, folglich auch die Würdigung der Handlungsweise nach moralischen Principien nicht über, den Tod, soll sie den menschlichen Erwartungen entsprechen, hinausgeschoben werden kann, so muß^ Gott, soll er nicht scheinbar als ungerecht sich in der Wtur manifestiren, nothwendig nach einem dem Menschen verborgenen Rathschluß handeln, und der Mensch kann nicht die Fähigkeit, die Erdengüter zu erringen, sich aneignen. Im Gegentheil müssen vielmehr, um den unbekannten göttlichen Willen auszuführen, die den Weltlauf constituirenden menschlichen Handlungen geschehen, ohne daß eine innere Stimme ihnen beipflichtet (?). Der Verfasser aber, fahrt H. H. fort, schwankt nur zwischen .einem Fatalismus und der Annahme einer, moralischen Weltordnung, und giebt daher Verhaltungsmaßregeln, die.in den Fällen, wenn die Unbegreiflichkeit der göttlichen Waltung nicht in einem nichtmoralischen Gott zu setzen, sondern vielmehr in einer doch möglichen Unsterblichkeit, oder in der Annahme, daß der Unglückliche ein geheimer Sünder sei, aufzulösen wäre, ihre nützliche. Anwendung finden. In solchen Fällen nützen Lebensregeln nämlich, daß das Gute, das dem Menschen, sei es als Lohn einer guten That, oder als freies Ge. schenk-gekommen, nicht verscherzt werde und verloren gehe. „Das Glück kann der Mensch nicht erwirken, wohl aber verwirken)" und um dieses zu vermeiden, giebt er Vorschriften der Moral und der Klugheit) jene im Fall der Annahme eines Moralgesetzes von Seiten der Gottheit, und diese, um den Menschen so zu disponiren, )>aß wir zur Entgegennahme des verliehenen Glückes durch nichts verhindert werden. Er empfiehlt daher Lebensgenuß vor Allem, wenn daraus nicht ein Unglück sich entwickeln sollte^ oder eine Strafe zu erwarten stände, die denselben überwiegt. Ferner lehrt er, im Falle Gott nach unbegreiflichen Gründen Böses verhänge, „eine frische Resignation, stummes Aushalten des Unabwendbaren und der Uebermacht." Dieses lehrt die Klugheit und die Weisheit, und sie hat darum wenn auch „kein positives doch ein negatives Resultat zur Begründung des Erdenglückes." Ein wohlgegliedertes und ein wohlgeordnetes Thema und eine recht gut durchdachte Behandlung wird uns durch H. H. Bemühungen hier vorgeführt. Der Ecclesiast behauptet alle Bestrebungen des Menschen seien richtig- und der Mensch kann nie zur Begründung des Erdenglückes Etwas beitragen. Die sinnlichen Vergnügungen sind flüchtig und vergänglich (bis 2, 11.). Die Klugheit vermöge zwar Etwas; denn durch sie kann man sich zur Entgegennahme des vom Schicksal gebotenen Guten vorbereiten, also zum Genüsse des Lebensglückes beitragen, wie die gegebenen Lebensregeln genügend darthun; aber man vermöge auch durch sie nichts zu begründen, „das Ergebniß der Weisheit ist ein negatives," ein positives und untrügliches Mittel zur Selbstbeglückung hatte ihm auch die Klugheit nicht aufweisen können (bis 7, 23, 24.). Die Moralität endlich trage auch nichts bei zur Beförderung des Erdenglückes; denn die Vergeltung entspricht nicht immer der Handlungsweise, und den Frommen trifft oft das Loos, das dem Bösen gebührt (bis 8, 16.). Er kommt also auf einen Fatalismus zurück, nach welchem der Mensch nur durch Weisheit das bewirken könne, daß er sich, so viel es in seiner Kraft, steht zur Empfangnahme des Glückes vorbereite. Der Mensch soll darum seines Lebms froh genießen; das Streben, es zu erreichen, führt zu nichts. Auch H. H. weicht zwar an mehreren Stellen von der natürlichen einfachen Auffassung ab. Indessen influirt seine Erklärung nur an wenigen Stellen auf die Entwickelung und.. Darstellung des Themas, das der Ecclesiast zur Behandlung sich vorgesetzt haben soll; wie etwa 1, 4 . . .11 wo die Aumuthung H. H's., den ewigen Bestand der menschlichen Unvermögenheit zur Begründung des Erdenwohles heraus zu demonstriren, etwas stark ist; ferner 10, 5. und 8, 5 rc. und wir können daher die Verschiedenheit seiner Auffassung einstweilen übergehen und dahingestellt sein lassen; sie thut seiner Darstellung des Gesammtinhalts keinen wesentlichen Abbruch. Es bildet demnach der also dargestellte Gefammtinhalt ein wirklich zusammenhängendes Thema; es herrscht darin eine logische Einheit, und ein durchdachter Plan vor. Der Ecclesiast hat bestimmt und entschieden, und was noch mehr ist, mit wirklich philosophischem Ueberblick sein Thema nbsolvirt. Denn wenn gleich, derselbe, wie H. H. behauptet, aus Erfahrungen seinen Gegenstand behandelt haben soll, so hat er jeden-, falls sehr erschöpfend sein Thema absolvirt. und nach allen Seiten beleuchtet. Er zeigt zuerst, daß weder sinnliche Vergnügungen, d. h. die objective Welt der Erscheinungen, noch geistige Mittel, als Klugheit, der subjecüve, menschliche Geist, noch endlich dse Moralität, die

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